Zum Hauptinhalt springen

Eine peinliche Premiere gegen Dänemark

Die Schweizer Eishockey-Nati hat in Ambri eine unerwartete Niederlage erlitten. Gegen Dänemark verlor das Team von Trainer Sean Simpson den zweiten Test mit 2:3 nach Penaltyschiessen.

Es war die erste Niederlage gegen die Dänen überhaupt im 22. Duell. Am Freitag hatten die Schweizer im ersten Vergleich mit Dänemark in Bellinzona (4:1) einen guten Eindruck hinterlassen. Knapp 42 Stunden später wich das positive Gefühl der Enttäuschung. Die Dänen, die vor einem Jahr sensationell in die WM-Viertelfinals vorgestossen waren, präsentierten sich erneut äusserst harmlos (nur neun Torschüsse), die Schweizer aber spielten mit viel zu wenig Tempo und zu wenig Zug auf das Tor. Die Schweizer gerieten zweimal in Rückstand und glichen durch Kevin Lötscher (13.) und Goran Bezina (39.) jeweils aus. Im Penaltyschiessen traf für die Schweiz einzig Julien Sprunger, während die Dänen zwei Versuche erfolgreich verwerteten.

Berauschende Partien erhalten die Fans in Ambri selten vorgesetzt, trotzdem quittierten die offiziell 2350 Zuschauer (in der Tat dürften rund 1300 erschienen sein) den Auftritt der Schweizer mit Pfiffen. Enttäuscht zeigte sich auch Sean Simpson: «Das war sicher ein Schritt zurück im Vergleich zum Freitag. Aber du kriegst im Leben immer, was du brauchst. Vielleicht haben wir eine solche Niederlage gebraucht.»

Den Gegner unterschätzt

Gewiss, die Schweizer kassierten zwei sehr unglückliche Gegentore und mussten nur mit drei Linien auskommen, weil nebst Hnat Domenichelli auch Rafael Diaz (angeschlagen) und Fabian Schnyder (Handverletzung) ausfielen. Zudem wurde Daniel Rubin nach einem unmotivierten Check von hinten in der 14. Minute vorzeitig unter die Dusche geschickt. Als Ausreden wollte Simpson dies aber zurecht nicht gelten lassen. «Wir haben die Partie auf die leichte Schulter genommen und nicht mehr die selbe Einstellung gezeigt wie am Freitag», so der Kanadier. Oder mit anderen Worten: Sein Team hat den Gegner schlicht unterschätzt.

Die Dänen holten mit ihren bescheidenen Mitteln das Maximum hinaus. Bei den beiden Treffern der Dänen sah der Schweizer Keeper Reto Berra jeweils nicht gut aus. Während das 1:2 von Stefan Lassen (22.) haltbar schien, konnte Berra beim ersten Gegentor nichts dafür. Der Puck prallte unkontrolliert von der Band in den Slot, wo Nichlas Hardt (er erzielte bereits den Treffer in Bellinzona) profitierte. Bei Spielhälfte wurde Berra (wie geplant) durch Benjamin Conz ersetzt. Der Langnauer Keeper feierte zwar in seinem erst dritten Länderspiel einen «Mini-Shutout», musste allerdings – nebst den Penaltys am Schluss – auch nur drei Schüsse parieren.

Selbstkritische Schweizer

Dass die Schweizer die Dänen unterschätzten, bestätigte auch Kevin Lötscher. Der Stürmer, der auf die kommende Saison von Biel nach Bern wechselt, gehörte nicht nur wegen seines Treffers zu den wenigen Lichtblicken im Schweizer Spiel. «Wir gingen leicht überheblich in diese Partie. Auf diesem Niveau muss man immer hundert Prozent geben, und das haben wir nicht getan», so Lötscher. Auch Simpson drückte sich ähnlich aus: «Dänemark hat einfach gekämpft. Und wenn es zum Penaltyschiessen kommt, dann gewinnt meistens jenes Team, das den Sieg bereits davor mehr gewollt hat.»

So unnötig die Niederlage war, ein Drama ist sie im Hinblick auf die WM keineswegs. Dies sah auch Simpson so: «Natürlich ist es ein enttäuschendes Resultat. Aber wenn immer alles perfekt läuft, dann übersieht man vielleicht einiges. Deshalb kann eine solche Niederlage im Gesamtbild letztlich auch hilfreich sein.»

Und jetzt gegen die Russen...

Eine Steigerung ist aber in den kommenden Testspielen auf jeden Fall notwendig. Nächste Woche heisst der Gegner nicht Dänemark, sondern Russland. Am Freitag in Freiburg und am Sonntag in Rapperswil spielen die Schweizer gegen das Starteam von Trainer Slawa Bykow. Ob der ehemalige Star von Fribourg-Gottéron an der Bande stehen wird, ist allerdings noch offen. Sein Klubteam Salawat Ufa ist noch in den Playoff-Halbfinals der russischen KHL beschäftigt. Gegen Metallurg Magnitogorsk steht es in der Best-of-7-Serie derzeit 3:3.

Das Schweizer Team rückt am Mittwoch in Rapperswil wieder ein. Mit dabei sein werden in der zweiten WM-Vorbereitungswoche auch sechs Spieler des in den Playoff-Halbfinals der NLA ausgeschiedenen SC Bern. Die Stürmer Martin Plüss, Ivo Rüthemann, Ryan Gardner und Thomas Déruns sowie die Verteidiger Beat Gerber und Philippe Furrer erhielten von Simpson am Wochenende ein Aufgebot. Ob er aus dem Team der ersten WM-Woche jemanden zu Hause lässt, wollte Simpson noch nicht sagen. Er tendiere dazu, in Rapperswil ein eher grosses Kader zu besammeln. Es scheint, als erhalten die Spieler, die gegen Dänemark enttäuschten, eine Chance zur Wiedergutmachung.

si/fal

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch