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MacDonald sitzt, Rajala trifft mitten ins Berner Herz

Der SC Bern unterliegt Biel auswärts 2:3 – das entscheidende Tor fällt 17,9 Sekunden vor Schluss.

EHC Biel gegen SC Bern ist, wenn Toni Rajala trifft. Das ist auch an diesem Freitagabend in der Tissot-Arena nicht anders. 17,9 Sekunden vor Schluss stürzt der flinke Finne mit einem harten Slapshot die Fans der Gastgeber ins Delirium und den Meister ins Verderben. «Das ist genau diese Position, die ich liebe», erzählt der Finne kurz darauf.

Seit dem Cupmatch gegen Ambri-Piotta ist seine rechte Augenpartie mehrfarbig und mit ein paar Stichen versehen. «So sehe ich etwas härter aus», sagt er schmunzelnd. Die gute Laune kommt nicht von ungefähr. Die Seeländer haben auch das dritte Berner Derby gewonnen, dank dem 3:2-Erfolg nach den beiden Siegen im Penaltyschiessen gegen Langnau und Bern aber erstmals drei Punkte geholt.

«Diese Niederlage ist sehr bitter, denn wir haben hervorragend gespielt und genau das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten», sagt derweil Yanik Burren. «Nach einer guten Teamleistung zu verlieren, tut weh – und dann noch durch einen Sonntagsschuss so kurz vor Schluss.» Der SCB-Verteidiger fügt aber an: «Wie Rajala das gemacht hat – Chapeau!»

Doppeltes Berner Pech

Pech und Glück lagen diesmal in der Tat sehr nahe beieinander. Jonas Hiller zeigte einmal mehr eine brillante Leistung. Doch in der 57. Minute, als der SCB im Powerplay agierte, musste der Bieler Goalie sehr viel Glück beanspruchen. Zuerst brach dem freigespielten Jan Mursak in bester Position der Stock, und wenige Sekunden später traf Ramon Untersander statt ins Netz ans Aluminium. Auf der Strafbank sass übrigens ... Rajala.

Beim SCB gab der Kanadier Andrew MacDonald sein Debüt in der National League. Der Einstieg war für den langjährigen NHL-Profi, gelinde ausgedrückt: schwierig. Im ersten Einsatz lief er zuerst in einen Check von Damien Riat und wurde dann auf die Strafbank geschickt. Von dort sah er, wie Anssi Salmela Biel in Führung brachte.

Noch im ersten Drittel wurde er ein zweites Mal zum Zuschauen verurteilt. Erneut dauerte die Denkpause keine zwei Minuten, weil Rajala zum 2:1 traf. «Es ist wirklich verrückt, gegen Bern gelingen mir fast immer Tore», erzählt am Ende der Bieler Doppeltorschütze, ohne eine echte Erklärung zu haben. Auch Mark Arcobello schoss zwei Tore, doch die Laune des SCB-Amerikaners ist logischerweise weniger gut als jene Rajalas.

Später zeigte MacDonald, der für Miika Koivisto zum Zug kam, dann mit diversen geglückten Aktionen, dass er für die Stadtberner durchaus eine Verstärkung sein kann. Burren macht sich keine Sorgen, dass sein neuer Teamkollege wegen der beiden folgenschweren Strafen verunsichert werden könnte. «Er wird das wegstecken, schliesslich hat er sehr viel Erfahrung.»

Bieler Selbstbewusstsein

Understatement war einmal. Im Editorial des Matchprogramms schrieb EHCB-Chefscout Thomas Roost unter dem Titel «umgekehrte Vorzeichen» dem eigenen Team eine leichte Favoritenrolle zu. «Der EHCB ist dem SCB in den letzten Jahren kontinuierlich näher gerückt und der ‹Produktlebezyklus› des Jalonen-SCB scheint in der Grauzone zwischen Sättigung und Verfall angekommen zu sein.»

Der zweite Teil des Satzes ist vielleicht etwas frech und eventuell auch voreilig, aber unrecht hatte Roost nicht. Es hatte im Vorfeld des Matches eigentlich nur ein Argument gegeben, die Seeländer zu Aussenseitern zu machen: Die vielen namhaften Abwesenden im Sturm. Ansonsten hatte fast alles für die Einheimischen gesprochen. Und am Ende bekam Roost tatsächlich recht – dank Hiller und Rajala. Momentan, Ende Oktober, ist Biel die Nummer 1 im Kanton.

Biel - Bern 3:2 (2:1, 0:1, 1:0)

6521 Zuschauer. - SR Stricker/Mollard, Kovacs/Gnemmi.Tore: 3. Salmela (Ausschluss MacDonald) 1:0. 8. Arcobello (Ebbett, Rüfenacht/Ausschluss Fey) 1:1. 19. Rajala (Fuchs, Rathgeb/Ausschluss MacDonald) 2:1. 34. Arcobello (Rüfenacht, Simon Moser) 2:2. 60. (59:43) Rajala (Salmela, Hiller) 3:2.Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Biel, 2-mal 2 Minuten gegen Bern.PostFinance-Topskorer: Toni Rajala; Simon Moser.Biel: Hiller; Rathgeb, Forster; Fey, Salmela; Janis Moser, Kreis; Sataric; Hügli, Pouliot, Rajala; Tschantré, Ullström, Kessler; Riat, Fuchs, Neuenschwander; Ulmer, Tanner, Wüest.Bern: Schlegel; Untersander, Colin Gerber; Andersson, MacDonald; Burren, Blum; Henauer; Pestoni, Arcobello, Moser; Sciaroni, Mursak, Praplan; Rüfenacht, Ebbett, Scherwey; Grassi, Bieber, Berger; Kämpf.Bemerkungen: Biel ohne Brunner, Gustafsson, Lüthi (alle verletzt), Cunti, Kohler (beide krank), Künzle (gesperrt) und Schneider (überzähliger Ausländer). Bern ohne Beat Gerber, Krueger, Heim (alle verletzt) und Koivisto (überzähliger Ausländer).- 57. Pfostenschuss Untersander. - Timeout Bern (59:43), ab 59:50 ohne Goalie.

Rangliste: 1. ZSC Lions 16/33 (58:40). 2. Biel 16/29 (43:39). 3. Genève-Servette 16/26 (44:42). 4. Lausanne 14/24 (40:39). 5. Lugano 14/22 (39:39). 6. Zug 13/21 (47:39). 7. Rapperswil-Jona Lakers 15/21 (38:42). 8. Bern 15/19 (45:49). 9. SCL Tigers 15/19 (36:46). 10. Davos 10/18 (34:27). 11. Ambri-Piotta 15/15 (32:43). 12. Fribourg-Gottéron 13/11 (24:35).

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