Viel Selbstkritik in Langnau

Bereits im zweiten Spiel der NLA-Platzierungsrunde haben die SCL ­Tigers eine Niederlage eingefangen – zu Hause gegen den Tabellenletzten Biel verlieren sie 2:3.

Mit harten Bandagen:?Kevin Clark (Tigers/oben) gegen Mauro Dufner (Biel).

Mit harten Bandagen:?Kevin Clark (Tigers/oben) gegen Mauro Dufner (Biel).

(Bild: Keystone)

Stephan Dietrich

Jetzt oder nie. Die NLA-Platzierungs­runde hätte spannend werden können. Die SCL Tigers hätten Biel bezwingen müssen, und schon hätten sie gute Chancen gehabt, den angestrebten Ligaerhalt ohne Playout-Spiele zu realisieren. Aber die SCL Tigers verloren 2:3, und der Grund für die Pleite war rasch gefunden. Captain Sven Lindemann fand dir richtigen Worte: «Wir haben den Start komplett verschlafen.»

Nicht zum ersten Mal, die Schwächen der Emmentaler im ersten Drittel sind geradezu dramatisch. Trainer Benoït Laporte erwähnte die Statistik genervt. «Unsere Tordifferenz aus allen Startdritteln der laufenden Saison beträgt minus 31. Das ist nicht akzeptabel.» Nur wer die Verantwortung für den Schlamassel trägt, ist umstritten.

Muss der Trainer sein Team so einstellen, dass es von Beginn weg Leistung bringt? Oder sind die Spieler in der Pflicht, sich auf Betriebstemperatur zu bringen? «Wenn wir wüssten, woran es liegt, hätten wir das Manko längst behoben», sagte Sven Lindemann. «Wir haben in dieser Saison schon vieles probiert – mit mässigem Erfolg», fand Trainer Laporte.

Doppelschlag im ersten Drittel

Der Auftakt der SCL Tigers gegen Biel war miserabel. Bereits in der 8. Minute erzielte Anthony Huguenin das 0:1, eine Minute später doppelte Gaëtan Haas nach. Die Tigers standen noch neben den Schlittschuhen. Beiden Toren waren krasse Fehler vorausgegangen. Einfachste Pässe wollten nicht gelingen, Missverständnisse führten zu Puckverlusten.

Kurz, jeder Spieler wurstelte für sich, von einer Einheit war wenig zu sehen. Nun, die Tigers fingen sich, Tore wollten ihnen aber lange keine gelingen. Erst elf Minuten vor Schluss brachte Jewgeni Schiriajew die Hoffnung in die mit 6000 Zuschauern erneut ausverkaufte Ilfishalle zurück.

Jetzt oder nie. Die SCL Tigers kriegten eine ausgezeichnete Chance auf den Ausgleichstreffer. Knapp acht Minuten waren noch zu spielen, auf der Strafbank sassen gleich zwei Bieler. Benoït Laporte nahm sein Time-out, wählte die Spieler aus, die sich während mehr als einer Minute im doppelten Überzahlspiel versuchen sollten.

Die Ausbeute aus dem Powerplay jedoch war ernüchternd. Die Formation konnte sich keine nennenswerte Torchance erarbeiten. Sven Lindemann sprach Klartext: «Unser Überzahlspiel verdient den Namen nicht.» Zu kompliziert werde gespielt, und der Puck werde zu wenig schnell weitergeleitet.

Gegen Biel begannen die Probleme schon damit, die Spielscheibe überhaupt ins Angriffs­drittel zu bringen. Im Wissen, dass die Überzahlsituationen im Eishockey sehr wichtig sind, würden diese tägliche trainiert, erläuterte Lindemann. Nur: Der Erfolg ist derzeit nicht sichtbar.

Wilson fällt wohl aus

Die Partie blieb trotzdem spannend, die letzten Hoffnungen knickten die SCL Tigers jedoch gleich selber. Ville Koistinen verlor hinter dem eigenen Tor den Puck. Biel profitierte vom Aussetzer des finnischen Routiniers, Alexei Dostoinov erzielte das 1:3. Yannick-Lennart Albrechts 2:3 kam zu spät – erst recht, weil sein Team bis zum Matchende in Unterzahl spielen musste.

Die Tigers verloren jedoch nicht nur das Spiel, sondern auch noch drei Spieler. Anton Gustafsson erwischte es im ersten Drittel, Kyle Wilson im Mittelabschnitt. Der Kanadier verletzte sich an der Schulter und wird womöglich bis zum Saison­ende ausfallen. Kurz vor dem Spielende erlitt zudem Sandro Moggi eine leichte Hirnerschütterung.

Zwei akzeptable Drittel reichten den Tigers nicht zum Sieg, weil sie zu Spielbeginn ungenügend waren. «Wir müssen unbedingt einen Weg finden, damit uns nicht immer wieder dieselben Fehler unterlaufen», fordert Sven Lindemann. Besser sofort als nie.

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt