Zum Hauptinhalt springen

Die Blamage hat viele Väter

Der SC Bern gibt in dieser Saison auf wie neben dem Eis ein schlechtes Bild ab. Nun hat er die Quittung erhalten.

Der Abgang des Captains: Martin Plüss verlässt das Hallenstadion. Der Auftritt des SCB in Zürich bezeichnet er als «Spiegelbild unserer Saison».
Der Abgang des Captains: Martin Plüss verlässt das Hallenstadion. Der Auftritt des SCB in Zürich bezeichnet er als «Spiegelbild unserer Saison».
Andreas Blatter
Matchentscheidend: Geoff Kinrade (rechts) traf in Unterzahl Ryan Keller mit dem Stock am Kopf. Als Kinrade draussen war, schossen die ZSC Lions vier Tore.
Matchentscheidend: Geoff Kinrade (rechts) traf in Unterzahl Ryan Keller mit dem Stock am Kopf. Als Kinrade draussen war, schossen die ZSC Lions vier Tore.
Andreas Blatter
Wegen Lausannes Sieg in Freiburg, spielte die jüngste Niederlage des SCB aber ohnehin keine Rolle mehr.
Wegen Lausannes Sieg in Freiburg, spielte die jüngste Niederlage des SCB aber ohnehin keine Rolle mehr.
Keystone
1 / 10

Die verpasste Playoff-Teilnahme des SC Bern steht am Ende einer Fehlerkette, die von den Verantwortlichen aus unglücklichen Entscheidungen und Widersprüchen zusammengeflochten worden ist.

Für die Trainerposse – der SCB hat in dieser Spielzeit je dreiCheftrainer und Assistenten beschäftigt – ist Marc Lüthi verantwortlich. Sechs Runden vor Qualifikationsende verpflichtete er Guy Boucher, den er im November noch abgelehnt hatte. Weil Kontinuität auf dem Trainerposten in Bern ein Fremdwort ist, befand sich die Mannschaft zuweilen weniger auf der Suche nach dem Erfolg als vielmehr nach ihrer Identität.

Sven Leuenberger ist es nicht gelungen, einer Mannschaft, welche den Zenit überschritten hat, die dringend benötigte Verjüngungs- und Auffrischungskur zu verpassen. Stattdessen holte der Sportchef Spieler, die er in der Vergangenheit als zu alt oder den SCB-Ansprüchen nicht genügend eingestuft hatte. Nur: Nach vier Jahren des Höhenflugs hat Leuenberger Kredit verdient. Seine Aufgabe dürfte aber nicht einfacher werden. Der SCB hat für helvetische Topspieler an Anziehungskraft eingebüsst, was auch auf das hektische Umfeld und den nicht immer berechenbaren CEO zurückzuführen ist.

Zu schlechter Letzt wären da noch die Spieler. Weil vorab die Änderungen im Trainerstab für Schlagzeilen sorgten, wurde kaum thematisiert, dass die Mannschaft keine Einheit mehr bildet. Es mangelt an Führungsfiguren (Captain Martin Plüss ausgeklammert), die ihre Rolle auf wie neben dem Eis glaubhaft interpretieren. Statt sich vehement gegen den Abwärtstrend zu stemmen, verstrickten sich ein paar Protagonisten in interne Ränkespiele. Merke: Auch Erfolgssättigung schützt nicht vor Futterneid. Und so heisst es ab Dienstag: Willkommen zum Charaktertest, SC Bern.

Mail: reto.kirchhofer@bernerzeitung.ch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch