Cupfeier mit Grenzen

Die Spieler feiern den zweiten Cupsieg in der Vereinsgeschichte. Einzig die Verletzung von Christoph Bertschy trübt die Stimmung.

Bitte lächeln: Nach dem 3:1-Erfolg im Cupfinal über die Kloten Flyers verewigen die SCB-Spieler Marc-André Gragnani (links) und Pascal Berger den speziellen Moment mittels Selbstporträt.

Bitte lächeln: Nach dem 3:1-Erfolg im Cupfinal über die Kloten Flyers verewigen die SCB-Spieler Marc-André Gragnani (links) und Pascal Berger den speziellen Moment mittels Selbstporträt.

(Bild: Andreas Blatter)

Reto Kirchhofer@rek_81

Vieles ist planbar, Emotionen sind es nicht. Im Vorfeld des Cupfinals wusste niemand so recht, wie sich die Spieler des SC Bern im Falle des Triumphs verhalten würden. Selbst die Protagonisten rätselten darob.

Des Rätsels Lösung folgt kurz nach 23 Uhr: Nach der Schlusssirene laufen die SCB-Spieler auf Torhüter Marco Bührer zu. Stöcke fliegen in die Höhe, Handschuhe und Helme ebenso – spätestens jetzt ähnelt das Szenario jenem einer Meisterfeier. Gewiss: Der Cupsieg lässt sich mit einem Meistertitel nicht vergleichen. Grund zum Feiern bietet der zweite SCB-Erfolg im neu lancierten Wettbewerb nach 1965 aber allemal. Nach dem Pokal-in-die-Höhe-stemmen begeben sich die Berner auf die Ehrenrunde.

Gemischte Gefühle beim Coach

«Es ist ein tolles Gefühl. Wir waren im Cup das beste Team, wollten den Titel unbedingt holen, haben dafür gekämpft», sagt Martin Plüss. Die geschwollene Lippe und das Blut an den Zähnen zeugen von einem Stockschlag, den der Captain kurz vor Spielende kassiert hat. Bei den Feierlichkeiten sorgt Plüss dafür, dass niemand zu kurz kommt.

Als die Zuschauer vehement die Präsenz Guy Bouchers fordern – der Trainer hat sich bereits in die Garderobe verzogen – wird der Kanadier von Plüss zurück aufs Eis beordert. Dort kriegt Boucher den akustischen Liebesbeweis des Publikums aus nächster Nähe mit. Der Coach lächelt kurz, ansonsten begegnet er dem Treiben mit leicht gequälter Miene. «Ich bin happy für die Fans, die Spieler, den Klub – aber auch enttäuscht, weil wir Christoph Bertschy verloren haben. Wir brauchen ihn für die Playoffs», sagt Boucher.

Der 20-jährige Flügel fiel in der 31.Minute nach einem Zweikampf an der Bande mit Patrick von Gunten mit Verdacht auf eine Knieverletzung aus. Gemäss offiziellen Angaben hat sich Bertschy an der Hüfte verletzt. Ein MRI soll Am Donnerstag Aufschluss geben, Boucher befürchtet Schlimmes.

Die Feierlichkeiten dürften von kurzer Dauer gewesen sein. Bereits morgen steht die Heimpartie gegen Gottéron an. «Es ist trotz kurzer Party ein geiles Gefühl, den Pokal in die Höhe zu stemmen», sagt Philippe Furrer. «Da kommen Erinnerungen an die letzte Meisterfeier hoch. Es ist schräg, weil wir auch jetzt einen Titel, aber nicht die richtige Meisterschaft gewonnen haben.» Was nicht ist, kann im April noch werden.

Berner Zeitung

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