Fakten und Fragezeichen beim SCB

Das Kader des SC Bern für die kommende Saison steht zu grossen Teilen. Im Angriff sind vier Zuzüge bekannt, in der Abwehr ist eine Verpflichtung noch nicht kommuniziert. Dean Kukan ist Stand heute zu teuer.

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Reto Kirchhofer@rek_81

Der Januar aus Optik des SC Bern: höchst durchzogen. Von zehn Partien vermochte der Tabellenführer die Hälfte für sich zu entscheiden. Die Baisse ändert nichts daran, dass der Meister ab dem 10. März als Favorit in die Playoffs starten wird. Und der Blick noch weiter nach vorne verrät: Die Berner werden auch nächste Saison eine starke Equipe stellen. Die Mannschaft 2018/2019 steht grösstenteils; 23 Spieler besitzen einen Vertrag. Ein Überblick samt Fakten und Fragezeichen.

Trainer: Wer assistiert Jalonen?
Assistenztrainer Ville Peltonen steigt nächste Saison in Lausanne zum Headcoach auf. Peltonens Nachfolger möchten die Berner in den nächsten Wochen kommunizieren. Es wird sich um einen Finnen handeln. Kai Rautio, der Jalonen fünf Jahre lang assistierte, ist keine Option. Ein anderer ehemaliger Jalonen-Assistent womöglich schon: Mikko Haapakoski. Der Ex-Verteidiger besitzt sogar eine SCB-Vergangenheit.

Torhüter: Status quo
Die Verträge von Leonardo Genoni und Ersatzkeeper Pascal Caminada laufen weiter. Der SCB hat bereits Versuche gestartet, den Kontrakt mit Genoni vorzeitig zu verlängern. Der Nationaltorhüter dürfte sich nächste Saison frühzeitig festlegen.

Abwehr: Marti und Kukan
Acht Verteidiger mit Schweizer Lizenz stehen unter Vertrag (siehe Kasten) – ein neunter aus der Swiss League hat bereits in Bern unterschrieben. Der Zuzug wurde aber noch nicht kommuniziert. Es könnte sich um Aurélien Marti handeln, dessen Vertrag in Langenthal ausläuft. Der gross gewachsene Abwehrspieler gab im September sein NLA-Debüt für Bern. Die Junioren Bernd Wolf und Tim Dubois fallen weg. Bekannt ist das Interesse des SCB an Dean Kukan. Doch Sportchef Alex Chatelain sagt: «Bei diesen Lohnvorstellungen ist er für uns eher kein Thema.»

Angriff: Vier und vier
Dreizehn Stürmer haben einen Vertrag. Die Abgänge von Luca Hischier (Davos) und Simon Bodenmann (ZSC Lions) sind fix. Auch Gian-Andrea Rand­egger und Dario Meyer dürften den SCB verlassen (müssen). Dem Quartett gegenüber steht die Verpflichtung von vier Angreifern: Grégory Sciaroni (Davos), Matthias Bieber und Da­niele Grassi (Kloten) sowie Esbjörn Leiv Fogstad Vold aus dem Nachwuchs. Der Norweger (20) mit Schweizer Lizenz spielt zurzeit in Visp. Je nach Entwicklung könnte er nächste Saison zu ersten NLA-Einsätzen kommen.

Was die Schweizer Spieler betrifft, so ist die Planung im Angriff gemäss Chatelain «sehr wahrscheinlich abgeschlossen». Gespräche mit Yannick-Lennart Albrecht (von Langnau zu Zug), Samuel Walser (von Davos zu Gottéron) und Etienne Froidevaux (Lausanne) führten in den vergangenen Monaten zu keinem Ergebnis. Und an Freiburgs Kil­lian Mottet bekundete der Meister entgegen anders lautenden Meldungen kein Interesse.

Ausländer: Zwei und zwei
Bei den Ausländern existiert der grösste Spielraum. Die Mittelstürmer Mark Arcobello (USA) und Andrew Ebbett (CAN) bleiben in Bern, der Finne Mika Pyörälä kehrt in die Heimat zu Kärpät zurück. Auf Trennung stehen die Zeichen bei Maxim Noreau, dem spielstarken kanadischen Verteidiger, der unter Trainer ­Jalonen keinen Stammplatz hat. Noreau dürfte in der Schweiz bleiben oder sein Glück in Russland suchen. Bliebe vom aktuellen Quintett noch Flügel Mason Raymond (CAN). «Er kann sich in den Playoffs beweisen», sagt der Sportchef, «alles ist offen.»

Noch nicht definiert ist, ob die Berner auch die kommende Spielzeit mit fünf Ausländern beginnen werden – und ob allenfalls auf das Engagement eines ausländischen Verteidigers verzichtet wird. Ohne Noreau ist die ­Abwehr auf dem Papier ein My schwächer besetzt. Zudem existiert der Unsicherheitsfaktor namens Ausstiegsklausel.

Die spielstärksten Verteidiger Ramon Untersander und Eric Blum verfügen über den Passus, den Vertrag für ein One-Way-Angebot eines NHL-Klubs aufzulösen. Auch Captain Simon Moser hat diese Klausel, nicht aber der von Scouts beobachtete Gaëtan Haas.

Berner Zeitung

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