Vollgas vor vollen Rängen

Vor dem heutigen Heimspiel gegen Kloten schielen die SCL Tigers wieder in Richtung Playoff-Plätze. Die Euphorie ist riesig, kein anderes NLA-Stadion so gut ausgelastet wie die Ilfishalle.

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Was die Langnauer an Silvester unternahmen, ist nicht überliefert. Allzu lange gefeiert wurde kaum, stand doch am Neujahrstag eine intensive Trainingseinheit auf dem Programm. Die Vorsätze, welche sich die Profis gefasst haben, können so schlecht nicht gewesen sein: 2016 ist bis anhin das Jahr der SCL Tigers, sie gewannen 5 von 6 Spielen, be­sitzen auf einmal Chancen im Kampf um einen Playoff-Platz.

Lediglich ein Verlustpunkt beträgt der Rückstand auf Kloten und Rang 10, welcher nach Qualifikation und Platzierungsrunde mit dem Ligaerhalt einherginge. Heute (19.45 Uhr) kommt es in Langnau zum Duell mit den Zürchern. «Der Druck liegt sicher nicht beim kleinen Langnau, sondern bei den grossen Gejagten», sagt Trainer Benoît Laporte. «Wir fühlen uns derzeit als Jäger sehr wohl und geben Vollgas.»

97,3 Prozent aller Tickets weg

Laporte hat sich aus der Schuss­linie befreit. Nicht wenige forderten in den letzten Wochen seine Entlassung, nun kann er vorerst in Ruhe weiterarbeiten. Die Mannschaft besitze viel Selbstvertrauen, «wir treten konzen­trierter auf als im alten Jahr, einige übernehmen endlich mehr Verantwortung». Den Auswärtssieg vor Weihnachten in Zug bezeichnet der 55-Jährige als Wendepunkt. «Auf der mentalen Ebene hat dieser Erfolg sehr vieles ausgelöst. Der Glaube an die eigenen Stärken ist seither viel grösser.»

Gar riesig ist nach wie vor die Euphorie im Emmental, ungeachtet dessen, dass die Tigers seit Saisonbeginn stets auf den Rängen 11 oder 12 klassiert gewesen sind. Bei 9 von 19 Spielen blieb in der Ilfishalle kein Sitz- respektive Stehplatz leer. 5839 Zuschauer kommen durchschnittlich – es handelt sich um den höchsten Wert in der Vereinsgeschichte. Budgetiert hatten die Verantwortlichen mit rund 5000 Fans pro Partie, Mehreinnahmen von schätzungsweise einer Million Franken dürften resultieren.

Die NLA-Vereine und ihre Zuschauer: Die angegebenen Zahlen sind Zuschauerschnitt/Stadionkapazität (z.B. SCL Tigers: Zuschauerschnitt 5839/Stadionkapazität 6000)

Was die Stadionauslastung betrifft, sind die SCL Tigers Spitzenreiter, was, obwohl der Klub über die kleinste Halle verfügt, bemerkenswert ist. Nicht weniger als 97,3 Prozent aller Tickets hat der Aufsteiger bis anhin verkaufen können, meistens war nur der Gästesektor nicht ausverkauft. «So extrem war der Rückhalt wohl nie. Das beweist, dass wir attraktiv spielen», sagt Stürmer Claudio Moggi, seit 2007 in Langnau engagiert. Es erstaunt daher nicht, planen die Langnauer den Bau einer kleinen Tribüne mit rund 220 Sitzen.

Wegweisendes Wochenende

Bleiben die Tigers in den nächsten Wochen zumindest an Platz 10 dran, werden die Zahlen wohl noch besser werden. Die anstehende Doppelrunde dürfte wegweisend sein; nach dem Duell mit Kloten folgt morgen die Partie beim Tabellenachten Ambri­Piotta, welcher «nur» vier Verlustpunkte voraus liegt. Beide Kontrahenten sind suboptimal ins neue Jahr gestartet, die Flyers haben zudem letztmals vor drei Monaten zwei Spiele in Serie ­gewonnen.

Langnau will den Schwung nutzen, «wir haben zuletzt Ausserordentliches geleistet, umso mehr, wenn man an unser Verletzungspech denkt», meint Laporte. In der Tat fallen nicht nur beim SC Bern seit Wochen viele Spieler aus. Sieben Akteure müssen pausieren, Thomas Nüssli zumindest sollte nach auskurierter Hirnerschütterung ins Team zurückkehren.

Nüssli ist einer von 12 Tigers-Profis mit auslaufendem Vertrag, was laut Coach Laporte leistungsfördernd wirkt. «Jeder will sich aufdrängen, von seiner besten Seite präsentieren.» Verteidiger Massimo Ronchetti wird mit Lugano in Verbindung gebracht. Der «Blick» meldete, dass ohne die Moggi-Zwillinge Claudio und Sandro ­sowie Sven und Kim Lindemann geplant werde – was Sportchef Jörg Reber allerdings dementiert.

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