«Es ist Playoff – da gehören Schmerzen dazu»

SCB-Flügel Tristan Scherwey sagt nach dem 7:0 gegen Servette, im Playoff werde ein anderes Eishockey gespielt. Vor der Härte der Genfer hat der 26-Jährige keine Angst.

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Der SCB legte gegen Servette los, als wären die Spieler vor dem Match einen Tag lang ­eingesperrt gewesen.
Tristan Scherwey: (lachend) Wir hatten uns gut auf den Playoff-Start vorbereitet, die Energie war schon beim Einlaufen spürbar, die Stimmung war unglaublich schön. Und dann setzten wir gleich im ersten Drittel ein Zeichen. Danach spielten wir solid weiter und waren über die gesamten 60 Minuten die deutlich bessere Mannschaft. Es ist ein wichtiger erster Sieg, aber der Weg in diesem Viertelfinal ist noch weit.

Sie selber starteten furios, ­hatten schon in den ersten ­anderthalb Minuten zwei gute Chancen. Was hatten Sie sich vorgenommen? Ich hoffte auf einen einfachen Start. Ich war zum Wochenanfang krank gewesen und musste deswegen leiden, aber die Beine waren gut. Jetzt muss ich mich gut erholen, dann kann ich noch einen Zacken zulegen.

Weil die Partie früh entschieden war und Strafen nicht mehr relevant waren, bekamen die Genfer Gelegenheit, durch unfaire Aktionen ein Zeichen zu setzen. Wie gingen Sie und ihre Teamkollegen damit um?
Das konnte man erwarten; sie hatten schon die ganze Saison nicht viel anderes gemacht. Doch ihr Auftreten darf für uns keine Rolle spielen; sie werden auch in Genf versuchen, uns irgendwie aus dem Konzept zu bringen. Wenn wir schnell und clever spielen, dann können sie nicht mithalten. Auf diese Weise wollen wir am Dienstag den zweiten Sieg anstreben.

Drei SCB-Spieler konnten die Partie verletzungsbedingt nicht beenden. Was bedeutet dies für den weiteren Verlauf der Serie?
Ausfälle sind immer schlecht, aber wir haben andere Spieler im Kader, die hart trainieren und bereit sind einzuspringen. Wir stehen zusammen, es ist Playoff – da gehören Schmerzen dazu.

Ein 7:0 bringt im Endeffekt gleich viel wie ein 1:0. Oder hat ein derartiger Kantersieg doch eine grössere Wirkung?
Für uns ist einfach wichtig, dass wir Vieles gut gemacht haben. Wir spielten in der Defensive solid, Leo (Leonardo Genoni/die Redaktion) machte den Kasten zu. Auch sieben Tore zu schiessen ist nicht selbstverständlich, sie geben Selbstvertrauen. Bodie (Simon Bodenmann) riss die Mannschaft im ersten Drittel mit. Doch jetzt geht es weiter: Am Montag werden wir gut trainieren und dann am Dienstag mit grosser Überzeugung nach Genf reisen.

In der Qualifikation waren alle Duelle mit Servette äusserst umstritten gewesen. Was war diesmal grundlegend anders?
Es ist Playoff, es wird ein anderes Eishockey gespielt. Wir waren entschlossen und wussten, dass wir über vier Linien gut besetzt sind und es die Genfer sehr schwer haben würden, wenn wir unser Spiel durchziehen. Genau so kam es dann auch. Es ist für jede Mannschaft schwierig, wenn sie im ersten Drittel 0:4 in Rückstand gerät. Dann weisst du: Es wird ein langer Abend. Für uns war wichtig, dass wir nicht nachliessen und 60 Minuten lang konzentriert blieben.

Was ist in Genf die grosse ­Herausforderung für den SCB?
Wichtig ist ein guter Start, denn die Genfer werden die Emotionen schüren, und das Publikum wird ihnen dabei helfen. Doch wir verfügen über genügend Erfahrung und können mit den Umständen umgehen. Wir haben schon oft dort unten gespielt und werden uns bestimmt nicht verstecken – «mir si bissigi Giele». Wir werden aufs Eis gehen, unser Eishockey spielen, mit viel Energie agieren und die Checks fertig machen. Daher bin ich überzeugt, dass es gut kommen wird.

Bereitet Ihnen die Härte der Genfer Sorgen?
Überhaupt nicht. Es ist Playoff-Zeit, da geht keiner in der Annahme aufs Eis, es würden Streicheleinheiten verteilt. Es kann weh tun, aber Schmerzen vergehen, Siege bleiben! (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.03.2018, 13:54 Uhr

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