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Ein Zwischenspurt, und alles war anders

Der SC Bern tut in Rapperswil-Jona nur das Nötigste, er gewinnt aber trotz Fehlstart problemlos 2:1.

Den Berner gelang es, eine schwache Startphase zu überwinden und das Spiel zu drehen.
Den Berner gelang es, eine schwache Startphase zu überwinden und das Spiel zu drehen.
Walter Bieri, Keystone
Marc Arcobellos Doppelschlag brach den Lakers das Genick.
Marc Arcobellos Doppelschlag brach den Lakers das Genick.
Walter Bieri, Keystone
Führung für die Lakers: Roman Schlagenhauf jubelt nach seinem Tor zum 1:0.
Führung für die Lakers: Roman Schlagenhauf jubelt nach seinem Tor zum 1:0.
Walter Bieri, Keystone
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Es war am Ende ein Pflichtsieg, ein Arbeitssieg, Bezeichnungen für solche Angelegenheiten gibt es viele. Wobei, das mit der Arbeit, das traf erst ab dem Mitteldrittel zu, die ersten 20 Minuten waren aus Berner Sicht Eishockey zum Vergessen. «Du kannst nicht sagen, dass wir heute zwei Versionen des SCB sahen. Weil das, was wir im ersten Drittel zeigten, das kann man nicht wirklich ‹SCB› nennen.» Berns Captain Simon Moser fasste das pointiert zusammen.

Pflicht oder Arbeit, es war auch ein Geknorze, das nicht unlogisch war. Spielt der Leader in einer Doppelrunde zwei Mal gegen den Letzten, dann ist das in Tat und Wahrheit eine grössere Herausforderung, als sie auf dem Papier erscheint. Und dass sich der SCB wohl eher auf einen einfachen Sieg, denn auf einen grossen Fight eingestellt hatte, bewies die Startphase deutlich.

Da spielte fast nur das Heimteam. Ja, das sei auch eine «Kopf-Sache» gewesen, sagte Moser. Aber nicht nur: «Es schien, als würden wir auch zu wenig Schlittschuh laufen, der Gegner war immer schneller bei den freien Pucks. Ab dem Mitteldrittel lief unser Motor.»

Zwei Mal schneller reagiert

Und dann wurde der Abend für die Rapperswil-Jona Lakers doch noch zu einem weiteren frustrierendes Erlebnis. Sie hatten den Leader lange in Schach gehalten, dabei ihre Aufwärtstendenz in den letzten Partien bestätigt, 1:0 geführt. Dann reichte kurz vor Spielmitte ein kurzer Zwischenspurt des SCB, und alles war anders. Simon Moser im Powerplay und Mark Arcobello reagierten im Slot jeweils schneller auf frei liegende Pucks als der Gegner, keine zwei Minuten vergingen zwischen den beiden Treffern und Bern führte 2:1.

Das Mitteldrittel, es gehörte generell dem SC Bern. Nicht, dass sein Autftritt berauschend oder wirklich überzeugend gewesen wäre, doch endlich war ersichtlich, dass hier der Erste beim Letzten spielte. Die 18:3 Schüsse zugunsten Berns waren ein Indiz, der Wille, direkter aufs Tor zu gehen ein anderer. Das reichte, im Schlussdrittel brachte der SCB das 2:1 problemlos über die Zeit.

Er tat gerade genug, um nicht den Vorwurf des Verwaltens sich gefallen lassen zu müssen. «Aber ein oder zwei weitere Tore wären dennoch wünschenswert gewesen», sagte Moser. Doch auch er konnte zufrieden konstatieren, dass der SCB nichts mehr zuliess: Auch im Schlussdrittel wurden nur drei Schüsse auf SCB-Goalie Leonardo Genoni notiert.

Doch dieser Beginn, er darf für die heutige Revanche in Bern nicht unter den Teppich gekehrt werden. Die Lakers warfen in die Waagschale: Leidenschaft und das bisschen spielerische Element, das im Tabellenletzten steckt. Das reichte, um einen uninspirierten SCB zu dominieren.

Spätestens im Angriffsdrittel verfing sich der Leader im gegnerischen Abwehrnetz, meistens war der Angriffsversuch schon in der Mittelzone zu Ende. Die Harmlosigkeit in der Offensive wurde auf dem offiziellen Schussblatt bestätigt: Der SCB brachte in den ersten 20 Minuten keinen Schuss aus gefährlicher Position zustande. Das könnte mit einer Portion Zynik fast schon als Kunst bezeichnet werden …

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