So werden die Schweizer Finnland schlagen

Wie die finnische Hürde genommen werden kann und dem Schweizer Eishockeyteam der Coup gelingt.

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Um heute Abend in Herning Finnland zu schlagen und zum dritten Mal in zwei Jahrzehnten die Halbfinals einer Eishockey-WM zu erreichen, muss bei den Schweizern vieles passen. Nachstehend die fünf Schlüssel zum Sieg.

Druck über die Flügel

Die grösste Stärke der einen trifft auf die grösste Schwäche der anderen: Torgefährliche Flügelstürmer wie dieses Jahr hatte die Schweiz an einer Weltmeisterschaft noch nie, die finnische Abwehr dagegen war schon weit besser besetzt, und ihre talentiertesten Vertreter sind noch sehr jung. Die Schweizer NHL-Flügel Nino Niederreiter, Sven Andrighetto, Timo Meier und Kevin Fiala müssen ihre weniger erfahrenen Gegner überfordern, Gregory Hofmann, der Torschützenkönig der Schweizer Liga, und SCB-Captain Simon Moser haben ebenfalls das Zeug dazu.

Roman Josi

Natürlich stimmt es, dass der wichtigste Einzelspieler im Eishockey der Goalie ist. Aber ob nun Reto Berra oder Leonardo Genoni gegen Finnland im Tor steht, hat auf die Schweizer Halbfinalchancen keinen entscheidenden Einfluss. Beide sind im Stande, auch auf diesem Niveau den Unterschied zu machen, beide haben das schon bewiesen. Wirklich unersetzbar und einmalig ist in diesem WM-Team hingegen ein anderer: Roman Josi. Als Offensivverteidiger führte er die Schweizer vor fünf Jahren zu WM-Silber, und wenn es sein Team auch heute in den Halbfinal schaffen soll, sind die Souveränität und die Genieblitze des Nashville-Captains aus Bern unverzichtbar.

Powerplay weiter verbessern

Die gute Nachricht: Erstmals unter Patrick Fischer ist das Schweizer Überzahlspiel keine Schwäche, sondern mit 27,6 Prozent Erfolgsquote sogar eine ausgesprochene Stärke. Die schlechte Nachricht: Für einen Sieg gegen die Finnen muss es trotzdem besser werden. Denn die Nordländer haben nicht nur das zweitbeste Penaltykilling des Turniers (88 Prozent), sondern sind in Unterzahl sogar ausgesprochen torgefährlich. Fünf Treffer gelangen ihnen schon mit einem Mann weniger – keinem anderen Team mehr als zwei. Das Schweizer Powerplay darf sich leichtsinnige Puckverluste gegen die aggressiven, schnellen Finnen nicht erlauben.

Harri Säteri

Finnland ist traditionell ein Land mit starken Goalies – und doch ragt der 28-jährige Harri Säteri an diesem Turnier noch heraus. Mit einer Fangquote von 95,4 Prozent ist er die Nummer 1 der WM, zuletzt brachte er die Amerikaner zur Verzweiflung und um den Gruppensieg, als er ihrem Sturmlauf so lange trotzte, bis seine Vorderleute den entscheidenden Vorsprung herausgeschossen hatten. Das Muster wiederholt sich: Noch nie lagen die Finnen mit dem NHL-Goalie aus Florida in Rückstand, bei ihren zwei Niederlagen war er Ersatz. Säteris Team hat noch nicht bewiesen, dass es auf einen Rückstand reagieren kann – und die Schweizer müssen es genau dazu zwingen.

Keine Fehler, keine Strafen

So banal es klingt, so entscheidend ist es: Den besten Stürmern der Welt darf man nicht die Möglichkeit geben, ihr Talent zu entfalten. Sebastian Aho ist mit 9 Toren und 17 Punkten der Beste der WM, Teuvo Teravainen die Nummer 3 der Skorerliste, und 5,4 Treffer pro Spiel zeigen, dass auch sonst viel Offensivpotenzial in der finnischen Mannschaft steckt. Die Schweizer müssen diszipliniert verteidigen und möglichst wenig Strafen nehmen. Denn in Überzahl ist die finnische Feuerkraft erst recht fatal (29 Prozent Erfolgsquote). (Bernerzeitung.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.05.2018, 19:12 Uhr

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