Der Schweiz gelingt der Auftakt zum Deutschland-Cup

Das Eishockey-Nationalteam bezwingt in Augsburg den Erzrivalen Deutschland trotz eines verschossenen Penaltys mit 3:2.

Feiern den 2:1-Führungstreffer: Debütant Vincent Praplan (l.) und Gregory Hofmann. (6. November 2015)

Feiern den 2:1-Führungstreffer: Debütant Vincent Praplan (l.) und Gregory Hofmann. (6. November 2015) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die besten Schweizer Szenen spielten sich im zweiten Abschnitt ab, den die Schweizer mit 12:6 Torschüssen dominierten. Nach 25 Minuten gelang Simon Moser mit der ersten Schweizer Torchance im gesamten Spiel der 1:1-Ausgleich. Julian Walker beförderte den Puck per «Buebetrickli» vors Tor, wo Moser einschoss. Fünf Minuten später realisierte Gregory Hofmann während des zweiten Schweizer Überzahlspiels das Führungstor.

Auch Hofmann konnte aus geringer Distanz einschieben. Der Puck lag frei vor dem offenen Goal, nachdem Debütant Vincent Praplan einen Schuss von Lino Martschini gefährlich abgefälscht hatte. Nach 32 Minuten bot sich wieder Hofmann die Chance zur frühen Vorentscheidung. Er scheiterte aber gleich zweimal solo an Goalie Dennis Endras, zuerst aus dem Spiel heraus, dann mit einem Penalty.

Siegestreffer kurz nach Ausgleich

Das entscheidende Tor erzielte Lino Martschini acht Minuten vor Schluss. Dreieinhalb Minuten vorher waren die Deutschen nochmals zum Ausgleich gekommen. Martschini musste den Puck bloss noch über die Linie wischen, nachdem der Puck nach einem Weitschuss von Timo Helbling hinter Goalie Endras freigelegen hatte. Beim Siegestor zum 3:2 spielten die Schweizer wiederum Powerplay.

Aus sechs Überzahlmöglichkeiten erzielten sie zwei Tore. Und das erste Schweizer Tor fiel unmittelbar nach einer abgelaufenen deutschen Strafe. An der letzten Weltmeisterschaft in Prag unter Glen Hanlon hatten die Schweizer mit mehr Spielern auf dem Eis rein gar nichts zu Stande gebracht.

Fehler von erfahrenen Spielern

Hätte Deutschland mit mehr Spielern auf dem Eis so effizient gespielt wie die Schweiz, die Partie wäre bereits in der ersten Pause mehr als vorentschieden gewesen. Denn die Schweizer leisteten sich einen miserablen Beginn, einen der schlechtesten einer Schweizer Nationalmannschaft in den letzten Jahren. Die Schweizer agierten wirr und undiszipliniert. Und nicht die unerfahrenen Debütanten, sondern die «echten» Nationalspieler leisteten sich die Fehler.

Die ersten fünf Strafen gingen alle auf das Konto von Reto Suri, Robin Grossmann und Etienne Froidevaux, lauter ehemaligen WM-Teilnehmern. Reto Suri wurde nach einer Viertelstunde für ein Stockfoul sogar (streng) ausgeschlossen. Mehr als die Hälfte des ersten Abschnitts (11 Minuten) spielte die Schweiz in Unterzahl, zwei Minuten lang sogar nur zu dritt gegen fünf deutsche Feldspieler.

Aber die Schweizer steigerten sich nach dem Fehlstart. Dank dem ersten Sieg in der regulären Spielzeit am Deutschland-Cup gegen Deutschland seit sieben Jahren spielen die Schweizer heute Samstagnachmittag gegen die USA womöglich schon um den Turniersieg. Die Amerikaner besiegten am Freitag die Slowakei mit 1:0. Bei Punktgleichheit zwischen zwei Teams entscheidet am Ende die Direktbegegnung über die bessere Platzierung.

Deutschland - Schweiz 2:3 (1:0, 0:2, 1:1) Augsburg. – 4258 Zuschauer. SR Bauer/Pesina (De/Tsch), Büse/Neutzer (De). Tore: 18. Gogulla (Hager, Schütz/Ausschlüsse Suri, Grossmann) 1:0. 25. Simon Moser (Julian Walker) 1:1. 30. Gregory Hofmann (Praplan, Martschini/Ausschluss David Wolf) 1:2. 49. Boyle (Ankert) 2:2. 52. Martschini (Frick, Helbling/Ausschluss Krämmer) 2:3. Strafen: 8mal 2 plus 2mal 10 Minuten (David Wolf, Hager) gegen Deutschland, 8mal 2 plus 5 Minuten (Suri) plus Spieldauer (Suri) gegen Deutschland. Deutschland: Endras; Ankert, Akdag; Daschner, Moritz Müller; Boyle, Nikolai Goc; Ebner; Flaake, Kahun, David Wolf; Reimer, Ehliz, Schütz; Macek, Hager, Gogulla; Krämmer, Marcel Müller, Pietta. Schweiz: Benjamin Conz; Loeffel, Leeger; Chiesa, Grossmann; Helbling, Frick; Stoop, Phil Baltisberger; Martschini, Praplan, Suri; Simon Moser, Julian Walker, Mottet; Pestoni, Froidevaux, Gregory Hofmann; Fuchs, Lammer, Künzle. Bemerkungen: Schweiz ohne Zurkirchen (Ersatz) und Cunti (angeschlagen). Gregory Hofmann scheitert mit Penalty an Endras (33.). – Torschüsse: Deutschland 26 (11-6-9); Schweiz 23 (5-12-6). Powerplay-Ausbeute: Deutschland 1/6; Schweiz 2/6. (rre/si)

Erstellt: 06.11.2015, 22:22 Uhr

Artikel zum Thema

«Es muss unser Ziel sein, einen Schweizer Trainer zu haben»

Die Suche nach dem neuen Trainer der Eishockey-Nati läuft. Das Ziel lautet «mehr Swissness». Gehandelt werden dürfte etwa Arno Del Curto. Mehr...

Die Trennung von Hanlon, ein rätselhafter Schnellschuss

KOMMENTAR Der Coach des Schweizer Eishockey-Nationalteams muss gehen, aber der Verband lässt viele Fragen offen. Und warum wird Felix Hollenstein nur «bis auf weiteres» sein Nachfolger? Mehr...

Paid Post

Langlaufträume in Österreichs Winterwunderland

Seefeld und Achensee verbinden Natur, Sport und Kulinarik. Zwei Profis verraten Ihnen ihre Geheimtipps.

Kommentare

Blogs

Geldblog So werden Sie im Alter zum Lebenskünstler

Mamablog Gewalt entsteht aus Überforderung

Die Welt in Bildern

Ungewisse Zukunft: Ein Indischer Fischer wartet in einem Gefängnis in Karachi, Pakistan auf seine Bestrafung. Er wurde gemeinsam mit elf weiteren Männern von der Marine aufgegriffen, als sie versehentlich in pakistanischem Hoheitsgebiet unterwegs waren. Indien und Pakistan nehmen regelmässig Fischer des jeweils anderen Landes fest, da die Territorien im Meer nicht klar abgegrenzt sind. (18. November 2018)
(Bild: SHAHZAIB AKBER) Mehr...