Der SCB hat gut lachen

Einmal mehr können die Verantwortlichen des SC Bern eine gute Bilanz präsentieren. Und die Berner haben Lust auf mehr: Um sportlich konkurrenzfähig zu bleiben, erwerben sie vier weitere Gastronomiebetriebe.

Ein Reingewinn von knapp 76000 Franken und weiteres Wachstum: SCB-CEO Marc Lüthi (l.) und VR-Präsident Walter Born können erneut auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken.<p class='credit'>(Bild: Andreas Blatter)</p>

Ein Reingewinn von knapp 76000 Franken und weiteres Wachstum: SCB-CEO Marc Lüthi (l.) und VR-Präsident Walter Born können erneut auf ein gutes Geschäftsjahr zurückblicken.

(Bild: Andreas Blatter)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Noch rasch die Brille reinigen, und dann kann es auch schon losgehen. Doch ob mit oder ohne Sehhilfe – man darf durchaus behaupten, dass SCB-CEO Marc Lüthi den Durchblick hat. Am Montag präsentierte die SCB Eishockey AG anlässlich ihrer Vorsaison-Medienkonferenz die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Und wie immer seit 2000 hat sie auch dieses wirtschaftlich positiv abgeschlossen.

Mehr Gastronomie

Die SCB Eishockey AG erwirtschaftete einen Reingewinn von rund 76'000 Franken; vor allen Abschreibungen, Zinsen und Steuern weist die Erfolgsrechnung ein Plus von 900'000 Franken auf. Der Gesamtumsatz der SCB-Gruppe (Sport, Junioren- und Gastronomieabteilung) liegt bei über 50 Millionen Franken. Sechzehn Betriebe zählt die SCB-Gastrogruppe bereits; in den nächsten zwölf Monaten werden vier weitere dazukommen. Dazu gehören das Mappamondo in der Länggasse und der Take-away-Imbiss The Beef Burger, der an zentraler Lage eröffnet werden soll. «Der Sport bleibt im Zentrum», sagte Verwaltungsratspräsident Walter Born. Aber: Um das Kerngeschäft zu stärken, muss der SC Bern wachsen.

Nach der Saison 2013/2014, in welcher die Mutzen erstmals die Playoffs verpasst hatten, rehabilitierten sie sich in der abgelaufenen Spielzeit mit dem Einzug in den Halbfinal und dem Cupsieg. Das wirkte sich auf das Geschäftsergebnis aus. Unter «Personal/Honorare» wurden im Vergleich zum Vorjahr Mehrkosten von rund zwei Millionen Franken verbucht – aus drei Gründen: Erstens benötigte der SCB wegen zusätzlicher Heimspiele mehr Personal, zweitens musste der Klub wieder Erfolgsprämien an seine Spieler ausschütten, und drittens stieg das Lohnvolumen der ersten Mannschaft.

Mehr Sitzplätze

Analog zum wirtschaftlichen Erfolg stellen die Zuschauerzahlen in Bern eine Konstante dar. Im Schnitt verfolgten 16264 Besucher die Heimspiele der Mutzen, was einer 95-prozentigen Auslastung der Postfinance-Arena entspricht und zum 14.Mal in Folge den Bestwert aller europäischen Eishockeyvereine bedeutete. «Ich weiss auch nach achtzehn Jahren immer noch nicht, weshalb das so ist», meinte Marc Lüthi, «aber wir sollten es geniessen.»

Gewiss präsentierte die SCB-Klubleitung am Montag auch Neues. So wurden die Preise für die Saisonabonnemente erstmals seit zehn Jahren um 10 Prozent erhöht. Über diesen Schritt habe man in der Geschäftsleitung lange diskutiert, erklärte Lüthi. Für die Fans jedenfalls scheint diese Anpassung kein Problem zu sein. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt die Abweichung im Vorverkauf nur gerade knapp 100 Tickets. Damit ist absehbar, dass der SCB den Verkauf der Saisonabonnemente wie in den letzten Jahren bei 13'000 stoppen wird. Verändert hat sich überdies die Zuschauerkapazität im grössten Schweizer Eishockeystadion: Zugunsten von 300 Sitzplätzen wurden 400 Stehplätze gestrichen. Damit reagiert der Klub auf die grosse Nachfrage; in den letzten Jahren waren die Sitzplätze jeweils ausverkauft.

Am 9.September beginnt die Saison für den SCB mit dem Auswärtsspiel bei den ZSC Lions. Zwei Tage später gastieren die SCL Tigers zum Derby in der Hauptstadt. Man wolle möglichst schnell aus den Startlöchern kommen, umschrieb Sportchef Sven Leuenberger die Zielvorgabe und präzisierte dann: «Wir wollen uns in den Top 4 etablieren.» Das Wort Meister hat am Montag niemand in den Mund genommen. Vielleicht auch, weil sich derlei Äusserungen je nach Saisonverlauf zum Bumerang entwickeln können. Ein entsprechendes Beispiel hierfür liefert derzeit ein anderer Berner Sportverein.

Berner Zeitung

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