Drei dürfen nicht, einer will nicht

Die SCB-Kaderplanung für den Saison 2017/18 geht weiter: Verteidiger David Jobin, die Stürmer Marc Reichert und Marco Müller sowie Goaliecoach Reto Schürch verlassen den Club nach der Saison. Dafür könnte Cory Conacher zurückkehren.

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Reto Kirchhofer@rek_81

Der Dienstälteste ist beim SC Bern der Stillste. David Jobin, seit 1998 in der ersten Mannschaft engagiert, steht selten im Mittelpunkt. Am Mittwoch aber ist der ruhige Jurassier der gefragte Mann. Sportchef Alex Chatelain beschied dem 35 Jahre alten Verteidiger zuvor, der Klub werde den auslaufenden Vertrag im Frühling nicht mehr verlängern.

Eine Frage des Geldes war es nicht: Der SCB machte Jobin kein neues Angebot – auch keines mit tieferem Lohn. Sieben Abwehrspieler stehen für die nächste Saison bereits unter Vertrag. Für Jobin gibt es keinen Platz mehr. Die noch offenen Positionen sollen durch Akteure aus dem Nachwuchs besetzt werden.

Karriereende = Legendenstatus

«Ich kann den Entscheid akzeptieren», sagt Jobin. «Aber klar bin ich ein bisschen enttäuscht.» Der vierfache Meister hätte sich gewünscht, den Zeitpunkt des Abschieds vom SCB selbst zu bestimmen. «Aber ich bleibe positiv und möchte die letzte Saison mit Bern gut abschliessen.» Ob es zugleich Jobins letzte Saison als Eishockeyprofi sein wird? Der Verteidiger will mit dem Entscheid zuwarten. «Ich bin überzeugt, dass ich weiterspielen könnte. Aber ich weiss noch nicht, ob ich weiterspielen möchte.»

An Interessenten mangelt es nicht. Doch es erscheint eher unwahrscheinlich, dass Jobin just mit 35 Jahren doch noch seinen ersten Klubwechsel vornimmt, nachdem er in den letzten 18 Saisons nur einmal mit einem Transfer (nach Biel) liebäugelte. Zudem würde Jobin, sofern er die Karriere in Bern beendet, im Klub den Legendenstatus erreichen – Leibchen unter dem Hallendach und gesperrte Nummer 72 inklusive. «Klar, das wäre eine spezielle Sache», sagt Jobin.

Müller sagt dem SCB ab

Nicht nur für Jobin wird diese Saison die letzte in Bern sein. Der Vertrag mit Goalietrainer Reto Schürch wird nicht verlängert. Künftig soll Peter Reist (46) – er ist seit 2012 als Goalietrainer im Nachwuchs tätig – auch die Torhüter der ersten Mannschaft betreuen. Zudem ist der Abgang zweier Stürmer fix: Marc Reichert muss gehen, Marco Müller will. Reichert hat kein neues Angebot erhalten. «Der Klub hat immer fair kommuniziert. Ich akzeptiere das», sagt der erfahrene Angreifer (36).

Ihm war bereits im Spätfrühling beschieden worden, er könne sich trotz laufendem Vertrag einen neuen Verein suchen oder die Karriere beenden. Doch Reichert entschied sich für den Verbleib beim SCB. «Mein Gring hat keinen anderen Entscheid zugelassen. Der Zeitpunkt fürs Ende ist noch nicht gekommen», begründete er. Nun sagt Reichert: «Ich habe noch nicht entschieden, ob ich aufhören werde.» Auch bei ihm dürfte die Tendenz in Richtung Rücktritt gehen. Anders verhält es sich bei Marco Müller. Ihm wurde ein neuer Vertrag offeriert. Der Flügel (22) erteilte dem Sportchef diese Woche eine Absage. Müller wird im Sommer zu einem NLA-Klub ausserhalb des Bernbiets wechseln, wo er sich mehr Eiszeit und Verantwortung erhofft.

Conacher und das Comeback

Ganz oben auf der Traktandenliste steht bei Alex Chatelain die Verpflichtung eines fünften Ausländers. Verteidiger Maxim No­reau dürfte noch ein paar Wochen lang fehlen. Der Kanadier hat sich vor Wochenfrist in Langnau bei einem Check von Roland Gerber verletzt. Chatelain sucht aber keinen Noreau-Ersatz. Im Idealfall wird ein Angreifer verpflichtet, der sowohl Center als auch Flügel spielen kann.

Der letztjährige Topskorer Cory Conacher – er spielt in der AHL für Syracuse, das Farmteam von Tampa Bay – zeigt Interesse an der Rückkehr. Sportchef und Stürmer stehen in Kontakt. Allerdings ist Conacher primär ein Kandidat für die kommende Saison. Dass der Kanadier noch diesen Frühling im SCB-Dress zu sehen sein wird, sei «unwahrscheinlich», sagt Chatelain.

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