Emotionen bei Burren, Sarkasmus bei Moser

Yanik Burren schiesst am Dienstag gegen Servette für den SCB das entscheidende Tor.

Yanik Burren jubelt mit links Thomas Rüfenacht (inks) und Andrew Ebbett (r.) über seinen Treffer zum 4:3.

Yanik Burren jubelt mit links Thomas Rüfenacht (inks) und Andrew Ebbett (r.) über seinen Treffer zum 4:3.

(Bild: Raphael Moser)

Manchmal stellt sich Yanik Burren vor, wie er ein Tor bejubeln würde. Nur erhält der Verteidiger des SC Bern selten die Möglichkeit dazu, das Geplante in die Tat umzusetzen. In der letzten Spielzeit hatte er einen Treffer erzielt, diese Saison waren es vier – bis am Dienstag. In der 68. Minute schiesst er den SCB zum 4:3-Erfolg gegen Servette. Und weil Burren beim Jubel «sowieso nie das macht, was ich mir vorgenommen habe», fährt er einfach zur Spielerbank. «Genau deshalb spielst du Eishockey, damit du solche Emotionen erleben darfst», sagt Burren.

Im Medienraum vor der Garderobe ist der 22 Jahre alte Verteidiger neben Doppeltorschütze Daniele Grassi der gefragte Mann. Viel sagen tun beide nicht – diesen Part übernimmt Simon Moser. Der Captain mischt Kritik mit Sarkasmus: «Wir haben es fast geschafft, uns selbst zu bezwingen. Wir waren gut im Spiel, dann nahmen wir uns mit dem Powerplay den Wind aus den Segeln. Es ist momentan besser, wenn wir Fünf gegen Fünf spielen statt Fünf gegen Vier.»

Ja, dieses Powerplay. Trainer Kari Jalonen will sich dazu nicht äussern. Muss er auch nicht. Neben ihm ist auf einem Salontisch ein Eishockeyfeld aufgeklebt – Spielzüge in Überzahl inklusive. Was zeigt, dass sich die Berner den Kopf darüber zerbrechen. Die Ideen wären vorhanden, aber «dann setzen wir nicht um, was abgemacht war, und schon sind wir verunsichert», sagt Moser.

McSorleys Tipp für Samstag

Heute steht für den SCB ein sogenannter «Energy Day» auf dem Programm. Im Zentrum steht die Erholung. Vielleicht finden die Müesli auf dem Tisch neben dem Eingang zum Medienraum Verwendung: zur Auswahl stehen Nesquik und Waldbeeren für aktive Menschen. Chris McSorley zieht nach dem fünften Spiel währschafte Kost vor: In den Händen hält er einen Teller mit Fleisch und Spätzli. «Bern war besser. Aber ich bin stolz auf mein Team. Uns fehlten neun Stammspieler», sagt der Genfer Trainer. Und schaltet in den Angriffsmodus: «Ich hoffe, in Bern macht niemand Pläne für Samstag. Am Samstag wird hier das siebte Viertelfinalspiel stattfinden.»

Auf die Frage, ob sein Team wegen der Ausfälle und der Niederlage nun einen Mentalcoach benötige, sagt McSorley: «Wir brauchen einen Doktor und einen Ernährungscoach.» Die Energietanks der Genfer scheinen in der Reserve zu sein. Spätzli und Fleisch werden da nicht genügen – ebenso wenig Nesquik und Waldbeeren für aktive Menschen.

Berner Zeitung

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