Das Zünglein an der Waage hütet die Zunge

Der Spielplan will es, dass der Qualifikationssieger SC Bern direkt beeinflusst, gegen wen er im Playoff-Viertelfinal spielen wird.

«Im Kanton Bern wäre die Stimmung bei einem Derby relativ gut.» Mehr ist SCB-CEO Marc Lüthi nicht zu entlocken.

«Im Kanton Bern wäre die Stimmung bei einem Derby relativ gut.» Mehr ist SCB-CEO Marc Lüthi nicht zu entlocken.

(Bild: Marcel Bieri)

Reto Kirchhofer@rek_81

Die Frage ist einfach, die Antwort offenbar kompliziert. Wer darfs denn sein im Playoff-Viertelfinal für den SC Bern: die SCL Tigers oder Servette? SCB-Sportchef Alex Chatelain schmunzelt. SCB-CEO Marc Lüthi lacht gar. Sagen aber tun die beiden nichts, fast nichts – verständlicherweise. Wer möchte schon ein Zitat von sich an die Garderobentür im Emmental oder in Genf gepinnt haben – Portion Extramotivation für den Gegner inklusive.

Selbstverständlich bevorzugen die Berner gegen aussen keinen der beiden möglichen Kontrahenten. Es ist aber nicht so, dass der Qualifikationssieger nun in aller Ruhe aus der Ferne beobachten würde, welches Team den Kampf um Rang acht für sich entscheidet. Die Berner werden bei der Vergabe des letzten Playoff-Platzes vielmehr das Zünglein an der Waage spielen, treten sie doch zum Abschluss der Regular Season am Samstag und am Montag noch gegen Genf an.

Intensität gegen Genf, Mühsal gegen Ehlers

Und schonen werden sich die Berner ganz sicher nicht, gilt doch Servette im Playoff als äusserst schwierige Equipe. Zwar verbindet der SCB durchaus gute Erinnerungen: drei Serien gegen Genf, drei Siege – und in jeder Saison wurde Bern Meister. 2004 gab es ein 4:1 im Halbfinal. In Erinnerung blieb vor allem die intensive und fachmännische Art und Weise, wie Ex-Coach Chris McSorley in Bern die Bandentür testete und dafür einen Restausschluss kassierte. 2010 siegten die Berner im Final in extremis in sieben Begegnungen und wurden erstmals seit Einführung der Playoffs zu Hause Meister. 2013 ging es im Viertelfinal erneut über sieben Spiele; dem SCB gelang nach 1:3-Rückstand die Wende.

Und Langnau? Gegen die Emmentaler trat Bern im Playoff erst einmal an, 2011 im Viertelfinal: 4:0 Siege, Torverhältnis 15:5. Nur ist da in den Berner Köpfen auch noch eine der mühsamsten Serien überhaupt präsent. 2015, Viertelfinal gegen Lausanne, sieben ultradefensive Spiele, die knackigen Resultate: 1:0, 1:2, 1:2 (n. P.), 2:1, 3:0, 1:2, 2:1 (n. V.). ­Trainer bei Lausanne: der heutige Tigers-Coach Heinz Ehlers.

Servette zum vierten also oder Ehlers und Langnau zum zweiten Mal? Chatelain sagt einzig: «Was das Reisen betrifft, wäre Langnau besser.» Lüthi sagt: «Im Kanton Bern wäre die Stimmung bei einem Derby relativ gut.» Keine weiteren Fragen.

Berner Zeitung

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