Das hat Fischer Petkovic voraus

Der Nationalcoach ist mit seiner kommunikativen Art das Gesicht des Schweizer Eishockeys geworden. Auch deshalb macht seine Vertragsverlängerung bis 2024 Sinn.

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Simon Graf@SimonGraf1

Es war fast schon eine Vollzugsmeldung, als Swiss Icehockey bekanntgab, der Vertrag mit Patrick Fischer sei um vier Jahre bis 2024 verlängert worden. Denn man kann sich momentan schwer vorstellen, dass jemand anders das Nationalteam coachen könnte. Oder sollte. Im Dezember 2015 mit viel medialer Skepsis empfangen, ist Fischer zum Gesicht des Schweizer Eishockeys geworden. Er predigte Mut und Swissness und lieferte die sportlichen Resultate nach. Mit dem WM-Silber in Kopenhagen 2018 zementierte er seine Position.

Mit dem neuen Vertrag für Fischer, gut sechs Monate vor dem ersten Puckeinwurf an der Heim-WM in Zürich und Lausanne, sind die Eishockeyaner den Fussballern voraus. Die Zukunft von Vladimir Petkovic als Nationaltrainer über die EM 2020 hinaus ist noch offen. Am 56-Jährigen scheiden sich die Geister, obschon er wie Fischer sportlich erfolgreich ist und einen attraktiven, optimistischen Fussball spielen lässt. Doch die grösste Stärke Fischers ist die grösste Schwäche von Petkovic: die Kommunikation. Und das liegt nicht nur an der Sprache.

Fischer ist einer, der auf die Leute zugeht, stets das Gespräch sucht, gerne in Bildern spricht. Er habe den Tomahawk ausgegraben, sagte er rückblickend, wie er auf das Olympia-Debakel in Pyeongchang 2018 reagiert habe. Er sei sich bewusst gewesen, dass sein Job auf dem Spiel gestanden sei. Beim Zuger ist es undenkbar, dass ein Nationalmannschafts-Manager die Wogen in der Kommunikation mit Spielern glätten müsste. Was nicht heisst, dass er nicht harte Entscheidungen trifft. Er bekräftigte nochmals, dass die Türe für fünf Spieler für die Heim-WM zu sei, darunter für die in der NHL engagierten Denis Malgin (Florida) und Dean Kukan (Columbus).

Ob sich dies die kleine Schweiz leisten könne, wurde Fischer gefragt. Er zuckte mit den Schultern: «Logisch. Es geht ums Team. Und wer sich nicht 100-prozentig verpflichtet, hat da nichts zu suchen.» Diskussion beendet. Mit solchen Massnahmen stärkt er jene, die dabei sind. Die selbst nach drei Playoff-Runden in der NHL noch an eine WM reisen wie Nino Niederreiter. Das Nationateam ist unter Fischer wieder sexy geworden, und wer nicht dabei ist, hat Unrecht. Wichtig ist nun, dass auch der Schwede Tommy Albelin gehalten werden kann. Der Assistent mit der reichen NHL-Erfahrung ist das taktische Gewissen. Und es spricht für Fischer, dass er von Albelin in dieser Hinsicht Hilfe annahm.


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Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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