Ein Trio erlebt zum zweiten Mal das Einmalige

Beim ersten Tatzen-Derby 2007 hat der SC Bern die SCL Tigers 5:2 besiegt. Pascal Berger, Eric Blum und Beat Gerber blicken zurück.

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Innert zwei Tagen waren die Tickets vergriffen. 30'076 Zuschauer sorgten für die Rekordkulisse im europäischen Clubeishockey. Der SC Bern erhielt drei Punkte (5:2), Langnau eine halbe Million Franken in die Clubkasse. Und SCB-Trainer John van Boxmeer sagte: «Es war ein herausragender Event. So etwas erlebst du nur einmal.»

Mit der Einmaligkeit ist das so eine Sache. Am Mittwoch betreten Pascal Berger, Eric Blum und Beat Gerber das Stade de Suisse zum zweiten Mal auf Kufen. Am 14. Januar 2007 spielte Blum das erste Tatzen-Derby für Langnau, Berger und Gerber standen für den SCB im Einsatz. Zwar war bei den Emmentalern auch ein gewisser «S. Moser» in der Aufstellung vermerkt. Es handelte sich aber um Stephan Moser. Bruder Simon, mittlerweile Captain der Stadtberner, verkaufte im Stadion Fanartikel.

Was ist geblieben vom ersten Tatzen-Derby? Mit Sicherheit nicht der Zuschauerrekord für ein Eishockeyspiel auf Clubebene in Europa. Den hält mittlerweile Düsseldorf (51125 Besucher bei der DEL-Winter-Classic 2015 gegen Köln). Pascal Berger spricht von einem «super Erlebnis», erzählt, wie die SCB-Equipe per Bus angereist sei, «und jeder hat gedacht: Die paar Meter hätten wir problemlos zu Fuss zurücklegen können». Beat Gerber sagt: «Am speziellsten habe ich den langen Marsch von der Garderobe bis zum Eisfeld in Erinnerung.» Berger ergänzt mit einem Schmunzeln: «Als wir endlich das Eis betraten, war ich bereits müde.»

Blum: «Die Akustik habe ich in schräger Erinnerung»

Eric Blum sagt: «Das Tatzen-Derby war ein Novum im Schweizer Eishockey. Rückblickend empfinde ich es so, dass der Aspekt des Nichtalltäglichen das Spezielle war, nicht das Spiel oder der Anlass an sich.»

Tatsächlich blieb eher das Drumherum in Erinnerung, weniger das Derby. Patrik Bärtschi brachte den SCB in Führung, Claudio Neff glich aus. David Jobin in Überzahl und erneut Bärtschi in Unterzahl trafen für den Favoriten, Neff sorgte in der 55. Minute für ein Spannungsmoment (2:3). Der Kanadier Simon Gamache und der Schwede Christian Berglund reüssierten in der Schlussphase.

So nüchtern wie der Beschrieb verlief auch die Partie. Der ungewöhnliche Rahmen befeuerte die Spieler nicht zu Aussergewöhnlichem. «Sicher gab es Checks. Aber es fehlte die Rückmeldung vom Publikum. Die Akustik habe ich in schräger Erinnerung», sagt Blum. Berger meint: «Trotz der vielen Leute kam kaum Stimmung auf. Die Zuschauer waren weit weg vom Geschehen.» Gerber meint: «Die Kommunikation auf dem Eis war einfach. Du hast alles und jeden verstanden. Punkto Lautstärke war es eine Art Trainingsspiel unter Wettkampfbedingungen.»

Kleiderbügel, Metzgerhaken und Gelb-Schwarz

Dennoch freut sich das Trio auf das neuerliche Erleben des Einmaligen. «Die Kulisse war beeindruckend. Sie wird es hoffentlich wieder sein», sagt Gerber. «Klar, freue ich mich. Und ich hoffe, den Zuschauern wird auch neben dem Eis eine Show geboten, damit sie auf ihre Kosten kommen», sagt Blum. Nur auf etwas könnte der Verteidiger verzichten. «Diese Fussballer-Garderoben mit den kleinen Kästli: Nicht mal eine Eishockeyhose passt da rein. Vielleicht nehme ich ein paar Kleiderbügel oder Metzgerhaken mit, um die Ausrüstung irgendwo aufhängen zu können.»

Bei Pascal Berger hingegen weckt der Gedanke an die Garderobe Vorfreude. 2007 bezog er mit dem SCB die Umkleide der Gäste. Am Mittwoch wird sich der YB-Fan und Langnauer Captain dank des Heimvorteils in der Garderobe der Gelb-Schwarzen vorbereiten dürfen.

Berner Zeitung

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