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«Für Leute mit Charakter sind das keine ‹Gugusspiele›»

Martin Plüss, der Captain des SC Bern, spricht nach dem 2:5 bei den ZSC Lions über die Inkonstanz, den Teamspirit und die Platzierungsrunde.

Der Abgang des Captains: Martin Plüss verlässt das Hallenstadion. Der Auftritt des SCB in Zürich bezeichnet er als «Spiegelbild unserer Saison».
Der Abgang des Captains: Martin Plüss verlässt das Hallenstadion. Der Auftritt des SCB in Zürich bezeichnet er als «Spiegelbild unserer Saison».
Andreas Blatter
Matchentscheidend: Geoff Kinrade (rechts) traf in Unterzahl Ryan Keller mit dem Stock am Kopf. Als Kinrade draussen war, schossen die ZSC Lions vier Tore.
Matchentscheidend: Geoff Kinrade (rechts) traf in Unterzahl Ryan Keller mit dem Stock am Kopf. Als Kinrade draussen war, schossen die ZSC Lions vier Tore.
Andreas Blatter
Wegen Lausannes Sieg in Freiburg, spielte die jüngste Niederlage des SCB aber ohnehin keine Rolle mehr.
Wegen Lausannes Sieg in Freiburg, spielte die jüngste Niederlage des SCB aber ohnehin keine Rolle mehr.
Keystone
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Können Sie so kurz nach Spielende Ihre Emotionen beschreiben?

Martin Plüss: Natürlich ist die Situation sehr bitter und sehr enttäuschend. Aber der Tiefschlag kam nicht aus dem Nichts. Wir wussten um die Ausgangslage. Ich bin generell sehr enttäuscht über unsere Leistung in dieser Saison, vor allem aber auch über das Spiel gegen die ZSC Lions. Wir führten 2:1 – was folgte, ist für mich ein grosses Fragezeichen.

Sie sprechen die zahlreichen Strafen gegen Ende an.

Der Spielverlauf ist ein Spiegelbild unserer Saison. Wir liegen im dritten Drittel beim souveränen Leader 2:1 in Führung, geben die gute Ausgangslage aber mit Strafen selbst aus der Hand. Das ist sehr bitter. Die Disziplin war einmal mehr nicht über 60 Minuten vorhanden.

Wussten Sie über den Spielstand in Freiburg stets Bescheid?

Ich weiss, dass Lausanne einmal 2:0 geführt hat. Das Schlussresultat ist mir aber egal.

Der SCB hatte während der Qualifikation nur einmal eine konstant gute Phase: im Dezember, nach dem Trainerwechsel von Antti Törmänen zu Lars Leuenberger. Weshalb hat es damals, nicht aber vorher und nachher funktioniert?

Damals waren zahlreiche verletzte Spieler, vor allem Verteidiger, zurückgekehrt. Sie brachten uns Stabilität zurück. Zudem konnten wir in dieser Phase viele knappe Begegnungen zu unseren Gunsten entscheiden. Aber gesamthaft betrachtet haben Konstanz und Stabilität gefehlt.

Weil das Team drei verschiedene Cheftrainer hatte?

Ein Trainerwechsel hat immer positive und negative Auswirkungen. Nur hat uns jeder Trainer gute Lösungen präsentiert. Deshalb denke ich, dass die Probleme woanders lagen.

Beim Teamspirit?

(überlegt) Was heisst schon Teamspirit? Ist die sportliche Situation schlecht, färbt dies immer auf den Einzelnen ab. Das zerrt an der Energie, am Mentalen. Letztlich ist jeder für seine Leistung verantwortlich. Ärgerlich ist, dass wir trotz der Inkonstanz immer wieder die Chance erhalten hatten, uns abzusetzen – und jedes Mal haben wir sie verspielt. Wir haben uns das eingebrockt. Nun gilt es, die letzten Partien mit Anstand zu absolvieren.

Statt Playoff-Viertelfinals folgen nun sechs «Gugusspiele»...

Für Leute mit Charakter sind das keine «Gugusspiele». Ich will jede Partie gewinnen, ob dies nun ein Testspiel, ein Playoffspiel oder ein Platzierungsspiel ist. Gehen wir aufs Eis, wollen wir gewinnen, um jeden Preis – mit dieser Einstellung müssen wir die letzten Partien angehen.

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