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Doch kein Halswirbel gebrochen

Entwarnung bei Martin Gerber: Die ersten Diagnosen der russischen Ärzte haben sich nicht bestätigt. Es ist kein Halswirbel gebrochen.

Moralische Unterstützung: Freundin Bettina, die gemeinsame Tochter Lina und Hund Asti stehen Martin Gerber in Moskau zur Seite.
Moralische Unterstützung: Freundin Bettina, die gemeinsame Tochter Lina und Hund Asti stehen Martin Gerber in Moskau zur Seite.
Peter Eggimann

Martin Gerber, Torhüter bei Atlant Mytischtschi in der russischen Kontinental Hockey League (KHL), hat sich im Auswärtsspiel am Sonntag gegen Witias Tschechow weniger schwer verletzt als befürchtet. Der Schweizer Nationaltorhüter zog sich nach dem Zusammenprall mit Tschechow-Stürmer Alexander Romanow eine Halswirbelprellung zu. In ersten Diagnosen sprachen die Ärzte von einer Kompressionsfraktur des dritten beziehungsweise vierten Halswirbels, was für Gerber das Saisonende bedeutet hätte. Der 35-jährige Emmentaler wurde gestern von Podolsk in eine Spezialklinik nach Moskau gefahren. Der Transport in die 40 Kilometer nördlich gelegene Hauptstadt erfolgte mit einem Personenwagen. Heute soll eine MRI-Untersuchung über den genauen Gesundheitszustand aufklären.

Gerber gibt Entwarnung

«Es geht mir den Umständen entsprechend gut», sagte Martin Gerber gestern. «Ich verspüre noch ein Kribbeln im rechten Arm.» Glücklicherweise hätten sich die Diagnosen der Ärzte nach dem ersten Röntgenbild nicht bewahrheitet, betont der 105-fache Nationalspieler. «Das Wichtigste ist, dass keine Halswirbel verschoben sind.»

Nach der Kopf-gegen-Kopf-Kollision mit Romanow sei er erschrocken und habe sich so seine Gedanken gemacht, gestand Gerber. Er habe dann seine Freundin Bettina angerufen, die nicht im Stadion war. «Martin informierte mich über den Unfall. Es sei nicht so schlimm. Er sprach ruhig und nahm das Ganze relativ gelassen», sagte Bettina Täschler. Am Sonntagabend verbreiteten die russische Internetseite lifesports.ru und die Zeitung «Sowjetski Sport» dramatische Meldungen über den Gesundheitszustand von Gerber. «Zum Glück hatte ich zuvor Martins Stimme gehört. So konnte ich die Lage einigermassen einschätzen», berichtete die 29-jährige Langnauerin. Die gelernte Krankenschwester hält sich mit Tochter Lina – sie wurde am 7.Oktober in Moskau geboren – und Mischlingshund Asti in Gerbers Reihenhaus im Moskauer Stadtteil Kurkino auf.

Gerber hofft auf Olympia

Der Stanleycupsieger (2006 Carolina) hat weder die KHL-Meisterschaft noch die Olympischen Spiele in Vancouver (12. bis 28. Februar) abgeschrieben. «Martin Gerber war am Sonntagabend gut aufgelegt. Er geht im Moment eher von einer kurzen als von einer langen Pause aus», sagte Nationalcoach Ralph Krueger, der über den Schweizer Teamarzt Kontakt zum Goalie hält.

Mytischtschi will klagen

Der Moskauer Vorortklub Atlant Mytischtschi will Tschechow bei der KHL wegen dessen grober Spielweise verklagen. Nur wegen zahlreicher Regelverstösse habe Tschechow 5:4 gewonnen, meinte Atlant-Klubpräsident Alexander Kasakow. Der Zusammenprall zwischen Romanow und Gerber geschah unglücklich; Romanow hatte wegen Mytischtschi-Verteidiger Leonid Kanarejkin das Gleichgewicht verloren. Kanarejkin wurde für die Behinderung von Romanow mit einer Zweiminutenstrafe belegt.

Im Oktober waren die beiden Teams schon einmal aneinander geraten. Nach dem Schlusspfiff schlug der kanadische Tschechow-Stürmer Darcy Verot Gerber den Ellbogen ins Gesicht; Gerber rächte sich mit den Fäusten und erhielt für seine Schlägerei eine Matchstrafe.

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