Biels Bärenjäger mit Lausbubengesicht

Der Finne des EHC Biel, Toni Rajala und der SCB – das ist eine einseitige Liebesgeschichte.

Gegen den SCB trifft Toni Rajala besonders gern. Foto: Christian Pfander

Gegen den SCB trifft Toni Rajala besonders gern. Foto: Christian Pfander

Marco Oppliger@BernerZeitung

Der Mann ist weder besonders gross noch besonders kräftig. Und in diesem Lausbubengesicht mit dem schelmischen Grinsen ist beim besten Willen kein Playoff-Bart zu erkennen. Toni Rajala entspricht so gar nicht dem gängigen Bild von einem Eishockeyspieler. Und noch viel weniger jenem eines Bärenjägers. Doch genau das ist er – zumindest im übertragenen Sinne.

Im Playoff-Halbfinal ist der Finne bis jetzt die auffälligste Figur. Den 4:2-Erfolg des EHC Biel in Bern zum Auftakt ebnete er mit zwei Toren. Und am Donnerstag sorgte er in der 6. Minute der Verlängerung für den 3:2-Siegtreffer, verwandelte damit die Tissot-Arena in ein veritables Tollhaus.

28-jährig ist Rajala am Freitag geworden, er hat den Zenit noch nicht erreicht und ist doch bereits einer der auffälligsten Stürmer auf Schweizer Eis. 27 Tore erzielte er in der Qualifikation – nur Grégory Hofmann war noch treffsicherer. Es überrascht kaum, hat Biel den Vertrag mit Rajala im Herbst um drei Jahre verlängert. Der Finne ist ein Schlüsselspieler im aufstrebenden Ensemble.

13 Tore in 18 Derbys

«Toni is on fire» singen die Bieler Fans jeweils nach einem Tor Rajalas in Anlehnung an den Kultsong für den nordirischen Fussballer Will Grigg. Und im Derby ist tatsächlich keiner so «on fire» wie Rajala. 18 Spiele bestritt er mit Biel gegen Bern, markierte dabei 13 Tore.

Ins Gedächtnis gebrannt haben dürfte sich den meisten sein Penalty, mit welchem er im Dezember 2017 Leonardo Genoni einhändig und backhand bezwang. «Ich weiss auch nicht genau, was der Grund dafür ist, aber irgendwie geht der Puck gegen Bern einfach rein», meint Rajala grinsend.

Dabei überrascht seine Form, schliesslich kam er im Viertelfinal gegen Ambri nicht auf Touren, liess sich in fünf Spielen lediglich zwei Skorerpunkte notieren. «Ich spielte nicht auf meinem Level, allerdings hat Ambri auch ein anderes System als Bern», hält er fest. «Nun versuche ich einfacher zu spielen.

Und in einem Derby willst du einfach immer gewinnen.» Das wird auch heute Samstag nicht anders sein. Wobei er vom SCB heftige Gegenwehr erwartet. Und auf ihn dürften die Berner ein besonderes Augenmerk legen – schmächtige Postur hin, fehlender Playoff-Bart her.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt