«Von uns wird extrem viel erwartet»

Drei Tore steuerte Sandro Moggi am Sonntag zum 4:2-Sieg der Tigers gegen Olten bei. Vor dem vierten Finalduell auf fremdem Eis spricht der 32-Jährige über die Kräfteverhältnisse in der NLB, Druck und übers Fischen.

Jubelpose: Sandro Moggi zählt bei den Tigers zu den Leistungsträgern. In den Playoffs hat er bereits 13 Skorerpunkte gebucht.

Jubelpose: Sandro Moggi zählt bei den Tigers zu den Leistungsträgern. In den Playoffs hat er bereits 13 Skorerpunkte gebucht.

(Bild: Andreas Blatter)

Fast genau ein Jahr ist vergangen, seit Sie in einem Interview mit der Berner Zeitung sagten: «Ich behaupte, dass wir in der NLB die Besten sind.» Langnau verlor 2014 aber den Final – bleiben Sie bei Ihrer Meinung? Sandro Moggi: Sie können die Kräfteverhältnisse selber beurteilen. Aber ja, ich bin auch in dieser Saison überzeugt davon, dass wir die beste Mannschaft sind. Wir führen nun 2:1, sind leicht im Vorteil. Spiel 4 könnte wegweisend sein.

Am Sonntag, im dritten Finalspiel, waren nach dem Startdrittel und dem 0:2-Rückstand Pfiffe zu vernehmen. Was ging Ihnen dabei durch den Kopf? Ich befand mich in meinem eigenen Film, registrierte das gar nicht. Wir beendeten die Qualifikation mit 23 Punkten Vorsprung, haben in den Playoffs zehn von elf Spielen gewonnen – es versteht sich von selbst, dass von uns extrem viel erwartet wird. Was die Ambitionen betrifft, hat sich in Langnau einiges verändert. Gewinnen wir ein normales Meisterschaftsspiel gegen Thurgau mit Mühe 4:3, gehen trotzdem nicht alle Fans glücklich nach Hause.

Demnach befindet sich das Team unter immensem Druck... ... natürlich! Die Vereinsverantwortlichen bekräftigen immer wieder, in die NLA zurückehren zu wollen. Aber mit dem Druck müssen wir umgehen können, in jedem anderen Beruf wird auch Leistung verlangt. Glücklicherweise stimmt bei uns der Mix zwischen erfahrenen Spielern, welche schon einige heikle Situationen gemeistert haben, und unbekümmerten jungen.

Hand aufs Herz: Mit dieser Mannschaft wäre alles andere als der NLB-Titel eine riesige Enttäuschung. Ja, aber Olten ist stark, hat ein 30-Mann-Kader. Da sitzen Profis auf der Tribüne, die bei anderen NLB-Teams in der ersten oder der zweiten Linie spielen würden. Ich hoffe, dass wir etwas frischer sind, sich unser intensives Sommertraining auszahlen wird.

Dass Sie mit der Erfahrung von 368 NLA-Einsätzen in der dritten Linie stürmen, verdeutlicht, wie gut das Kader besetzt ist. Sind Sie mit Ihrer Rolle zufrieden? Die Linien werden bei uns bewusst sehr ausgeglichen zusammengestellt. Das ist unsere Stärke, jede Formation kann ein Spiel entscheiden. Dadurch sparen wir Energie. Klar, an der Seite eines Ausländers ist es einfacher, Skorerpunkte zu buchen. Aber ich bin 32 und keine 20 mehr, von Statistiken lasse ich mich nicht mehr verrückt machen.

Die letzte Saison war gezeichnet von einem ständigen Auf und Ab. Was läuft nun besser? Das Team wurde geschickt verstärkt, einige junge Spieler haben Fortschritte gemacht. Mittlerweile haben wir uns an die Gegebenheiten der Liga gewöhnt – und vom Abstiegsgroove ist längst nichts mehr zu spüren.

Am Sonntag befand sich ein Scout der Rapperswil-Jona Lakers in der Ilfishalle. Befassen Sie sich bereits mit den möglichen Gegnern in einer allfälligen Ligaqualifikation? Halt, halt: Wir haben den Final noch lange nicht gewonnen. Ein Playout-Spiel zwischen Ambri und Rapperswil habe ich mir aber am Fernsehen angeschaut. Ich weiss aus Erfahrung, wie unangenehm solche Spiele sind. Man hat nur noch wenig Selbstvertrauen, fühlt sich auf dem Eis oftmals miserabel.

Sie sind Mitinhaber eines Onlineshops für Fischereizubehör. Weilen Sie dieser Tag oft auf dem Wasser? Nein, etwas weniger als sonst. Aber in dieser Woche werde ich einmal ins Boot steigen und hinausfahren. Beim Fischen kann ich gut abschalten und der Hektik entfliehen.

Berner Zeitung

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