«Dann ist dein Kopf dein grösster Gegner»

SCB-Stürmer Simon Bodenmann gibt zu, dass er trotz grossem Vorsprung in der Tabelle mit Niederlagen nur schlecht umgehen kann.

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Adrian Ruch

Eine Doppelrunde mit zwei ­Niederlagen – war die Leistung besser als die Punkteausbeute?Simon Bodenmann:Punktemässig war es ein miserables Wochen­ende. Gegen den ZSC wurden wir schlecht belohnt; wir hatten viele gute Chancen und waren mindestens ebenbürtig. Gegen Biel führten wir 2:0 und erhielten dann ­innert kurzer Zeit vier Tore – das darf nicht passieren. Wir konnten uns zu selten in der gegnerischen Zone festsetzen, zu wenig Druck entwickeln. Obwohl die Bieler sehr einfach spielten, kamen wir mit ihnen nicht gut zurecht.

Anders als im ersten Qualifikationsdrittel gab der SCB zuletzt immer wieder Vorsprünge preis. Wo ist die Stabilität geblieben? Das ist schwierig zu sagen. Ich weiss auch nicht, woran es liegt. Diesmal waren wir meiner Meinung nach als Fünferblöcke zu wenig kompakt. Dadurch verloren wir zu viele Zweikämpfe und waren weniger lang in Scheibenbesitz als normal.

Momentan erzielt der SCB ­anders als im Powerplay bei fünf gegen fünf nur wenige ­Tore. Woran liegt es? Wir mussten zuletzt wegen Absenzen immer wieder die Linien neu zusammenmischen, daher fehlen wohl etwas die Automatismen. Umso wichtiger ist es, dass wir im Powerplay viele Tore schiessen.

Bewirkt der grosse Vorsprung in der Tabelle, dass dem Team ­derzeit das letzte Prozent fehlt? Die erfreuliche Tabellensituation sorgt sicher für eine spezielle ­Herausforderung. Wir haben diese Thematik intern besprochen. Bist du so weit voraus, dann ist dein Kopf dein grösster Gegner. Du musst dir kleine Ziele setzen, damit du nicht nachlässt.

Fast die Hälfte aller SCB-Spieler wird voraussichtlich an die Olympischen Spiele reisen. Ist Südkorea schon im Hinterkopf? Ich kann nur für mich sprechen: Überhaupt nicht. Ich nehme Spiel für Spiel. Ich glaube nicht, dass dies einen Einfluss hat. ­Jeder weiss, worum es geht. Aber es ist sicher gut, wenn bezüglich Olympiaselektion bald Klarheit herrscht.

Fühlen Sie sich aufgrund der vielen bestrittenen Partien ­ausgelaugt? Das ist eine schwierige Frage. Denn wenn es so wäre, möchte ich es mir selber nicht eingestehen. Es war schon ein hartes Programm mit dem Spengler-Cup und ohne Pause, aber wir müssen einen Weg finden, das Energieniveau hochzuhalten.

Schmerzen Niederlagen als ­Spitzenreiter weniger? Mich nicht; ich bin ein sehr, sehr schlechter Verlierer. So ein Wochenende mit zwei Niederlagen macht mir extrem zu schaffen.

Berner Zeitung

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