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Die Rangers demonstrierten Solidität und NHL-Klasse

Das NHL-Team aus New York wurde vom SC Bern nicht gefordert und beeindruckte trotzdem.

Volles Haus beim Freundschaftsspiel zwischen den New York Rangers und dem SC Bern.
Volles Haus beim Freundschaftsspiel zwischen den New York Rangers und dem SC Bern.
Keystone
Dan Girardi eröffnet das Skore mit dem ersten Tor.
Dan Girardi eröffnet das Skore mit dem ersten Tor.
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Lange Gesichter beim SC Bern, Zufriedenheit bei den New Yorkern. Der NHL-Klub fegt die Lokalmatadoren mit 8:1 vom Feld.
Lange Gesichter beim SC Bern, Zufriedenheit bei den New Yorkern. Der NHL-Klub fegt die Lokalmatadoren mit 8:1 vom Feld.
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Die LA Kings hatten vor einem Jahr bei ihren Tests in Salzburg vor dem Saisonstart der NHL gegen die Red Bulls und Färjestad erhebliche Mühe gehabt. Die New York Rangers dagegen demontierten gestern das vielleicht beste Schweizer Team in dessen Arena. Die 20 Teilnehmer am Schweizer Trainerkurs, der gestern begann, zeigten sich jedenfalls tief beeindruckt von der Vorstellung des NHL-Klubs.

Der Bieler Sportchef Kevin Schläpfer musste zum Beispiel das Forechecking der Rangers studieren und danach darüber referieren. Der Tenor war in der Gruppe eindeutig: Der Gast beherrscht die Basics dieses Sports besser. Die Spieler sind technisch und läuferisch eine Klasse stärker. Das Passspiel ist schnell und sicher, und man vermeidet die Stockarbeit am Gegner, die unweigerlich geahndet wird. Man habe auch gesehen, weshalb die SCB-Ausländer in der hiesigen Liga engagiert sind und nicht in der NHL, sagte Ausbildungschef Manuele Celio. Die Umstellung auf das breitere Eisfeld war kein Nachteil, schien die New Yorker eher zu begünstigen.

Begeistert vom lauten Publikum

Die Rangers liessen in der Beurteilung Milde walten. «Der SCB hat durch seine Aktionen im ersten Drittel unsere Aufmerksamkeit erhalten», sagte Headcoach Tom Renney. Center Scott Gomez, der zusammen mit dem (gestern geschonten) Goalie Henrik Lund-qvist und dem neuen Verteidiger Wade Redden einen gewissen Starstatus geniesst, sprach von einem ungerechten Resultat und zeigte sich begeistert vom lauten Publikum, das seinen guten Ruf verdient habe, der offenbar bis nach Nordamerika gedrungen ist.

Für Renney half das starke Powerplay den Rangers, dann auch bei Normalbestand offensive Gefährlichkeit zu kreieren. Das war in der Vorbereitung bisher das Hauptproblem des Teams gewesen. Dass es gegen den russischen Spitzenklub Magnitogorsk heute in jeder Beziehung eine ungleich bessere Leistung braucht, ist dem Coach klar. Er bekräftigte allerdings bei allem Lob für den Event in der Postfinance-Arena, dass es den Rangersvor allem um die beiden Partien gegen Tampa Bay am Wochenende in Prag geht. Dann stehen vier Punkte, die zählen, auf dem Spiel.

Die Rangers kamen in Bern relativ leicht zu ihrem Kantersieg. Dass die Premiere phasenweise eine eher laue Angelegenheit war, ist ihnen nicht anzulasten. Mit einer gewissen Wehmut erinnerte man sich an den ersten Auftritt der Sowjetunion gegen die Schweiz vor 22 Jahren an gleicher Stelle mit dem Zauber der Sputniks oder an das 7:6-Spektakel, das die Sommerfrischler «Jaromir Jagr and Friends» im Sommer 04 an gleicher Stelle gegen den SCB boten.

Die Rangers, die früher gerne ihrer Reputation des verwöhnten Starensembles nachgelebt hatten, verkörperten gestern dagegen Seriosität, Solidität und NHL-Klasse. Sie boten idealen Anschauungsunterricht für die Zauberlehrlinge im Trainerkurs.

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