Ein Momentum, das doch keines ist

Der SCB steigert sich zwar im Verlauf der ­Partie, verliert gegen den ZSC aber mit 2:4. Die Berner bleiben aber souveräner Leader – mit 13 Punkten Vorsprung.

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Manchmal ist es nicht schwierig, in einer Partie den Knackpunkt zu finden. Der Moment, wenn das Momentum von der einen Mannschaft zur anderen übergeht. Am Freitag war das kurz vor der Spielhälfte der Fall. So machte es jedenfalls den Anschein. Die ZSC Lions leisteten sich nämlich einen fatalen Lapsus, ja, eigentlich waren es zwei: Reto Schäppi musste nach einem Haken an Maxim Noreau auf die Strafbank, und weil sich auch noch ein Teamkollege von Schäppi zu viel auf dem Eis befunden hatte, mussten gleich zwei Zürcher auf die Strafbank.

Fünf gegen drei hiess es also, keine halbe Minute später traf das Heimteam zum 1:1. Torschütze: na klar, Noreau. Eine knappe halbe Minute später dribbelte sich Mason Raymond – der SCB spielte noch immer in Überzahl – sehenswert durch die ZSC-Verteidigung: 2:1 für die Berner. Tristan Scherwey hatte Lukas Flüeler die Sicht genommen und den Puck entscheidend abgelenkt.

SCB früh in Rückstand

Das gestrige Verletztenbulletin der ZSC Lions erinnerte fast ein wenig an den SCB vor zwei Jahren. Sieben Verletzte und einen Kranken beklagten sie, bemerkenswert dabei: Gleich sechs Spieler fehlten aufgrund von Hirnerschütterungen.

Trotzdem startete der Sechste der laufenden Meisterschaft besser ins Spiel als Bern und ging schon in der sechsten Spielminute in Führung. Der 21-jährige Jérôme Bachofner traf nach Vorarbeit Dave Sutters.

Anzumerken war den Zürchern auch nicht, dass der anfängliche Aufschwung nach dem jüngsten Trainerwechsel bereits wieder abgeflacht war. In der Weihnachtspause war Hans für Hans gekommen, Kossmann für Wallson. Nach einem 6:1 gegen Lugano zum Auftakt hatte das Kossmann-Team zuletzt aber zweimal gegen Fribourg-Got­téron verloren.

Spiele gegen den SCB hingegen hatten den Zürchern in dieser Saison gute Punkte eingebracht. Zwei von drei Parteien hatten sie gewonnen, 6 von 9 möglichen Punkten geholt.

Zu wenig effizient

Dem SCB fehlte gegen die Lions mit Simon Moser, Thomas Rüfenacht (beide verletzt) und Mark Arcobello (zweite und letzte Spielsperre) der gesamte erste Sturm, vor allem zu Beginn der Partie hätten die drei der Darbietung der Berner gutgetan. Sie seien eigentlich perfekt auf den Gegner eingestellt gewesen, sagte Beat Gerber später. Mit ihrem Auftakt war er trotzdem nicht zufrieden. «Wir kamen nicht gut aus der Garderobe», formulierte er es.

Die erste Drittelspause hatte seinem Team deshalb gutgetan, der Auftritt danach gefiel deutlich besser. Doch es sollte bei den Toren von Noreau und Scherwey bleiben, der SCB konnte dieses vermeintliche Momentum nicht nutzen. Roman Wick glich noch im Mitteldrittel aus, Inti Pestoni erzielte eine Viertelstunde vor Schluss das 3:2.

«Wir machten im letzten Drittel richtig viel Druck, doch der Puck wollte einfach nicht rein», sagte Gerber. Warum sich der SCB gegen die Zürcher schwertut in dieser Saison, dafür hatte er eine einfache Erklärung. «Wir sind gegen sie zu wenig effizient.» Gelegenheit, die jüngste Bilanz gegen den ZSC aufzupolieren, gibt es für den SCB allenfalls in den Playoffs. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.01.2018, 07:22 Uhr

Telegramm

Bern - ZSC Lions 2:4 (0:1, 2:1, 0:2)

16'395 Zuschauer. SR Eichmann/Tscherrig, Borga/Gurtner.

Tore: 6. Bachofner (Sutter) 0:1. 30. (29:18) Noreau (Raymond, Ebbett/Ausschlüsse Schäppi, Hinterkircher) 1:1. 30. (29:47) Scherwey (Raymond, Haas/Ausschluss Schäppi) 2:1. 39. Wick (Pettersson, Geering/Ausschluss Kamerzin) 2:2. 47. Pestoni (Suter, Sutter) 2:3. 57. Pettersson (Schäppi) 2:4.

Strafen: je 3mal 2 Minuten.

PostFinance-Topskorer: Ebbett; Pettersson.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Noreau, Gerber; Andersson, Krueger; Kamerzin, Burren; Bodenmann, Ebbett, Raymond; Hischier, Haas, Scherwey; Berger, Pyörälä, Meyer; Kämpf, Heim, Randegger.

ZSC Lions: Flüeler; Klein, Phil Baltisberger; Sutter, Geering; Seger, Guerra; Berni; Pettersson, Pelletier, Wick; Künzle, Suter, Pestoni; Chris Baltisberger, Schäppi, Herzog; Hinterkircher, Prassl, Bachofner.

Bemerkungen: Bern ohne Arcobello (gesperrt), Moser und Rüfenacht. ZSC ohne Korpikoski, Blindenbacher, Nilsson, Sjögren, Shore, Karrer, Kenins, Marti (alle verletzt) und Miranda (krank). - 21. Pfostenschuss Ebbett. - Bern ab 57:03 ohne Goalie. - Wick im letzten Drittel verletzt ausgeschieden.

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