«Wir sind nicht nervös»

Die fünfte Finalpartie vom Freitag (Ilfishalle, 19.45 Uhr) hat wegweisenden Charakter. Die SCL Tigers wollen sich im Meisterrennen vor ausverkauftem Haus in die Poleposition bringen.

Standfest bleiben: Martin Stettler (Mitte) will mit den SCL Tigers einen weiteren Schritt Richtung NLB-Titel machen.

Standfest bleiben: Martin Stettler (Mitte) will mit den SCL Tigers einen weiteren Schritt Richtung NLB-Titel machen.

(Bild: Keystone)

Marco Oppliger@BernerZeitung

Zuweilen kann das Leben eines Eishockeyspielers hart sein. Beispielsweise, wenn man beim obligaten Penaltyschiessen zum Trainingsende als Letzter übrig bleibt, weil man zuvor nicht getroffen hat.

Die Akteure der SCL Tigers haben sich für diesen Fall etwas Spezielles einfallen lassen: Derjenige, der am Ende nicht trifft, muss im nächsten Training einen blauen Helm mit Gitter tragen. Und so überraschte es kaum, lächelte Adrian Gerber süffisant, als er gestern den ungeliebten Kopfschutz an Anton Gustafsson weitergeben konnte. Der zweitbeste Langnauer Playoff-Skorer (13 Tore/2 Assists) war als letzter Penaltyschütze gescheitert.

Die Szenerie verdeutlicht, dass in Langnau trotz Playoff-Druck Zeit für Spass bleibt. Oder um es mit den Worten Yves Müllers zu sagen: «Wir sind nicht nervös.»

«Früh Präsenz markieren»

2:2 steht es im NLB-Playoff-Final zwischen den SCL Tigers und Olten, weshalb die heutige Partie (19.45 Uhr) in der erneut ausverkauften Ilfishalle wegweisenden Charakter hat. «Es ist enorm wichtig, holen wir diesen dritten Sieg», sagte Müller. Claudio Moggi sprach derweil davon, dass es schöner sei, vor eigenem Anhang als auswärts vorzulegen. Relativ pragmatisch sah Captain Martin Stettler die Angelegenheit: «Wir haben bereits im August gewusst, dass wir Meister werden wollen, jetzt sind wir wirklich nahe dran.»

Die Finalserie verlief bis anhin ausgeglichen. Allerdings müssen sich die Emmentaler den Vorwurf gefallen lassen, am Dienstag in Olten (1:2) wegen fehlender Kaltblütigkeit vor dem gegnerischen Tor die Vorentscheidung verpasst zu haben. «Mit unserer Chancenauswertung haben wir uns selbst geschlagen», sagte Moggi und nannte als Musterbeispiel die erste Auswärtspartie, welche die Langnauer 4:1 gewonnen hatten. «Danach müssen wir uns richten, spielen wir intensiv und konzentriert, können wir jeden schlagen.»

Deshalb ist für den Center klar, wie das Team am Freitag auftreten muss: «Ganz einfach, wir müssen Vollgas geben, mit Zweikämpfen bereits früh Präsenz markieren und so das Publikum von Anfang an hinter uns bringen.» Denn die Zuschauer können in der Ilfishalle durchaus Einfluss nehmen. «Jeder von uns freut sich auf dieses Spiel, die Stimmung in der Halle müssen wir bewusst aufnehmen», sagte Captain Stettler. Von erhöhtem Druck wollte er indes nichts wissen. «Der ist in einem Playoff-Final sowieso da, wir müssen einfach von der ersten Minute an bereit sein.»

Gartenarbeit und TV-Serien

Auch wenn die Langnauer die Bedeutung der heutigen Partie nicht überbewerten wollen, so versucht sich doch jeder auf seine Weise abzulenken. Stettler gelingt dies am besten im Kreis seiner Familie. Die Umbauarbeiten am Bauernhaus der Schwiegereltern hat er indes auf Eis gelegt, «ich werde mich nach der Saison wieder darum kümmern».

Claudio Moggi verbringt derweil viel Zeit mit seiner Freundin und deren Tochter, geht mit Teamkollegen essen oder zieht sich zur Gartenarbeit zurück. «Alles, was einen ablenkt, ist willkommen», sagte er. Dem pflichtete Yves Müller bei, der sich am besten mit seiner Lieblings-TV-Serie «Suits» entspannen kann. Das Leben eines Eishockeyspielers hat also auch seine angenehmen Seiten.

Berner Zeitung

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