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SCB zeigt zwei Gesichter und holt einen Punkt

Der Meister ist den ZSC Lions 3:4 nach Verlängerung unterlegen. Nach 2:0-Führung verfiel Bern in Passivität und Panik. Trotz der Niederlage ist das Team von Hans Kossmann dem Strich näher gerückt.

Die Entscheidung: Pius Suter (links) trifft nach wunderbarem Solo in der Verlängerung zum 4:3 für den ZSC. Foto: Anthony Anex (Keystone)
Die Entscheidung: Pius Suter (links) trifft nach wunderbarem Solo in der Verlängerung zum 4:3 für den ZSC. Foto: Anthony Anex (Keystone)

Es war ein Tag fürs Gemüt: Sonnenschein, prächtige Kulisse, und die Spieler des SC Bern wollten so richtig Schwung holen. Schlitteln in Grindelwald stand am Wochenende auf dem Programm. Ähnlich rasant sollte es gegen die ZSC Lions zu und her gehen. So wünschte sich das zumindest die neue Trainercombo Hans Kossmann/Lars Leuenberger. Aggressiv, den Gegner auf der ganzen Eisfläche unter Druck setzen: Das war die Vorgabe.

Die Berner konnten sie nur phasenweise umsetzen. Und den rasanten Schlusspunkt setzte ein Zürcher. Pius Suter reüssierte in der Verlängerung auf sehenswerte Weise und sicherte dem ZSC den 4:3-Erfolg. Kossmann sagte: «Beide Mannschaften hatten ihre guten Phasen. Aber die Zürcher zogen aus ihren guten Phasen mehr Profit – zu viel Profit.»

Damit lag der Trainer richtig – die Startphase einmal ausgeklammert. Nicht der SCB begann nämlich aggressiv und aufsässig, sondern der ZSC. Er verlagerte das Geschehen vom ersten Puckeinwurf weg ins Drittel der Berner. Das Heimteam agierte statisch, musste sich aufs Verteidigen beschränken und wäre beinahe in Rückstand geraten: Suter traf den Pfosten.

Kamen die Berner ein seltenes Mal aus ihrer Zone, wurden die neuen Passwege ebenso offensichtlich wie das Plus an Aggressivität. Inti Pestoni etwa bereitete mit viel Einsatz eine Möglichkeit vor. Der Flügel – er hatte in der Vergangenheit mit Kossmann weder in Ambri noch in Zürich eine innige Beziehung unterhalten – gehörte zu den Auffälligsten.

Nach einer sehenswerten Kombination über Mark Arcobello, Ramon Untersander und Jan Mursak ging Bern in Führung. In der Folge fand Kossmanns Equipe den Zugriff aufs Spiel. Thomas Rüfenacht erhielt im Powerplay vor dem ZSC-Tor freies Geleit und bezwang Joni Ortio zwischen den Schonern. Womöglich waren auch die Zürcher überrascht, dass die Berner in Überzahl den Puck nicht einfach an die blaue Linie spielten und auf einen Abpraller hofften, wie das in den letzten Wochen der Fall gewesen war.

Schlussspurt ohne Ertrag

Bern führte 2:0, Bern verzeichnete durch Calle Andersson früh im Mitteldrittel einen Pfostenschuss, Bern war «auf gutem Weg», wie Kossmann festhielt. Aber Bern gab die Vorteile auf leichtsinnige Weise aus den Handschuhen, weil die Mannschaft nicht zufällig unter dem Strich klassiert ist. Der beste Passgeber der National League (Garret Roe) bereitete für den besten Torschützen (Suter) den ersten Treffer der Gäste vor. So weit, so verkraftbar.

Zumal Bern dank Pestonis Puckeroberung und Vincent Praplans Abschluss den ZSC sogleich wieder auf Distanz hielt. Doch dann ermöglichten Praplan und Calle Andersson dem Gegner mit fahrig-schwachem Defensivverhalten das zweite Tor. Wahrscheinlich dachte Kossmann auch an diese Szene, als er sagte: «Defensiv sind wir zu labil. Die Stürmer und die Verteidiger müssen besser zusammen arbeiten.»

Einen Moment später griff auch noch Goalie Tomi Karhunen daneben. Und nun waren sie endgültig wieder da, die bösen Geister, denen der Meister eigentlich hatte davonlaufen wollen. Immerhin hielt er sie im Schlussdrittel auf Distanz. Bern rannte nun mit viel Energie und Verzweiflung an, verpasste aber die Entscheidung.

In der Verlängerung traf Tristan Scherwey die Latte. Der grosse Aufwand wurde letztlich nicht mit einem zusätzlichen Zähler belohnt. Weil die SCL Tigers in Rapperswil verloren, rückte der Meister dem Playoff trotz nur einem Punkt ein My näher.

Am Freitag gastiert mit dem EV Zug ein weiteres Spitzenteam in der Postfinance-Arena. Die Zuger haben seit gestern die Teilnahme am Playoff auf sicher. Sie sind als erstes Team in der Tabelle Grün eingefärbt.

Grün – für Schwarz-Gelb-Rot im Frühjahr 2020 die Sehnsuchtsfarbe.

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