Wieder ein Neuanfang

Nach dem Playoff-Out richtet sich der Blick beim EHC Biel nach vorne. Die Seeländer stehen vor einem grossen Umbruch, gleich vier Leistungsträger verlassen den Verein.

Grosse Enttäuschung: Beim EHC Biel ist nach dem Playoff-Out gegen Erzrivale Bern Wundenlecken angesagt.

Grosse Enttäuschung: Beim EHC Biel ist nach dem Playoff-Out gegen Erzrivale Bern Wundenlecken angesagt. Bild: Andreas Blatter

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Es ist der Tag danach, und beim EHC Biel ist Wundenlecken angesagt. «In vier von fünf Partien waren wir nahe dran», meint Martin Steinegger, «aber gesamthaft betrachtet waren wir dennoch weit weg von einer Halb­finalqualifikation.» Am Dienstag unterlag der EHC Biel in Bern 1:4, es war der letzte Auftritt der Seeländer in dieser Saison.

Die Befürchtungen des Bieler Sportchefs haben sich bewahrheitet, hatte er doch vor dem Playoff-Auftakt wenig Freude am Duell mit dem Erzrivalen aus der Hauptstadt gezeigt. Weil: «Der SCB war der mit Abstand schwierigste Gegner, auf den wir treffen konnten.» Das klare 1:4 im Viertelfinal ist also letztlich logisch. Und dennoch hält Steinegger fest: «Ich bin definitiv enttäuscht, wie diese Serie verlaufen ist.»

Teure Playoff-Qualifikation

Hingegen darf für den EHC Biel bereits die Playoff-Qualifikation als Erfolg gewertet werden. Zumal der Saisonstart äusserst turbulent verlaufen war, erst nach dem Trainerwechsel von Kevin Schläpfer zu Mike McNamara Ruhe einkehrte. Dessen ist sich auch Manager Daniel Villard bewusst: «Wir dürfen nicht ver­gessen, wo wir herkommen. ­Letztes Jahr verloren wir den Playout-Final, es gab Unruhe mit den Fans. Nun haben wir uns so früh wie noch nie für die Playoffs qualifiziert.»

Bereits vier Runden vor Schluss hatte sich der EHCB die Teilnahme am Meisterrennen gesichert. Doch dann verlor die Equipe von McNamara viermal de suite, weshalb sie gegen Qua­lifikationssieger Bern antreten musste. «Wir haben etwas nachgelassen, das war nicht gut, aber es ist menschlich», sagt Stein­egger. Er mag aber, anders als Villard, kein positives Fazit ziehen.

«Dafür bin ich einfach noch zu hässig über unser Ausscheiden. Ich hatte die grosse Hoffnung, dass wir ein Team haben, das in den Playoffs für eine grosse Überraschung sorgen kann.» Doch die Ausfälle von Gaëtan Haas, Thomas Wellinger und Kevin Fey – drei der wichtigsten Schweizer Feldspieler – wogen in der finalen Saisonphase zu schwer. «Besonders Haas’ Ausfall tat uns weh.»

Schmerzen werden die Bieler auch im Portemonnaie verspüren. Obwohl die Tissot-Arena gegen den SCB zweimal ausverkauft war, schliesst der Klub diese Saison mit Verlust ab. Im Vergleich zum Vorjahr, der ersten Spielzeit in der Tissot-Arena, wurden rund 400 Abonnemente weniger verkauft; hinzu kam das kostspielige Engagement von Torhüter Jonas Hiller und der Zuzug von Marc-Antoine Pouliot Anfang Oktober.

Obwohl das Minus schmerzt, es wird den EHC Biel nicht in Schieflage bringen. «Letztes Jahr lief es finanziell toll, dafür sportlich schlecht, nun ist es umgekehrt. Wir hoffen, dass wir nächste Saison die beiden Bereiche in Einklang bringen», sagt Villard.

Fuchs ist der neue Haas

Nun steht der EHC Biel einmal mehr vor einem Umbruch. Mit Haas (Bern), Wellinger (Lugano), Matthias Rossi (Gottéron) und Dave Sutter (ZSC Lions) verlassen gleich vier Teamstützen den Verein. Gerade der Abgang von Haas dürfte kaum eins zu eins kompensiert werden, handelt es sich doch um den Center der ersten Linie, den Dreh- und Angelpunkt im Powerplay.

Wie wichtig er ist, hat sich nun gegen den SCB gezeigt: Ohne ihn verlor Biels Überzahlspiel – in der Qualifikation das zweitbeste der Liga – massiv an Wirkung. An Haas’ Rolle soll nun Jason Fuchs heran­geführt werden, welcher von Ambri zum EHCB stösst. Immerhin: Bei den Ausländern können die Bieler auf bewährte Kräfte setzen.

Robbie Earl, Jacob Micflikier und Toni Rajala bleiben; mit Pouliot dürften die Verhandlungen bald abgeschlossen sein. Klar ist: Biel wird nur mit vier Ausländern in die neue Spielzeit starten, daher muss Mike Lundin den Klub verlassen.

Die wichtigste Personalie aber wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben – der neue Assistenztrainer. Weil McNamara Ende März 68 Jahre alt wird, sind die Chancen gross, dass der neue Assistent ihn im nächsten Frühling beerben wird. Weshalb das Anforderungsprofil klar ist: Biel will einen Ausbildner, welcher Ta­lente an das Niveau in der NLA heranführen kann.

Und klar ist auch: Er wird Lars Leuenberger, Jason O’Leary (Langenthal) oder Anders Olsson (Elite-Junioren Davos) heissen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.03.2017, 07:29 Uhr

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