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Frühes Nachlassen bringt Biel in Rücklage

Biel führt im ersten Playoff-Viertelfinal gegen Davos nach sieben Minuten 2:0, verliert danach aber komplett den Faden. Der HCD dreht im Mitteldrittel die Partie und gewinnt 5:2.

Blitzstart nützte nichts: Enttäuschte Gesichter bei den Bielern.
Blitzstart nützte nichts: Enttäuschte Gesichter bei den Bielern.
Keystone

Die Auswärtsteams waren am ersten Spieltag mehrheitlich chancenlos: Für Servette (0:7 in Bern) , Gottéron (2:6 in Lugano) und den ZSC (1:4 in Zug) gab es gar nichts zu holen, das Trio zog total mit 3:17-Toren den Kürzeren. Davos sorgte für die Ausnahme und hinterliess in Biel einen nachhaltigen Eindruck.

Nicht die 2:5-Niederlage an sich, aber die Art und Weise muss Biel zu denken geben. Aus Bieler Sicht könnten zwar auch Szenen hervorgehoben werden, die alles relativieren. Zum Beispiel der gute Start. Nach 7 Minuten führten die Seeländer 2:0, beim euphorisierten Anhang in der Tissot-Arena machte sich ein ­Gefühl breit: Hier kann nichts mehr ­anbrennen.

Und doch musste Dominik Diem, der das zweite Tor mit einem schönen Zuspiel auf Fabian Lüthi vorbereitet hatte, später ernüchtert feststellen: «Wir hätten das Spiel nicht aus der Hand geben dürfen.»

Drei mögliche «Ausreden»

Biel darf auch auf Pech verweisen. Den Schuss beim 2:2 hält Torhüter Jonas Hiller in 99 von 100 Fällen. Doch Chris Eglis Tor, so harmlos sein Abschluss auch schien, war ein Plädoyer für die Backhand und die damit verbundene Hockeyweisheit: Beim Rückhandschuss wissen oft weder Goalie noch Stürmer, wohin der Puck fliegen wird.

Und Biel kann schliesslich mit den Referees ­hadern: So schön das Davoser «Tic-Tac-Toe»-Tor beim 3:2 war: Bevor Robert Kousal das Direktspiel auslöste, das via Anton Rödin und Enzo Corvi als Treffer endete, hatte er regelwidrig gehandelt, weil sein Stock im ­Gesicht Kevin Feys landete.

All diese Einwände sind korrekt, greifen im ­Gesamtbild aber zu kurz. Der EHC Biel verlor nicht wegen Hiller, nicht des Pechs wegen, die Schiedsrichter waren auch nicht Schuld.Er unterlag, weil er nach dem frühen 2:0 ­läuferisch nicht dagegenhielt, passiv wurde und dem HC Davos die Bühne für dessen Tempospiel bot. Für EHC-Trainer Antti Törmänen gilt es nun, ­dieses Manko zu beheben. Nur dann bleibt diese Serie ­offen.

Denn wie Davos nach dem 0:2 und dem Time-out von Trainer Arno Del Curto reagiert, ist stark. Die Tore zur Wende fallen zwar erst im Mitteldrittel. Doch das Bieler Unheil deutet sich schon im Startdrittel an.

Die Bündner laufen und laufen, suchen im Gegensatz zur Startphase zielstrebig den Weg aufs Bieler Tor und spielen auf einem viel intensiveren Level als der Gegner. «Wir sprachen darüber bereits in der ersten Pause», sagt auch Hiller. «Denn gute Chancen hatte Davos schon vorher.»

Und dennoch: Die ersten vier Davoser Tore zeigen in der Entstehung alle das gleiche Bild: Der HCD ist stets in Bewegung, sein Gegner ist statisch, immer nur in der Rolle des Reagierenden. Das sorgt vor dem 2:1, 2:3 und 2:4 für Chaos und fehlende Zuordnungen in der Bieler Defensive – die Torschützen sind stets unbedrängt, ohne dass der HCD Überzahlsituationen zu kreieren braucht.

Die Unterschiede in Spiel 1

Und darum kann bei Davos Félicien Du Bois, dessen Treffer zum 1:2 die Wende einleitete, zufrieden feststellen, dass sein Team nach dem frühen 0:2 die Ruhe nicht verlor: «Das war diese Saison schon ganz anders.»

Das ist ebenfalls ein Unterschied zum Gegner, wie es Biels Diem beschreibt: «Nach den Gegentoren kam bei uns Nervosität auf.» Goalie Hiller stellt eine weitere Differenz fest: «Bei uns ­haben einige noch nicht viele Playoff-Serien gespielt. Jeder muss merken, dass es jetzt mehr braucht als in der Qualifikation.»

Ein Nachspiel gibts auch: Kurz vor Schluss verletzt Gregory Sciaroni Biels Samuel Kreis am Bein – wie schwer, ist noch unklar. Gegen den HCD-Stürmer läuft nun ein ordentliches Verfahren.

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