«Sonst zeige ich eben hier mein bestes Hockey»

Der 26-Jährige Damien Brunner wurde letzte Saison zum wertvollsten NLA-Spieler gewählt. Vor der Partie in Bern spricht Zugs Stürmer und Ligatopskorer über Henrik Zetterberg, die NHL – und seine Vergangenheit im SCB-Nachwuchs.

Eigentlich hätte sich Damien Brunner in der NHL beweisen wollen. Wegen des Lockouts demonstriert er seine Klasse weiterhin in der Schweiz – und am Freitag in Bern.

Eigentlich hätte sich Damien Brunner in der NHL beweisen wollen. Wegen des Lockouts demonstriert er seine Klasse weiterhin in der Schweiz – und am Freitag in Bern. Bild: Keystone

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Sie sind wieder dort, wo Sie letzte Saison aufgehört haben – an der Spitze der Skorerliste. Was bedeuten Ihnen Tore?
Damien Brunner: Ich lebe von den Toren – und von meinem unbedingten Willen, auf dem Eis Chancen zu kreieren, Tore zu erzielen und dem Team zu helfen.

Es muss ein wunderbares Gefühl sein, mit Henrik Zetterberg und Linus Omark spielen zu dürfen.
Ich hatte in den letzten Jahren immer das Glück, neben guten Spielern zu agieren. Dass es mit zwei derartigen Kalibern nochmals besser laufen würde, durfte fast erwartet werden. Und wenn dann noch Rafael Diaz mit uns auf dem Eis steht, sind es extrem viele Spieler, welche die Scheibe behaupten, das Tempo erhöhen oder verlangsamen können. Dies macht unsere Linie so gefährlich.

Haben Sie Zetterberg vor der Abreise aus dem Sommercamp in Detroit tatsächlich gesagt: «Wir sehen uns bald in Zug!»?
(schmunzelt) Das ist so.

Also haben Sie den Transfer vermutlich auch eingefädelt.
Ich stellte den Kontakt her. Henrik rief mich an, ich erzählte ihm, was ihn in Zug erwarten würde und sagte den Klubverantwortlichen, dass sie einen Superspieler und Supertypen, eine unglaubliche Persönlichkeit verpflichten könnten. Danach übernahmen der Agent und der Sportchef.

Wie wichtig ist es für Ihre NHL-Zukunft, dass Sie mit Zetterberg derart gut harmonieren?
Dass es mit Zetterberg gut klappt, wird mir bei Detroit keinen Stammplatz sichern. Aber schaden kann es nicht (lacht). Ich weiss, was mich in Nordamerika erwartet und dass ich von der ersten Sekunde an hellwach sein muss, damit ich mich ins Team kämpfen kann – sofern es in der NHL überhaupt losgeht.

Sie besitzen bei den Red Wings einen Einjahresvertrag. Wie steht es um Ihre Zukunft, sollte die ganze NHL-Saison ausfallen?
Keine Ahnung. Ich kann das nicht beeinflussen und werde mir erst Gedanken machen, wenn es so weit kommen sollte. Ich hoffe, dass die Saison in Nordamerika doch noch beginnen wird – und sonst zeige ich eben hier mein bestes Hockey.

Weshalb haben Sie sich für Zug und gegen die American Hockey League entschieden?
Ich liess mir beim Entscheid genügend Zeit, sprach auch mit dem Coach und dem General Manager von Detroit...

Trainer Mike Babcock und General Manager Ken Holland würden Sie vermutlich lieber in der AHL sehen.
Wäre dies der Fall, würde ich jetzt nicht in der Schweiz spielen.

Dem EVZ läuft es immer besser, trotz der vielen Rochaden auf der Torhüterposition. Bereiten diese dem Team keine Probleme?
Es ist sicher speziell, dass zuletzt zwei Torhüter aus gegnerischen Mannschaften für uns gespielt haben. Aber unser Ziel ist es, den eigenen Goalie möglichst gut abzuschirmen, egal, wie er heisst und wo er unter Vertrag steht.

Am Freitag treten Sie mit Zug in Bern an. Sind Partien gegen den SCB für Sie etwas Spezielles?
Ich spiele extrem gerne gegen Bern. Der SCB stellt jede Saison eine Topmannschaft und ist somit für jeden Gegner eine Herausforderung: Wenn du gegen Bern gewinnen willst, musst du nahe am Maximum spielen – diese Challenge mag ich sehr. Noch schöner ist es, wenn du in Bern vor dieser einmaligen Kulisse bestehen kannst.

Was viele Leute nicht wissen: Damien Brunner spielte einst ein Jahr im SCB-Dress.
Ja, ich war eine Saison bei den Novizen, begann damals die Feusi-Sportschule. Bern hatte aber damals sehr gute Elite-A-Junioren, ich hätte den direkten Sprung in die Elite-A wohl nicht geschafft, deshalb ging ich zurück zu Kloten. Auch dort klappte es mit der Elite-A nicht und ich wechselte zu den Elite-B-Junioren nach Winterthur. Und dann begann es endlich, mit dem Toreschiessen zu funktionieren (lacht). (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.11.2012, 10:35 Uhr

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