Der SC Bern hält sein Versprechen

Der SC Bern besiegt Servette in Spiel fünf des Playoff-Viertelfinals. Ganz so, wie es der Trainer versprochen hat.

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Adrian Ruch

Es ist eine Episode, die in die Geschichte der National Hockey League eingegangen ist: Mark Messier, legendärer Captain der New York Rangers, garantiert 1994 beim Stand von 2:3 in der Playoff-Serie gegen New Jersey gegenüber Reportern einen Sieg. «Wir werden heute gewinnen», titelt daraufhin die «New York Post» in grossen Buchstaben. Messier hält Wort, entscheidet die Partie mit einem Hattrick gleich selber.

Am vergangenen Samstag nach dem Spiel in Genf kündete Kari Jalonen, wenn auch nur im persönlichen Gespräch, für Dienstag einen Heimsieg an. Mit dem Nachsatz, «Ich verspreche es!», bewies der Finne, dass er es ernst meinte.

Nachdem in der Postfinance-Arena die Scheibe eingeworfen worden ist, erwecken die Mutzen den Eindruck, als hätten sie ihren Chef erhört. Sie schnüren die Genfer minutenlang in deren Zone ein, allerdings ohne eine der drei guten Möglichkeiten zu nutzen. Pikanterweise nimmt der Druck genau dann ab, als die Gastgeber in Überzahl agieren können. In der Endphase des ersten Drittels vergeben Gregory Sciaroni, Daniele Grassi sowie Mark Arcobello hochkarätige Chancen.

Grassis Doppelschlag

Als nach dem Seitenwechsel Grassi das Verpasste nachholt und Robert Mayer zweimal herrlich bezwingt, befindet sich der Favorit auf Kurs – dank der nominell vierten Linie. Kurz darauf bekommen die Mutzen die Gelegenheit, die Partie gegen die müden Genfer zu entscheiden. Doch das Powerplay des SCB ist einmal mehr miserabel.

Ganz anders die Genfer, die wegen einer Verletzung und zwei Sperren ohne drei starke Ausländer auskommen müssen: Im zweiten Drittel benötigen sie nur 79 Sekunden, um in Überzahl zwei Treffer zu markieren, beide gelingen Arnaud Jacquemet, wobei beim ersten SCB-Keeper Leonardo Genoni nicht allzu gut aussieht.

Weil dazwischen Noah Rod in Unterzahl trifft, führen die Gäste zur zweiten Pause 3:2, obwohl die Berner ein eklatantes Chancenplus aufweisen. Aber, und das ist keine neue Erkenntnis: Wer in den «Special Teams» schwächelt, gewinnt im Playoff selten. Und Bern weist in dieser Serie nach 35 Minuten im Powerplay eine desaströse Bilanz von 0:1 auf.

Im Schlussabschnitt erzeugt das Team Jalonens, das in dieser Serie zum dritten Mal einen 2:0-Vorsprung preisgegeben hat, phasenweise viel Druck und gleicht durch André Heim aus. 2,8 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit, liegt die Scheibe erneut hinter Servette-Keeper Robert Mayer, doch die Schiedsrichter geben das Tor wegen Goaliebehinderung nicht.

Messiers Eingeständnis

Mark Messier hat später zugegeben, dass er seine Siegesgarantie beim Anblick der Schlagzeilen gern zurückgezogen hätte. Doch gesagt ist gesagt. Das gilt auch für Jalonen, obwohl er die Tore anders als einst Messier nicht selber schiessen kann. Doch das muss er auch nicht. Yanik Burren erzielt in der 8. Minute der Verlängerung per Weitschuss den Siegtreffer, womit Bern in der Serie 3:2 führt.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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