«Damit habe ich noch immer Mühe»

«Wir glauben daran, dass in der Tabelle gegen vorne noch etwas geht», sagt Peter Jakob nach Langnaus 3:1-Sieg in Davos. Der Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers äussert sich auch zur Trainerdiskussion.

Peter Jakob, Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers, verbreitet Optimismus und sagt: «Ich habe keine Abstiegsangst.»

Peter Jakob, Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers, verbreitet Optimismus und sagt: «Ich habe keine Abstiegsangst.»

(Bild: Hans Wüthrich)

0:7-Niederlage gegen die ZSC Lions, 3:1-Coup in Davos. Symbolisieren diese Spiele das Langnauer Auf und Ab in dieser Saison?
Peter Jakob: In gewisser Weise schon. Die Reaktion in Davos war sehr wichtig. Grundsätzlich habe ich bisher mehr Gutes als Schlechtes gesehen. Anfang Saison verschenkten wir viele Punkte, wir sollten besser platziert sein. Aber mit «hätti und wetti» kann man sich nichts kaufen.

Der Abstand zu Rang 10, der nach Qualifikation und Platzierungsrunde mit dem Ligaherhalt einherginge, beträgt «nur» noch 7 Punkte...
Ich bin überzeugt, dass es uns und unseren Fans in den nächsten Wochen nicht langweilig werden wird. Es ist nichts verloren, also glauben wir daran, dass gegen vorne noch etwas geht. Und der Unterhaltungswert stimmt, das höre ich immer wieder. 5830 Zuschauer kommen durchschnittlich zu unseren Heimspielen, nie war dieser Wert höher – nicht mal in der Playoff-Saison.

Sind nach diesem Wochenende die Trainerdiskussionen nun leiser oder lauter geworden?
Ich versichere Ihnen: Es steht ganz sicher kein anderer Trainer vor der Tür.

Aber Coach Benoît Laporte ist dennoch ein Thema. Vielleicht extern, das kann ich nicht beurteilen. Natürlich verfolgen und analysieren auch wir die Situation. Wir sind ein Sportunternehmen, da gelten bekanntlich andere Gesetze als in der Privatwirtschaft. Das musste ich zuerst lernen, damit habe ich noch immer Mühe. Und Benoît Laporte hat es nicht leicht.

Weshalb?
Nach der Freistellung von Bengt-Ake Gustafsson im Frühling erreichten uns unglaublich viele Reaktionen; und es gibt immer noch einige Leute, welche unseren Entscheid nicht verstehen. Jeder Trainer würde diese Bürde mit sich tragen, ob er nun Hugentobler, Wegmüller oder Laporte heisst.

Haben Sie Respekt vor dem drohenden Playout, vor einer allfälligen Ligaqualifikation?
Respekt schon, aber ich habe keine Abstiegsangst. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Saison gut über die Bühne bringen werden. Bis jetzt hatten wir keine Krise, Moral und Selbstvertrauen sind intakt. Fakt ist, dass wir unbedingt in der NLA bleiben müssen.

Wäre jetzt nicht der Zeitpunkt gekommen, stärker ins Team zu investieren, einen Schritt vorwärts zu machen?
Sportchef Jörg Reber leistet hervorragende Arbeit, sonst wäre ein Transfer für die nächste Saison wie jener von SCB-Stürmer Pascal Berger nicht möglich gewesen. Wir hatten einen strategischen Fehler gemacht, lange nicht auf einen professionellen Sportchef gesetzt. Doch wir sollten nicht vergessen, woher wir kommen. Vor ein paar Jahren standen die Tigers vor dem Kollaps. Der Weg der Kontinuität und Vernunft soll weiter gegangen werden.

Am Geld kann es doch nicht liegen. Gearbeitet wird erfolgreich; im letzten Jahr resultierte ein hoher sechsstelliger Gewinn, in dieser Saison sind die Einnahmen bis anhin höher als erwartet.
Die Zahlen sind erfreulich. Und ja, das Budget für die Saison 2016/2017 wird etwas höher sein als das aktuelle.


Stimmt es, dass die Ilfishalle vergrössert werden soll? Es gibt Pläne für den Bau einer Tribüne mit rund 220 Sitzplätzen – entschieden aber ist nichts. Die Tribüne ist Teil eines grösseren Vorprojekts, welches auch die Errichtung eines zweiten Eisfeldes beinhaltet.

Berner Zeitung

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