Bald zu gut für die Liga

Ambris Dominik Kubalik trumpfte im September gross auf. Sein Weg in die NHL scheint vorgezeichnet.

Der Auffälligste des Saisonstarts: Dominik Kubalik – wie lange kann Ambri ihn halten? Foto: Keystone

Der Auffälligste des Saisonstarts: Dominik Kubalik – wie lange kann Ambri ihn halten? Foto: Keystone

Er ist 23 Jahre alt und war schon zweimal Topskorer der tschechischen Extraliga. Ob im Club oder als einer der jüngsten Spieler im tschechischen Nationalteam: ­Dominik Kubalik trifft regelmässig, wo auch immer er spielt. Und nun das Erstaunlichste: Ein Mann mit diesem Palmarès spielt nicht etwa in Nordamerika, Russland oder in seiner Heimat, sondern in einem Dorf südlich des Gotthards.

Kein Wunder, heisst es immer wieder, Dominik Kubalik sei zu gut für Ambri und die National League generell. Gehört hat er das auch schon, und er verhehlt nicht, dass ihm die Aussage schmeichelt: «Es ist ein Riesenkompliment.» Teilen mag er diese Ansicht nicht: «Es gibt so viele Bereiche, in denen ich mich steigern muss. Ich will ein besserer Spieler und Mensch werden.»

Ausgerechnet Ambri hat der einstige Captain der tschechischen U20-Auswahl für diesen Prozess ausgewählt, und die Erfolge scheinen ihm recht zu geben. Ambri blickt auf einen ziemlich guten Saisonstart zurück, und Kubalik führt die Skorer­liste zusammen mit Lausannes Yannick Herren dank bereits 4 Toren und 3 Assists an. Dass ihn die Tamedia-Sportredaktion zu ihrem «Spieler des Monats» erkoren hat, freut ihn: «Noch wichtiger ist aber, dass wir schon einige Siege landen konnten. In Lugano lief es nicht wie gewünscht, aber schon am Donnerstag und Freitag wollen wir in Zürich und gegen Bern wieder punkten.»

Der erste Teil der Saison muss ihm persönlich vorgekommen sein wie ein Naherholungsurlaub. Zumindest im Vergleich zum Vorjahr. Damals hatte er für drei Clubs gespielt und als «Dessert» mit der Nationalmannschaft noch Olympia und die WM bestritten. «Es war verrückt und anstrengend. Jetzt ist es für mich viel einfacher, es erleichtert es enorm, die ganze Vorbereitung mit Ambri gespielt zu haben und die Jungs schon zu kennen.»

Im letzten November hatte seine Odyssee in der Leventina geendet. Die Vorbereitung hatte er bei Ufa in der KHL absolviert, da er sich aber keinen Ausländerstammplatz ergattern konnte, löste er den Vertrag im August auf. Um den Olympia-Traum nicht zu gefährden, brauchte er Spielpraxis. Paolo Duca, der so abgeklärte Sportchef-Rookie, stattete ihn mit einem Dreijahresvertrag aus, lieh ihn aber sofort an Stammclub Pilsen aus, da die «biancoblu» ihr Ausländerkontingent erschöpft hatten. Drei Monate später kam Kubalik doch – und ist bis heute geblieben.

Speed und Kaltblütigkeit

Lukas Lhotak hatte ihm vorgeschwärmt von den Fans, aber ­Kubalik war sich aus der Heimat auch schon Enthusiasmus gewöhnt. Was er dann erlebte, überraschte ihn massiv: «Ich dachte, das sei Blabla, aber es ist hier wirklich viel grösser. Die Begeisterung ist unglaublich.»

Grund zur Freude haben die Fans vor allem wegen Kubalik. Mit seinem Speed, dem harten Schuss und der Kaltblütigkeit zählt er zu den Liga-Attraktionen, und jetzt will er noch mehr: «Nun habe ich alles kennen ­gelernt. Ich will Tore erzielen, das Spiel lenken und auf und neben dem Eis ein Leader sein.»    

Je stärker die Leistung, desto näher wird er einem Platz in der NHL kommen. Der Draft der Los Angeles Kings hat bereits drei Jahre in der Ontario Hockey League gespielt. Ob er bereits 2019, und trotz weiterlaufenden Vertrags, nach Übersee zieht, weiss er noch nicht: «Ich lebe nicht gerne zu weit in der Zukunft. Ich konzentriere mich einfach voll auf Ambri und will jeden Tag besser werden.» Die Prognose sei gewagt: Falls ihm das gelingt, wird er Ende Saison definitiv zu gut für die National League sein.

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