«Dafür bin ich zu alt»

Pascal Berger Langnaus Captain sagt: «Keiner ist überheblich.»

Langnaus Captain Pascal Berger.

Langnaus Captain Pascal Berger. Bild: Christian Pfander

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Fühlen Sie sich wie im falschen Film?
Pascal Berger: Sicher, wenn man etwa 50-mal aufs Tor schiesst und derart viele hervorragende Chancen auslässt, darf man nicht verlieren. Das nervt gewaltig. Davos spielte einfach und clever.

Wurde Langnau quasi mit den eigenen Waffen geschlagen?
Mag sein. Aber wären wir ein wenig effizienter gewesen, würde es in diesem Gespräch nun um ganz andere Dinge gehen. Der Davoser Goalie war unglaublich gut. Und wir waren vielleicht zu wenig hungrig vor dem Tor.

Zu wenig hungrig, weil die Lage nach vielen Siegen zur Genügsamkeit eingeladen hatte?
Falsch. Wir haben noch überhaupt nichts erreicht!

Aber die Tigers sind das Team der Stunde, Sie wurden gar ins «Sportpanorama» eingeladen. Haben einige Mühe, dies richtig einzuordnen?
Wir betrachten es als verdiente Anerkennung für unsere Leistungen. Es muss das Ziel der Organisation sein, dass mehr über uns gesprochen wird. Deswegen ist aber keiner von uns überheblich geworden, auch gegen Davos kämpften wir bis zum Schluss.

Sie sind das Mädchen für alles, spielen Power- und Boxplay, werden mal in der ersten, mal in der vierten Linie eingesetzt. Wie fällt Ihre Bilanz aus?
Der Coach nutzt meine Vielseitigkeit aus. An und für sich ist es egal, ob ich in der ersten Linie spiele oder die vierte Linie führe. Einen Stein «schriesse» ich deswegen nicht. Bei uns gibt es keinen Platz für Egoismus.

Haben Sie mit einem Aufgebot fürs Nationalteam gerechnet?
Dafür bin ich zu alt (lacht).

Aber zu Ihren 12 Länderspielen sollten schon noch welche dazukommen?
Ich muss realistisch sein, es gibt genug gute Spieler. Ich hatte meine Chance in der Nationalmannschaft, und ich habe sie nicht genutzt. Trotzdem: Wir Langnauer müssen uns nicht verstecken. Wir dürfen uns nicht kleiner machen, als wir sind.

Ihr Bruder Alain wird als möglicher Zuzug gehandelt…
...wie Sie wissen, läuft sein Vertrag beim SCB bis 2020.

Das ist die Antwort, die Sie liefern müssen.
Für mich war es 2016 höchste Zeit, Bern zu verlassen. In Langnau übernehme ich viel mehr Verantwortung. Beim SCB bleibt in den ersten zwei Linien nur Platz für Ausländer und Nationalspieler. Bei uns würde Alain eher nicht um den Titel spielen. Aber er könnte mehr Einfluss nehmen. Irgendwann spielen wir wieder zusammen. Eventuell halt erst bei den Senioren. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.11.2018, 13:07 Uhr

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