Etwas Euphorie, etwas Historie

In der 66. Minute schiesst Toni Rajala den EHC Biel zum 3:2-Sieg. Zum Matchwinner aber avanciert Damien Brunner.

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Marco Oppliger@BernerZeitung

Richmond Gosselin stemmt den Meisterbecher, über und unter ihm steht: «Le Moment est venu – nostalgischi Momänte widr lo ufläbe.» Die Bieler Fankurve macht mit einer Choreo vor dem ersten Halbfinal-Heimspiel klar, in welche Richtung es gehen soll. Nur dürfte die Mehrzahl der Fans auf den Stehplätzen gar nicht wissen, wie es sich anfühlt, wenn das eigene Team einen Titel gewinnt, wurde der EHC Biel doch letztmals vor 36 Jahren Meister.

Das allerdings spielt an diesem Abend keine Rolle. Weil Toni Rajala den euphorisierten Bieler Anhang mit dem 3:2-Siegtreffer in der Verlängerung kurz vor halb Elf Uhr in einen wahren Jubeltaumel versetzt. 2:0 führt der EHCB nun in der Serie, was zumindest eine kleine Überraschung ist. Und ganz nebenbei hat der Heimsieg eine historische Komponente.

Zum vierten Mal duellieren sich Bieler und Berner nun im Playoff – noch nie gelang es Ersteren zuvor, zuhause zu reüssieren. Doch Antti Törmänen wäre nicht Antti Törmänen, würde er ob einer 2:0-Führung im Halbfinal in Ekstase geraten. «Wir hatten einige schwierige Momente zu überstehen, vergaben einige Chancen», hält der Bieler Coach ruhig fest. «Die Hauptsache ist der Sieg.»

Vielleicht trifft es Damien Brunner ganz gut, wenn er die Partie folgendermassen zusammenfasst: «Im ersten Drittel war Bern besser, im zweiten haben wir die Partie schleichend übernommen.» Es ist der Edeltechniker, der den EHCB nach 91 Sekunden in Front bringt, 140 Sekunden vor dem regulären Ende für den 2:2-Ausgleich verantwortlich zeichnet und sich danach bäuchlings auf das Tor legt. «Dieser Jubel geschah aus den Emotionen heraus», meint Brunner. «Ich konnte vor dem Tor gar nicht mehr überlegen, schoss einfach.»

Das Kollektiv als Plus

Der Stürmer avanciert zum Matchwinner, doch ist es in erster Linie das Kollektiv, welches für die Differenz sorgt. Im letzten Drittel kann sich der SCB kaum mehr aus der Umklammerung lösen, unaufhörlich macht Biel mit vier Linien Druck. Vor der Verlängerung habe er zum Team gesagt, es solle einfach weiterspielen, auf sich vertrauen, sagt Törmänen.

«Wir haben vier Linien, die gut spielen können, und heute spielten alle gut.» Und dann spricht der Finne von der bestmöglichen Situation, die sich seine Equipe nun verschafft habe. Doch sogleich hält er inne, blickt auf seine Schuhe und fügt an: «Es hat sich nichts geändert. Wir haben erst zwei Siege, nicht vier.»

Berner Zeitung

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