«Eine WM lasse ich mir nicht entgehen»

Er soll für zusätzlichen Druck aufs gegnerische Tor sorgen. Sven Andrighetto ist der fünfte NHL-Spieler im Schweizer WM-Kader.

Sven Andrighetto darf gegen Österreich das erste Mal für die Schweiz spielen.

Sven Andrighetto darf gegen Österreich das erste Mal für die Schweiz spielen.

(Bild: Keystone)

Am Sonntag ist Sven Andrighetto in Bratislava angekommen, hat nun während zwei Tagen mit dem Team trainiert und ist bereit, am Dienstagabend gegen Östereich an der WM in der Slowakei erstmals einzugreifen.

«Für mich war immer klar, dass ich an der WM teilnehmen werde, sollten wir in den NHL-Playoffs ausscheiden», sagt der Colorado-Stürmer. Auch dass er für die nächste Saison noch keinen NHL-Vertrag in der Tasche hat, konnte daran nichts ändern. Nervös macht ihn diese Konstellation nicht. «Der Sommer ist lang», sagt sich Andrighetto.

«Die NHL-Clubs schauen nicht auf die WM»

«Ich bin noch jung und möchte mir die Gelegenheit, eine WM spielen zu können, nicht entgehen lassen. Ich bin stolz, für die Schweiz zu spielen und freue mich sehr, hier dabei zu sein.» Andrighetto sieht die WM auch nicht als Plattform, um Werbung in eigener Sache zu betreiben: «Darum geht es nicht. Man hat in der Vergangenheit gesehen, dass die NHL-Vereine überhaupt nicht auf die WM schauen, diese spielt in ihren Überlegungen keine Rolle.»

Der 26-jährige Zürcher hatte bei den Avalanches keine einfache Zeit, kam nur selten zum Einsatz und wenn er zum Einsatz kam, war seine Eiszeit überschaubar. Für die Nationalmannschaft muss dies kein Nachteil sein, wie er findet: «Dafür bin ich frisch und fit. Ich hoffe, dass ich der Mannschaft helfen kann, zusätzlichen Zug aufs Tor zu bringen, indem ich meine Schnelligkeit ausspiele.»

Auch wenn er bei Colorado wenig gespielt habe, so habe er versucht, stets positiv zu bleiben, «es war eine gute Erfahrung, in den NHL-Playoffs dabei sein zu können und weit zu kommen, auch wenn ich natürlich gerne mehr gespielt hätte.» Letztlich blieb sein Team im Viertelfinal im siebten Spiel an den San Jose Sharks hängen.

Der Turnierstart ausgerechnet gegen Österreich

Nun also kommt der Flügelstürmer gegen Österreich also zum Debüt an der WM 2019. Ausgerechnet gegen Österreich. Denn vor einem Jahr spielte er beim Nachbarschafts-Duell, es war damals das Schweizer WM-Startspiel, nach einem Foul an Steven Strong musste Andrighetto unter die Dusche und wurde hinterher auch noch für eine Spiel gesperrt.

Zudem verdaddelten die Schweizer während Andrighettos 5-Minuten-Strafe eine 2:0-Führung, gaben einen Punkt ab und mussten am Ende froh sein, in der Verlängerung noch mit 3:2 gewinnen zu können. Das soll dieses Mal nicht geschehen. Der nächste Dreier soll her und das Konto der Verlustpunkte bei der Schweiz unangetastet bleiben.

Andrighetto warnt davor, die Österreicher zu unterschätzen: «Sie sind schnell, verfügen über einige sehr gute Einzelspieler, sind als Gruppe sehr stark und geben nie auf. Gegen solche Mannschaften ist es nie einfach.» Es kommt für Andrighetto auch zu einem Wiedersehen mit seinem «Opfer» Strong, der nach dem Zusammenstoss mit dem Schweizer wegen einer Knieverletzung mehrere Monate ausfiel, aber inzwischen aufs Eis und ins Nationalteam zurückgekehrt ist.

In welcher Linie Andrighetto auflaufen wird, war am Montag noch nicht klar. Unbestritten ist, dass für den Zürcher eine wichtige Rolle vorgesehen ist und es erstmals zu Umstellungen bei den Formationen der Schweiz kommen wird.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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