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Ein Punkt und viel Unverständnis

Langnau verliert gegen Davos 1:2 nach Verlängerung – der «Fall DiDomenico» hat erste Folgen.

Wer hat den Puck? Chris DiDomenico (r.) und Pascal Berger (l.) versuchen sich gegen Perttu Lindgren zu behaupten.
Wer hat den Puck? Chris DiDomenico (r.) und Pascal Berger (l.) versuchen sich gegen Perttu Lindgren zu behaupten.
Marcel Bieri/Keystone

Man kann die SCL Tigers ganz gut mit einer Seifenoper vergleichen. Eine, die zur besten Sendezeit ausgestrahlt wird. Weil es selten an Unterhaltung mangelt, weil es Konflikte gibt zwischen den Hauptdarstellern, ein wenig Drama, ganz bestimmt immer wieder überraschende Wendungen. Und weil zuweilen aus Mücken Elefanten gemacht werden – über die der Zuschauer gleichermassen staunt und lacht.

In Langnau jedenfalls herrscht ein wenig Unruhe. Der «Fall DiDomenico» hat das Fass brodeln lassen, beim einen oder anderen sogar zum Überlaufen gebracht. DiDomenico wird die Tigers im Frühling bekanntlich verlassen. Der Verwaltungsrat ist nicht glücklich darüber; Karl Brügger tritt zwar nicht aus dem Gremium aus, gibt sein Amt als «Verantwortlicher Sport» aber per sofort ab. Präsident Peter Jakob bestätigt dies, er wird Brüggers administrative Aufgaben – etwa das Signieren von Spielerverträgen – vorläufig übernehmen. Wie auch immer: Die interne Aufarbeitung der Geschehnisse dürfte noch manch unangenehmes Gespräch mit sich bringen.

Maxwells Millimeterarbeit

DiDomenico seinerseits spielte gestern gegen Davos erstmals nach dem kommunizierten Abgang im Tigers-Dress. Von 6000 Zuschauern in der ausverkauften Ilfishalle wurde er empfangen, als wäre nichts gewesen. Was doch etwas erstaunte, hatte er die grosse Anhängerschaft vor dem Jahreswechsel doch einigermassen in Aufruhr versetzt.

DiDomenico spielte ordentlich, er hätte das 1:0 erzielen können in der 8. Minute, und kurz darauf nahm er gar artig taktische Anweisungen von Coach Heinz Ehlers entgegen. Für einen Moment schien es die gegenseitigen Animositäten nicht zu geben. Langnau erspielte sich im Startdrittel ein Chancenplus, der Ertrag indes blieb aus. Tigers-Goalie Ivars Punnenovs seinerseits brauchte gerade mal zwei Schüsse zu halten. Nach und nach aber kamen die Gäste besser ins Spiel, doch Langnau blieb aufsässig, spielte schwungvoll – die Partie bot weit mehr Action, als das 0:0 nach 40 Minuten vermuten liess.

Viel Kurzweil gab es im Schlussabschnitt. Und es waren die Davoser, welche von Undizipliniertheiten der Emmentaler profitierten. Im gleichen Einsatz hatten sich diese zwei Strafen geleistet, in doppelter Überzahl war es Aaron Palushaj, der reüssierte (46.). Eine weiteres Boxplay vermochten die Langnauer zu überstehen, und als sie wieder mit einem Mann weniger agieren mussten, erzielte Ben Maxwell tatsächlich den Ausgleich. Er erwischte Joren van Pottelberghe aus spitzem Winkel. Der Goalie deckte den Pfosten an und für sich gut ab, irgendeine winzige Lücke aber schien Maxwell gefunden zu haben.

Weil Mattias Tedenby nach 27 Sekunden in der Verlängerung den Davoser Sieg sicherte, blieb es beim einen Zähler fürs Heimteam. Und doch sprach Heinz Ehlers verständlicherweise von einem gewonnenen Punkt, «wir machten vieles richtig, und Davos war ein sehr starker Gegner».

Elos gelungener Einstand

Auf DiDomenico angesprochen, redete sich der Coach ein wenig in Rage. «Ich kann überhaupt nicht verstehen, weshalb sich immer alles um ihn dreht. Er ist ein guter Spieler. Aber es wird auch ohne ihn weitergehen, wir haben ohne ihn mehrere Spiele gewonnen.» Und sowieso: Im Moment sei Ben Maxwell der Mann der Stunde. Bereits am Donnerstag in Zürich hatte dieser zweimal getroffen.

Zum ersten Einsatz nach der Rückkehr kam Eero Elo, der Finne ging engagiert ans Werk. Szenenapplaus kriegte er, weil er einen Davoser mit einem Check auf die Spielerbank beförderte – es handelte sich um einen fliegenden Wechsel der etwas anderen Art. DiDomenico seinerseits wollte nach dem Spiel nicht sprechen. Beinahe hätte er in der Schlussphase der regulären Spielzeit ein Tor erzielt, sein Schuss aber landete an der Lattenunterkante. Es wäre ein kitschiges, aber passendes Ende gewesen.

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