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Ein Abend zum Vergessen für die Tigers

Die Langnauer verlieren in Lausanne 0:4 – wobei Eishockey phasenweise zur Nebensache wird.

Das Duell der Törhüter ging klar an Sandro Zurkirchen. Damiano Ciaccio (im Bild kassiert er den dritten Lausanner Treffer) bot den SCL Tigers diesmal wenig Rückhalt.
Das Duell der Törhüter ging klar an Sandro Zurkirchen. Damiano Ciaccio (im Bild kassiert er den dritten Lausanner Treffer) bot den SCL Tigers diesmal wenig Rückhalt.
Pascal Muller/freshfocus

Es ist das bekannte Tröpfchen zu viel, welches das Fass zum Überlaufen bringt. 35 Minuten sind im Lausanner Provisorium gespielt, als das Faustrecht zur ­Anwendung kommt. Tim Traber rächt sich mit einer Tracht Prügel an Claudio Cadonau, der ihn zuvor hart, aber keineswegs ­unfair checkte. Der Langnauer Verteidiger jedenfalls geht blutüberströmt zu Boden und wird hernach – wie Traber – mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe sanktioniert.

Es ist der negative Höhepunkt in diesem Rencontre, das den Schiedsrichtern Mark Lemelin und Michael Tscherrig in jener Phase völlig entgleitet. Im Mitteldrittel verteilen die beiden ganze 112 Strafminuten. Neben Cadonau und Traber muss auch Chris DiDomenico vorzeitig unter die Dusche; der heissblütige Kanadier echauffierte sich bei den Spielleitern laut und deutlich über ihre Leistung.

Es liegt gewiss nicht falsch, wer behauptet, die SCL Tigers hätten sich den Ausflug ins Waadtland sparen können. 0:4 unterliegen sie letztlich. Es ist eine Niederlage, die schmerzt – weil damit einer von vielen Konkurrenten im Kampf um einen Playoffplatz profitiert. Und vor allem, weil es die Langnauer dem LHC sehr einfach machten.

111 Sekunden reichen LHC

Denn die SCL Tigers waren sehr gut in die Partie gestartet, hatten den Gegner zu Beginn vollkommen im Griff. Sie bekundeten mit einem Pfostenschuss Benjamin Neukoms gar Pech. Doch dann gaben die Gäste ihre spielerischen Vorteile auf leichtfertige Art und Weise aus der Hand.

Binnen 111 Sekunden brachten Robin Grossmann und Christophe Bertschy den LHC in Führung – zweimal in Überzahl. Erst hatten sechs Langnauer auf dem Eis gestanden, dann musste Cadonau wegen hohen Stocks in die Kühlbox. So bescheiden die Equipe von Ville Peltonen bei fünf gegen fünf auftrat – ihr Powerplay liess sich sehen.

Ganz im Gegenteil zu jenem der SCL Tigers: Als sie unmittelbar nach der ersten Pause mit einem Mann mehr spielen konnten, schnappte sich Lausannes Topskorer Dustin Jeffrey die Scheibe und lief damit ungestört an mehreren Langnauern vorbei, um schliesslich das 3:0 zu erzielen.

Es war die Vorentscheidung – weil ab diesem Zeitpunkt Eishockey in Lausanne nicht mehr oberste Priorität hatte. Und weil die Gäste – als sich die Wogen nach dem turbulenten Mittel­drittel wieder geglättet hatten – zu keiner Reaktion mehr fähig waren.

Lange allerdings dürfen sich die Emmentaler nicht über den Ausrutscher ärgern. Schliesslich folgt nun die Doppelrunde gegen die ZSC Lions. Dabei handelt es sich erstens um einen weiteren direkten Konkurrenten im Kampf um einen Playoffplatz und zweitens um das neue Team von Arno Del Curto – für Spannung ist zweifellos gesorgt.

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