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Alte Bekannte und neue Abenteuer

Die Eishockey-Schweiz erwartet mit der Champions League, dem Victoria Cup und der Heim-WM ihren aufregendsten Winter. Und auch die Liga boomt.

Die heute beginnende Saison der National League A bringt ein Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Die Eishockey-Hochburg Biel ist 25 Jahren nach dem bisher letzten Meistertitel und 13 Jahre nach dem Abstieg wieder vertreten. Die einstigen NLA-Stars Nummelin, Robitaille (beide Lugano) und Trudel (ZSC) sind nach mehr oder weniger gescheiterten Anläufen in der NHL wieder da. Und der frühere Klotener Captain Martin Plüss versucht nach vier Jahren in Schweden sein Glück in Bern.

Die Schweizer Spitzenliga übt nach wie vor eine grosse Anziehungskraft auf die besten Spieler aus, denen es nicht ganz für die beste Liga der Welt reicht. Auch das Schweizer Publikum wird in die Stadien strömen wie schon lange nicht mehr. Allein der Aufstieg von Biel auf Kosten Basels wird den Zuschauerschnitt heben. Doch auch in Zürich, Genf und Freiburg freut man sich über deutlich verbesserte Saisonkartenabsätze. Und die Berner Eishockeyeuphorie wird durch den Stadionumbau noch verstärkt. Attraktiver ist die NLA offensichtlich auch für Sponsoren und Gönner geworden, wie die teilweise stark erhöhten Budgets der Klubs zeigen.

Investitionen

Meister ZSC muss sich auf eine Meute von Herausforderern einstellen. Bern will nach dem schmachvollen Playoff-Out Wiedergutmachung. Lugano ist zumindest auf der Lohnliste wieder Spitze. Finalverlierer Servette und Rekordmeister Davos sind nicht schlechter als im Vorjahr. Und mit Zug, Kloten und Fribourg haben auch drei Klubs aus dem Liga-Mittelstand investiert.

Der Boom im Schweizer Eishockey kommt zur rechten Zeit. Denn es muss sich in einem zunehmend harten europäischen Wettbewerb behaupten. Aus der russischen Superliga ist die Kontinentale Hockey-Liga (KHL) hervorgegangen, die bereits Teams aus Weissrussland, Lettland und Kasachstan integriert hat und weiter expandieren will. Die von Gazprom alimentierte Liga möchte zu einer europäischen NHL werden und lockt Mannschaften aus Skandinavien, Tschechien und dem Alpenraum.

Für die Schweizer Klubs ist das wohl nicht einmal Zukunftsmusik. In der Gegenwart beschäftigen sich die hiesigen Teams vor allem dann (unfreiwillig) mit Russland, wenn dort die Transferfenster aufgehen. Während der vergangenen Saison zog es die NLA-Stars Petrow und Hentunen nach Kasan. Ähnliche unfreundliche Übernahmen sind wieder zu erwarten.

Für die ZSC Lions und Bern hält die Internationalisierung auch auf dem Eis bereits Einzug. Mit der Champions Hockey League wird nach dem Vorbild der Uefa - und ebenfalls mit Gazprom-Geld - ein neuer Anlauf für einen Wettbewerb der besten Klubteams Europas genommen. Der ZSC ist gesetzt, Qualifikationssieger Bern kann sich nächste Woche am Vorturnier in Nürnberg einen Platz sichern. Die CHL verspricht ein sportlich hoch stehendes Abenteuer[0], in dem es um viel Prestige und Prämien von über 15 Millionen Franken geht. Es wäre aber eine Überraschung, wenn sich die Russen nicht den Löwenanteil von beidem holen würden.

Das erste Duell NLA gegen NHL

Zwei Highlights im internationalen Eishockey-Kalender finden aber auf jeden Fall in der Schweiz statt. Anfang Oktober spielen Europacupsieger Magnitogorsk und die New York Rangers in Bern um den ersten Victoria Cup - und der SCB darf die Amerikaner am Vortag auch noch zur ersten Partie eines Schweizer Teams gegen einen NHL-Klub fordern. Und Ende April beginnt im gleichen Stadion sowie in Kloten die A-Weltmeisterschaft. Die Schweiz darf sich auf ihren aufregendsten Eishockey-Winter freuen.

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