Der Meistertrainer ist noch immer arbeitslos

Im April hat er den SC Bern zum Meistertitel geführt – vier Monate später steht Lars Leuenberger (41) noch immer ohne Job da.

Nachdenklich: Meistertrainer Lars Leuenberger ist noch immer arbeitslos. «Es brauchte Zeit, alles zu verarbeiten», sagt er. «Nun bin ich frisch motiviert und optimistisch.»

Nachdenklich: Meistertrainer Lars Leuenberger ist noch immer arbeitslos. «Es brauchte Zeit, alles zu verarbeiten», sagt er. «Nun bin ich frisch motiviert und optimistisch.»

(Bild: Andreas Blatter)

Was macht eigentlich Lars Leuenberger?Lars Leuenberger: Ich stehe mitten in der Saisonvorbereitung.

Wie bitte?Ich vergleiche meine Situation mit der eines überzähligen Spielers. Selbst wenn er nicht zum Einsatz kommt, muss er sich jeden Tag bestmöglich vorbereiten, damit er bereit ist, wenn der Coach sagt: «Jetzt spielst du!» Ich will bereit sein, wenn meine Chance kommt.

Wie bereiten Sie sich konkret vor?Ich werde bereits während der Vorbereitung viele Partien vor Ort verfolgen und analysieren. Zudem ist geplant, dass ich zu Antti Törmänen nach Helsinki und später zu Guy Boucher nach Ottawa gehen werde. Ich möchte mein Know-how erweitern, Erfahrungen sammeln.

Nach der vergangenen Saison gab es für Sie zwei Optionen: U-20-Nationalcoach oder Cheftrainer in Kloten. Wie verliefen die Gespräche mit dem Verband?Ich war einer von zwei Kandidaten. Die Verantwortlichen haben sich für den anderen, Christian Wohlwend, entschieden. That’s it.

Waren Sie enttäuscht?Klar war ich enttäuscht. Der Job hätte mich gereizt.

In Kloten . . .. . . war ich einer von drei Kandidaten, die dem Verwaltungsrat vorgeschlagen wurden. Letztlich erhielt Pekka Tirkkonen die Zusage.

Und sonst?Nichts. In Salzburg war ich im Gespräch, es wurde nicht konkreter.

Sie wurden im Frühling Meister mit dem SC Bern, dennoch haben Sie keinen neuen Arbeitgeber gefunden. Belastet Sie das?Ich bin nun seit zehn Jahren als Trainer tätig, habe mir meinen Erfolg hart erarbeitet. Auf einmal ohne Job dazustehen, das war sicher nicht einfach. Ich musste mich zuerst mit der neuen Situation anfreunden. Sie wissen ja auch, was im Frühling alles passiert ist. Das Abenteuer SCB wurde wunderbar abgeschlossen mit dem Meistertitel . . .

. . . aber . . .. . . aber die Wochen davor und danach waren nicht immer einfach; es brauchte Zeit, alles zu verarbeiten. Nun bin ich frisch motiviert und optimistisch.

Bei einigen NLA-Klubs könnte sich bereits im Spätherbst eine Tür öffnen.So funktioniert nun mal das Business. Trainerjobs werden frei, weil es Entlassungen gibt. Und jeder Trainer, der keinen Job hat, ist darauf angewiesen, dass etwas frei wird.

Schliessen Sie ein Engagement in der NLB aus?Priorität hat ein Job in der NLA. Aber es gibt auch eine Liga tiefer ambitionierte Vereine. Ich schliesse nichts aus.

Der SC Bern spielt zurzeit in der Champions League. Wie eng ­verfolgen Sie das Team?Ich habe im Sommer von einigen Spielern ab und an eine SMS erhalten, das hat mich extrem gefreut. Zudem kenne ich die Leute, die weiterhin im Klub arbeiten. Auf diese Weise bekomme ich das eine oder andere mit. Aber das ist für mich okay. Ich habe kein Problem mit dem SCB – es war eine tolle Zeit, jetzt geht das Leben weiter.

Berner Zeitung

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