Biel gewinnt ein würdiges Spitzenspiel

Biel siegt gegen Langnau 3:2 nach Penaltyschiessen – für die SCL Tigers ist es ein gewonnener Punkt.

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Einen schweren Magen hatten die Bieler nicht. Verlängert bei den Seeländern jemand seinen Vertrag, hat er Pizzen zu offerieren, und jene von Antti Törmänen sind den Spielern offenbar nicht schlecht bekommen.

Am Montag war bekannt geworden, dass Trainer und Club bis 2021 gemeinsame Sache machen wollen, am Dienstag sendete die Mannschaft ein Zeichen der Anerkennung, besiegte Kantonsrivale Langnau 3:2 nach Penaltyschiessen. Der Leader hätte nach 60 Minuten siegen müssen, verzweifelte aber schier an Tigers-Goalie Damiano Ciaccio, den Biels Angreifer Mathieu Tschantré als «echten Hexer zwischen den Pfosten» lobte.

DiDomenicos Jubel

Biel gegen Langnau, ein solcher Spitzenkampf Mitte November hatte vor Beginn der Saison etwa als so wahrscheinlich gegolten wie ein Sieg eines Chinesen in der Lauberhorn-Abfahrt. Zunächst hatte die Partie denn auch nicht den Charakter eines Vergleichs zweier formstarker Teams; die Stimmung war lau, das Gebotene flau.

Doch gegen Ende des ersten Abschnitts wurden die 6302 Zuschauer erstmals entschädigt: Da war Ciaccio, der sich eine Minute lang von einem Maskenmann in eine Mauer verwandelte, gleich dreimal mirakulös parierte. Sich dann aber doch von Marco Pedretti bezwingen lassen musste (19.), der sehenswert reüssierte.

Und da war Harri Pesonen, der 24 Sekunden später drei Gegenspieler düpierte und Chris DiDomenico so lancierte, dass dieser auf Jonas Hiller losziehen und ausgleichen konnte. DiDomenico, in Biel seit Jahren Persona non grata, jubelte aufreizend vor der gegnerischen Fankurve. Fehlte nur, dass er mit dem Hintern wackelte.

Im Verlauf des Abends aber schien es, als würde den Gästen das Lachen vergehen. Wegen den vielen Chancen, welche sie dem Favoriten zugestehen mussten. Wegen den beiden Treffern, die ihnen aberkannt wurden zu Beginn des zweiten und gegen Ende des dritten Drittels. Wegen dem Pfostenschuss kurz vor Schluss von Anton Gustafsson.

Und vor allem wegen dem herrlichen Ablenker des gut aufgelegten Damien Brunner in der 42. Minute, dessen achten Saisontreffer, der das Derby scheinbar entschieden hatte. Scheinbar – glichen die Tigers acht Sekunden vor der Sirene doch tatsächlich noch aus. Aaron Gagnon traf auf Vorarbeit von… DiDomenico. Im Penaltyschiessen aber reüssierte der Kanadier wie seine vier Kollegen nicht, auf Bieler Seite traf Captain Tschantré.

Törmänens Traumquote

Die Bieler haderten nicht lange mit dem Punktverlust. Dieser ändert ohnehin nichts am Gesamteindruck: Saisonübergreifend haben sie in 38 Qualifikationsspielen unter der Ägide Törmänens 82 Punkte geholt – mit solch einem Schnitt gewinnt man für gewöhnlich die Regular Season. Bei den Tigers sprach Heinz Ehlers derweil von einem gewonnen Zähler.

«Ich bin stolz auf mein Team. Unsere Mentalität hat mir gefallen.» Bis Ende Monat soll Klarheit herrschen darüber, ob der Trainer im Emmental bleiben wird. Am Dienstag traf er sich mit seinem Agenten André Rufener, der sagt, er würde sich wünschen, dass Ehlers einmal einen Meisterkandidaten coachen dürfe.

«Aber Heinz gefällt es in Langnau, und bei den Trainern stimmt das Timing für einen Wechsel ohnehin selten.» Ehlers müsste also pokern, um bei einem Grossclub eine Chance zu kriegen. Nur ist er alles andere als der Gambler-Typ, er könnte den Spatz in der Hand der Taube auf dem Dach vorziehen.

In Biel wiederum dürfte schon bald wieder Pizza serviert werden: Topskorer Toni Rajala dürfte seinen Kontrakt demnächst verlängern.

Berner Zeitung

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