Der Mentalitätswechsel

Tigers-Trainer Scott Beattie steigt erstmals als Coach eines NLA-Teams in eine Saison. Er nehme seinen Job extrem ernst, sagt der Italo­kanadier. «Mich selbst aber nehme ich nicht allzu ernst.»

Scott Beattie.

Scott Beattie.

(Bild: Andreas Blatter)

Wer ist Scott Beattie? Über den Langnauer Trainer ist vergleichsweise wenig bekannt. Und geht es nach dem Italokanadier, soll das auch so bleiben. «Ich bin nicht der Typ für Homestorys», sagt der 48-Jährige. Beattie spricht zwar viel und gerne, aber vorwiegend über Eishockey.

Als Aktiver spielte er für die ZSC Lions, Davos und Servette, mit Italien an der Weltmeisterschaft. Er hat in den USA Kommunikation studiert und das Spiel schon als Profi tief greifend analysiert – «teils Nächte lang», wie der Vater dreier Kinder erzählt. Irgendwann im Gespräch sagt Beattie, er nehme seinen Job extrem ernst. «Mich selbst aber nehme ich nicht allzu ernst.»

Viel mehr Selbstvertrauen

Die Aussage passt zu Scott Beattie. Von extremen Hierarchien hält er nichts, «ich bin der Chef, aber hänge nicht den Big Boss raus». Er legt viel Wert aufs Zwischenmenschliche, führt viele Einzelgespräche. Doch Beattie ist nicht der Gute-Laune-Bär, im Training hat er die Zügel angezogen, wie mehrere Akteure. «Ich registriere bei uns einen Mentalitätswechsel.

Letzte Saison ging es nur ums sportliche Überleben in der NLA. Nun haben wir viel mehr Selbstvertrauen, trauen uns mehr zu. Deshalb sprechen wir von den Playoffs», sagt der Coach. Auf den Einwand, dass ein Qualifikationsrang in den Top 8 trotz kluger Personalpolitik einer grossen Überraschung gleichkäme, mag er nicht eingehen.

Der Trumpf seiner Equipe sei die Kampfkraft, meint Beattie, der die Wichtigkeit der Transfers betont. «Pascal Berger, Flurin Rand­egger, Roland Gerber, Rob Schremp – sie alle haben Titel gewonnen. Sie bringen einen neuen Groove ins Team.»

Viel hält er überdies vom kanadischen Angreifer Brendan Shinnimin (25), den er einst in der Western Hockey League bei den Tri-City Americans betreute. «Er misst 178 Zentimeter – wäre er etwas grösser, würde er sicher in der NHL spielen.» Apropos klein: Beattie ist nur 170 Zentimeter gross, er musste sich als Spieler alles hart erarbeiten. «Ich musste immer mehr tun als alle anderen.»

Sein Erfolgsausweis als Trainer ist (noch) eher bescheiden. Nach dem geschafften Ligaerhalt im April will er nun beweisen, dass er in Langnau nicht nur als «Feuerwehrmann» etwas bewirken kann.

Berner Zeitung

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