«Es ist gut, hat sich das geändert»

Der EHC Biel steht zum ersten Mal seit 28 Jahren in einem Playoff-Halbfinal. Das sei kein Grund für überschwänglichen Jubel, sagt Routinier Philipp Wetzel im Interview.

Philipp Wetzel jubelt nach einem Treffer gegen den HCD.

Philipp Wetzel jubelt nach einem Treffer gegen den HCD.

(Bild: Keystone)

Hinter Ihnen dürfte eine denkwürdige Heimreise liegen . . .Philipp Wetzel:. . . Es ging nicht so überschwänglich zu und her, wie man das annehmen könnte. Ein paar von uns haben gejasst, andere etwas für sich gemacht. Letztlich war es eine Heimreise wie jede andere auch, weil wir uns bewusst sind, dass die Saison noch nicht fertig ist.

Der EHC Biel steht zum ersten Mal seit 1990 in einem Playoff-Halbfinal. Hätten Sie da nicht mit grösserem Jubel gerechnet?Nein, und das stört mich auch nicht. Im letzten Jahr waren wir einfach froh gewesen, die Playoff-Qualifikation geschafft zu haben. Es ist gut, hat sich das geändert. Wir wissen, dass wir noch nichts gewonnen haben. Klar hatten wir am Dienstagabend Freude. Aber wir haben erst einen Schritt gemacht, nun wollen wir den zweiten machen.

Was war der Schlüsselmoment in dieser Serie gegen den HCD?Für mich war das der erste Sieg in Davos. Wir hatten das erste Spiel zu Hause verloren, begannen, uns Gedanken darüber zu machen: Sind wir überhaupt bereit? Zumal wir wussten, dass wir seit 2008 erst einmal in Davos siegen konnten. Doch dann gingen wir dorthin und gewannen. In diesem Moment sahen wir: Es ist machbar. Und dann war natürlich wichtig, konnten wir im dritten Spiel zu Hause gleich nachlegen.

Im Herbst hätte kaum jemand sein Geld auf den EHCB gesetzt. Das Team geriet zum wiederholten Male nach gutem Saisonstart in die Krise, es kam zum Trainerwechsel. Wie war es möglich, sich nach diesem Tief in ein solches Hoch zu spielen?Plötzlich hat es einfach angehängt. Manchmal haben wir uns selbst gewundert, was eigentlich genau läuft. Der Trainerwechsel ist sicher ein Grund dafür. Stoney (Sportchef Martin Steinegger, die Red.) hat in den Spielen, die er coachte, nicht viel Taktisches reingebracht, es ging einfach darum, dass wir rennen. Das brachte wieder frischen Wind. Dann kam Antti Törmänen, er hat uns neue, einfache Dinge vermittelt, uns viel Verantwortung übertragen. Von diesem Moment an hat jeder Spieler besser gespielt, das hat sich dann summiert.

Nun wartet Lugano im Halbfinal. Biel hat Heimvorteil und drei von vier Duellen in der Qualifikation gewonnen. Sehen Sie sich in der Favoritenrolle?(lacht) Wahrscheinlich haben Sie es schon mehr als einmal gehört, aber im Playoff fängt alles von vorne an. Es ist egal, wer Favorit ist und wer nicht. Vor dem Viertelfinal hatten wir uns auch darüber Gedanken gemacht, dass wir in Davos noch kaum je gewinnen konnten. Nun ist uns das zweimal gelungen. Wir wissen, dass wir Lugano bezwingen können. Darauf bilden wir uns zwar nichts ein, aber es ist wichtig.

Berner Zeitung

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