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Des Riesentöters nächster Streich

Die SCL Tigers haben den Viertelfinal des Schweizer Cups gegen Ajoie 3:4 nach Verlängerung verloren. Mit Lausanne, den ZSC Lions und Langnau haben die Jurassier nun drei Oberklassige eliminiert.

In Pruntrut steht eine von zwei Lamborghini-Garagen in der Schweiz. Die Filiale des italienischen Luxusautoherstellers liegt unmittelbar neben der Patinoire de Voyeboeuf, was einen krassen Gegensatz bildet: Hier die prächtigen Karossen mit dem stolzen Stier im Logo, dort die in die Jahre gekommene Eishalle, in welcher die Zeit scheinbar stehen ­geblieben ist.

Am Dienstag aber spielte die Musik wieder einmal in der Heimstätte des HC Ajoie. Um 22.01 erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Eben hatte Auguste Impose in der Verlängerung den 4:3-Siegtreffer erzielt, worauf sich ein Grossteil der 1627 Zuschauer in den Armen lag.

Für den Swiss-League-Vertreter ist der Cup eine grosse Sache. Und so überrascht es kaum, trat die Equipe von Gary Sheehan am Dienstag topmotiviert auf. Nun, eigentlich hätte man dies auch von den SCL Tigers erwarten können, ja müssen. Schliesslich lautete ihr Ziel, so weit wie möglich zu kommen. «Wir nehmen den Cup absolut ernst», hatte Sportchef Jörg Reber vor der ­Partie in Pruntrut betont.

Enttäuschter Ehlers

Nun, diesen Eindruck haben die Emmentaler am Dienstag nicht hinterlassen. Es war ein nonchalanter, fahriger Auftritt des Favoriten. «Ich bin unglaublich enttäuscht», hielt Heinz Ehlers fest. «Es tut mir leid für den Klub und die Fans, einige Spieler haben schlicht keinen Respekt gezeigt.» Dabei hatte der Coach seine Akteure mehrfach gewarnt.

«Ich war fünf Jahre Trainer in der NLB, ich weiss, wie schwierig es selbst für eine Spitzenmannschaft ist, hier zu gewinnen.» Entsprechend waren die Langnauer auch in Bestbesetzung in den Jura gereist. Abgesehen von den Verletzten – seit letztem Wochenende zählen auch Emanuel Peter (Sprunggelenk/6 Wochen Pause) und Benjamin Neukom (Schnittwunde/1 Woche) zum Lazarett – und dem leicht angeschlagenen Ville Kostinen wurde kein Spieler geschont.

Es nützte nichts. Der HC Ajoie kämpfte, rannte und spielte munter auf. In der 17. Minute traf Reto Schmutz zur Führung, worauf sich die Fans auf den Sitzplätzen erstmals erhoben, es sollte nicht das einzige Mal an diesem Abend sein. Und Langnau? Nun, die Equipe von Heinz Ehlers kam durch Eric Himelfarb und Raphael Kuonen zur zwischenzeitlichen Führung.

Aber kaum lagen sie vorne, verfielen die Gäste ­wieder in Lethargie. Die Ajoulots wusste dies auszunutzen, schnürten den Favoriten in dessen Zone ein – minutenlang. Und als dann Mathieu Maret und der ehemalige SCB-Junior Kevin ­Ryser binnen 36 Sekunden aus dem 1:2 ein 3:2 machten, war die Patinoire de Voyeboeuf definitv ein Tollhaus. Die SCL Tigers vermochten durch Eero Elo nochmals zu reagieren, mehr hatte der Favorit allerdings nicht zu bieten.

Schöne Stange Geld

Damit hat der HC Ajoie nun nach Lausanne und den ZSC Lions bereits den dritten National-League-Klub eliminiert. Das bringt den Jurassiern bereits 105'000 Franken Prämie ein, eine ordentliche Summe für einen Swiss-League-Klub.

Auch die Tigers hätten das Geld gerne genommen, sie müssen sich jedoch mit 65'000 Franken zufriedengeben – dieser Betrag respektive die Teilnahme am Cup-Viertelfinal war budgetiert gewesen. Aber damit lässt sich nicht einmal ein halber Occasion-Lamborghini in der Pruntruter Garage ­finanzieren.

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