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Der Fall DiDomenico wird in Langnau intern aufgearbeitet

Nach der Posse um den Leitwolf sagt Peter Jakob, Präsident der SCL Tigers: «Wir müssen aus dieser Geschichte lernen.»

Weilt derzeit mit dem Team Canada am Spengler-Cup: Chris DiDomenico (l.). Foto: Ehrenzeller (Key)
Weilt derzeit mit dem Team Canada am Spengler-Cup: Chris DiDomenico (l.). Foto: Ehrenzeller (Key)

Das Jahr hat imposant begonnen für die SCL Tigers mit dem «Tatzen-Derby» vor über 20 000 Zuschauern im Wankdorfstadion. Und es endet spektakulär mit dem angekündigten Abgang von Chris DiDomenico auf die kommende Saison hin. Beiden Episoden ist etwas gemein: die Niederlage. Gegen Bern unterlagen matte Langnauer am Berchtoldstag 1:4, im Fall DiDomenico haben sie gegen dessen künftigen Arbeitgeber Gottéron das Nachsehen. Der Verein verliert einen Leistungsträger, einen Profi mit besonderem Status, von dieser Sorte hat es im Emmental nicht allzu viele gegeben in den letzten drei Jahrzehnten.

DiDomenico begeistert, er provoziert, frustriert, regt Fantasien an. Und so erstaunt es nicht, gehen die Emotionen hoch rund um Langnau, hat diese Zeitung haufenweise Zuschriften bekommen von erzürnten Fans. Das Unverständnis ist gross über den Wegzug des polarisierenden Leitwolfs, der den Club verlässt, weil er seitens des Sportchefs und des Trainers zu wenig Wertschätzung gespürt haben will.

Die Tigers-Verantwortlichen würden die Angelegenheit am liebsten ruhen lassen, es scheint, als wäre jedes Wort eines zu viel. Verwaltungsratspräsident Peter Jakob meint, mit DiDomenico gehe ein Spieler, der viel geleistet habe, der die Leute im Stadion in Ekstase versetzen könne. Ein schwieriger Spieler, an dem einige zuweilen beinahe verzweifelt seien. «Schlussendlich hielt er den Fahrplan, den die sportliche Leitung gemeinsam mit ihm aufgestellt hatte, nicht ein», sagt Jakob. «Das ist schade. Sehr schade.» Anfang Januar wären Gespräche zwischen den Parteien vorgesehen gewesen.

Intensiverer Austausch

In sportlichen Belangen hält sich Jakob für gewöhnlich zurück, das entsprechende Mandat im Verwaltungsrat besitzt Karl Brügger. Dass dieser DiDomenico nahesteht, ist kein Geheimnis, gleichfalls ist klar, dass er ihn unbedingt halten wollte und diese Botschaft auch Sportchef Marco Bayer vermittelte. Jakob sagt, dem Sportchef werde nicht ins Handwerk gepfuscht. Mag sein. Und doch war der Verwaltungsrat pro DiDomenico eingestellt – wäre es nach Brügger gegangen, hätte mit den Gesprächen nicht zugewartet werden müssen.

Es gehe nicht darum, Schuldige zu suchen, sagt Jakob. «Aber wie in jedem Unternehmen müssen wir aus solch einer Geschichte lernen. So etwas soll nicht mehr passieren, wir werden das Ganze analysieren.» Von internen Spannungen will der Vereinsvorsitzende nicht wirklich etwas gespürt haben. Er meint einzig, es sei wichtig, dass die involvierten Personen intensiver miteinander diskutieren würden.

Auch Jakob sagt, die Penalty-Affäre im Spiel gegen Servette am 23.?Dezember habe das Fass zum Überlaufen gebracht. DiDomenico hätte gerne geschossen, Trainer Heinz Ehlers jedoch liess Verteidiger Claudio Cadonau anlaufen. Nun hofft Jakob, dass sich der Kanadier bis Ende Saison von seiner besten Seite zeigen wird, um den neuen Arbeitgeber zu beeindrucken. Bereits am 2.?Januar gastieren die Tigers bei den ZSC Lions, mit Eero Elo steht ein sechster Ausländer zur Verfügung. Weil ausgeruht, könnte der Finne gleich zum Einsatz gelangen; DiDomenico, Ben Maxwell und Harri Pesonen hingegen dürften die Strapazen des Spengler-Cups in der ersten Woche des neuen Jahres spüren.

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