Die Mutzen überrollen Gastgeber Davos

Der SC Bern feiert in Davos mit dem 6:1 den höchsten Auswärtssieg der Saison. Doppeltorschütze Simon Bodenmann war mit Goalie Leonardo Genoni der auffälligste Berner.

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Peter Berger@PeterBerger67

Nach 20 Minuten reagierte Arno Del Curto. Der HCD-Trainer ersetzte Goalie Joren van Pottelberghe durch Gilles Senn. Die beiden hatten zuvor je 9 Spiele absolviert, van Pottelberghe wies mit 92,28 Prozent leicht die bessere Fangquote auf als Senn (90,94). Doch beide erwischten gestern keinen guten Abend – der HCD verlor schliesslich 1:6.

Van Pottelberghe liess sich in der 18. Minute innerhalb von 15 Sekunden mit zwei Distanzschüssen bezwingen. Erst hatte ihn Simon Bodenmann, dann Ramon Untersander erwischt. Bodenmann spielte nach Bekanntgabe seines Wechsels zu den ZSC Lions befreit auf. «Ich fühlte mich auch vorher nicht schlecht, aber bestimmt ist der Kopf jetzt wieder etwas freier», meinte der Flügel.

Im zweiten Drittel dauerte es bloss 39 Sekunden, bis Bodenmann auch Senn erstmals bezwungen hatte. Kurz nach Spielmitte kassierte Senn einen Gegentreffer, der zu parieren gewesen wäre. Diesmal war Mark Arcobello der Profiteur. Mit dem 5:0-Vorsprung war die Partie frühzeitig entschieden.

«Wir verwalteten den Vorsprung souverän», meinte Bodenmann. Und weil die Davoser nicht nur im Abschluss sündigten, sondern auch im Powerplay nicht überzeugten, konnte der SCB sogar etwas Energie für das heutige Heimspiel gegen Zug sparen. Der EVZ verlor gestern zum sechsten Mal in Folge.

HCD-Startfurioso

Daheim hatte der SCB diese Saison nach dem 6:1-Startsieg gegen Freiburg auch schon Kloten (9:2) gedemütigt. Auswärts indes war das gestern der deutlichste Sieg. Dieser kam unverhofft. Nach zuletzt sechs Heimsiegen in Serie traten die Davoser nämlich selbstbewusst auf und schnürten den Meister minutenlang in dessen Drittel ein.

Der SCB konnte sich in dieser Phase auf Leonardo Genoni verlassen. Der Vorgänger des Duos van Pottelberghe / Senn war einmal mehr entscheidend. Denn hätten die Bündner aus ihrem Startfurioso Profit schlagen können, hätte alles anders ausgehen können. Mit dem Sicherheit ausstrahlenden Genoni im Rücken erduldeten die Berner die HCD-Druckphase. Erst nach zehn Minuten fanden auch sie besser ins Spiel und konnten sich mit einzelnen Angriffen etwas Luft verschaffen.

Dass das Team von Kari Jalonen eben auch über enorm viel Klasse verfügt, zeigte dann die erste Sturmlinie. Simon Moser, Arcobello und Thomas Rüfenacht schlossen einen gekonnt vorgetragenen Angriff erfolgreich ab. Rüfenacht durfte ­dabei gleich dreimal ungestört Anlauf nehmen, bis der Abpraller verwertet war. Am Ende resümierte Trainer Jalonen zufrieden: «Genoni hielt stark, jeder erledigte seinen Job. Das sind drei gute Punkte.» Und auf die «leichten» Tore angesprochen, meinte der Finne kurz: «Das passiert eben manchmal.»

Kämpf verletzt

Der Ausflug ins Bündnerland war jedoch für einige Berner auch mit Schmerzen verbunden. Der frühere HCD-Junior Marc Kämpf wurde bei seinem ersten Spiel in Davos gegen seinen Stammklub von einem Schuss von Tim Grossniklaus an der Hand getroffen.

Der Stürmer musste im letzten Abschnitt Forfait geben. «Ich konnte den Stock nicht mehr halten, zudem schmerzte mich der Fuss», sagte Kämpf. Jérémie Kamerzin musste nach einem Check von Dino Wieser zwischenzeitlich in die Garderobe. Der Verteidiger konnte die Partie aber beenden.

Matchtelegramm:

Davos - Bern 1:6 (0:3, 0:2, 1:1) 4924 Zuschauer. - SR Stricker/Urban, Fluri/Kovacs. - Tore: 14. Rüfenacht (Arcobello, Moser) 0:1. 18. (17:12) Bodenmann (Untersander) 0:2. 18. (17:27) Untersander (Haas, Kämpf) 0:3. 21. (20:39) Bodenmann (Raymond, Noreau) 0:4. 33. Arcobello (Rüfenacht, Untersander) 0:5. 49. Marc Wieser (Corvi, Du Bois) 1:5. 55. Moser 1:6. - Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Davos, 2mal 2 Minuten gegen Bern. - PostFinance-Topskorer: Marc Wieser, Ebbett.

Davos: Von Pottelberghe/Senn (ab 21.); Du Bois, Barandun; Aeschlimann, Nygren; Schneeberger, Paschoud; Jung, Grossniklaus; Eggenberger, Corvi, Ambühl; Marc Wieser, Kousal, Little; Kessler, Egli, Dino Wieser; Simion, Walser, Jörg.

Bern: Genoni; Untersander, Blum; Burren, Noreau; Kamerzin, Krueger; Rüfenacht, Arcobello, Moser; Bodenmann, Ebbett, Raymond; Kämpf, Haas, Scherwey; Hischier, Heim, Randegger; Meyer.

Bemerkungen: Davos ohne Lindgren und Heldner, (beide verletzt), Sciaroni (überzählig), Bern ohne Beat Gerber, Berger und Andersson (alle verletzt), Pyörälä (überzähliger Ausländer). 40. Kämpf verletzt ausgeschieden.

Berner Zeitung

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