Der Captain ist zurück an Bord

Die SCL Tigers bestreiten am Freitag in Lugano ihre letzte Partie vor der Nationalmannschaftspause. Für Martin Stettler eine wegweisende Begegnung.

Wieder da: Martin Stettler (rechts) führt die SCL Tigers nach ausgeheiltem Fingerbruch wieder an.

Wieder da: Martin Stettler (rechts) führt die SCL Tigers nach ausgeheiltem Fingerbruch wieder an.

(Bild: Keystone)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Martin Stettler muss lachen. Eben wurde der Verteidiger der SCL Tigers auf die Cuppartie am Mittwochabend in Zürich angesprochen. Dort war er für kurze Zeit – und ziemlich unfreiwillig – im Mittelpunkt des Geschehens, nämlich alleine im Mittelkreis des Eisfeldes, gestanden.

«Niemand hatte eine Ahnung. Dann hiess es, Matthias Seger werde noch kommen, also habe ich gewartet», erzählt Stettler. Der Captain der ZSC Lions erschien kurze Zeit später, die Partie begann – und die Langnauer verloren den Achtelfinal vor 2085 Zuschauern im Hallenstadion 2:4.

Da und dort wird am Sinn eines solchen Wettbewerbs im Schweizer Eishockey gezweifelt. Stettler sagt: «Im Cup gibt es etwas zu gewinnen, also haben wir uns vorgenommen, möglichst weit zu kommen.» Allerdings verhehlt er nicht, dass ein Cupspiel nicht mit einer Meisterschaftspartie vergleichbar sei. «Da geht es um Punkte, also gehst du ein Spiel anders an.»

Ausfall zur Unzeit

Erst drei Partien hat der Langnauer Captain in dieser Saison absolviert. Der Grund dafür ist sichtbar: Stettler kann seinen linken Zeigefinger immer noch nicht ganz biegen. Mitte August wurde er im Training von einem Puck getroffen, der Finger war gebrochen und musste mit einer Platte und Schrauben fixiert werden. «Wir haben einen neuen Trainer und ein neues System, es war natürlich nicht optimal, ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt auszufallen», hält Stettler fest.

Also musste er die Prioritäten anders setzen; er trainierte die Beine und den Oberkörper, und als seine Mitspieler das Eis nach einer Übungseinheit jeweils räumten, arbeitete Stettler individuell mit Konditionstrainer Nik Hess. «Körperlich bin ich jedenfalls bereit», meint er.

Als Zuschauer hatte der Captain genügend Zeit, die Leistungen der SCL Tigers zu analysieren. Man habe Lehrgeld bezahlt, sagt Stettler, «wir haben viele späte Tore kassiert, für das Team war es neu, dass es 60 starke Minuten dazu braucht, ein Spiel zu gewinnen».

In den letzten beiden Jahren in der NLB hatten den Langnauern oftmals durchschnittliche Leistungen dazu gereicht, zu siegen. «Doch nun läuft alles schneller, die Pässe und die Schüsse sind genauer. Es wird viel mehr nach einem System gespielt, und Fehler werden sofort ausgenutzt.» Stettler hat jedoch den Eindruck, dass die SCL Tigers aus ihren Fehlern gelernt haben.

Wieder ein Leader sein

Obwohl verletzt, war Stettler in den letzten Wochen immer mit dem Team unterwegs. «Lief es beispielsweise einem jungen Spieler mal nicht nach Wunsch, war ich da und habe mit ihm gesprochen», erklärt der Captain. Doch es sei klar, dass er auch auf dem Eis ein Leader sein wolle, «sobald ich mein Niveau wieder erreicht habe».

Am Freitag treten die SCL Tigers in Lugano an (Resega, 19.45 Uhr). Es ist die letzte Partie vor der Nationalmannschaftspause – und sie ist für die Langnauer wegweisend. Denn die hoch dotierten Luganesi liegen nur zwei Punkte vor den Tigers. Deshalb kehren für die heutige Partie Kévin Hecquefeuille, Thomas Nüssli und Claudio Moggi ins Langnauer Kader zurück. Besonders das Comeback Moggis überrascht, schien er doch wegen eines Rippenbruchs länger auszufallen.

Derweil tritt Lugano am Freitag erstmals unter Doug Shedden an. «Die Spieler werden sich von ihrer besten Seite präsentieren wollen, wir müssen von Beginn weg bereit sein, dürfen ihnen nicht ins offene Messer laufen», sagt Stettler. Für ihn ist klar: «Lugano hat gute Transfers gemacht, verfügt über starke Ausländer. Ich habe das Gefühl, dass der Klub diese Saison auf einem guten Platz abschliessen wird.» Dies hängt indes nicht zuletzt davon ab, wie sich die SCL Tigers heute im Tessin präsentieren.

Berner Zeitung

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