Fünf Stiche für ein Tor

Eishockey

Mit dem 4:2-Heimsieg gegen Martigny haben die SCL Tigers zum Auftakt der NLB-Saison die Pflicht erfüllt. Angreifer Chris DiDomenico erlebte einen turbulenten Abend.

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Philipp Rindlisbacher

Die ruhige Zeit in Langnau ist vorbei. Nun läuft der Verkehr Richtung Emmentaler Hauptort an etwa zwei Abenden pro Woche wieder stockend, im Dorf herrscht Parkplatzmangel. Die NLB-Qualifikation hat für die SCL Tigers gestern begonnen – vom da und dort befürchteten Zuschauerrückgang war nichts zu spüren. 4873 Fans bejubelten den ungefährdeten 4:2-Heimsieg gegen Martigny; 3800 Saisonkarten sind verkauft, bereits jetzt ist der Vorjahreswert übertroffen.

Ein Erfolg zum Auftakt nehme etwas Druck von den Schultern, meinte Chris DiDomenico. Der Kanadier erlebte eine turbulente Partie. Nach einem Zweikampf im Startdrittel stürzte er und knallte mit dem Kopf gegen die Bande. Der Mittelstürmer blutete oberhalb und seitlich des rechten Auges, die Wunde wurde mit 5 Stichen genäht. Im zweiten Abschnitt kehrte er aufs Eis zurück – und hatte sofort den Durchblick.

Nach lediglich 39 Sekunden schoss der Publikumsliebling die Tigers 2:1 in Führung. Wiederum sieben Minuten später spielte er den präzisen Pass auf Zuzug Yves Müller, der diesen bei 6 gegen 3 Feldspielern verwertete. «Wegen ein paar Stichen macht ein Eishockeyprofi kein Theater», liess DiDomenico verlauten. Schmerzen spüre er keine, «vielleicht kommen die in den nächsten Stunden». Die Darbietung des Teams sei ordentlich gewesen, «wir hatten das Spiel unter Kontrolle». Anzumerken gilt es jedoch, dass Martigny im Vergleich zur Vorsaison an Qualität eingebüsst hat. Die russischen Investoren scheinen im Unterwallis die Lust verloren zu haben, das Budget wurde um mehrere Hunderttausend Franken reduziert.

Flückiger auf Probe

Nach Startschwierigkeiten – Martigny war nach einem Lapsus von Lukas Haas in Unterzahl in Führung gegangen – vermochten sich die Langnauer zu steigern; sie erspielten sich Chancen zuhauf, hätten höher gewinnen müssen. Ein Engpass besteht derweil in der Defensive. Deny Bärtschi und Marc Rüegg fallen vorderhand aus.

Daher wird Stefan Flückiger mit einem Vertrag bis Ende September ausgestattet, der Verteidiger stand zuletzt beim in Konkurs gegangenen EHC Basel unter Vertrag. Auch mit dem Bieler Christian Moser bestehen Kontakte, vergangene Woche wurde zudem Ruben Rampazzo getestet. Der italienisch-schweizerische Doppelbürger war letzte Saison mit Ritten italienischer Meister geworden und versucht sich auch in Davos für einen Vertrag aufzudrängen.

Bereits heute (17.30 Uhr) gastiert die Equipe Bengt-Ake Gustafssons beim HC Thurgau, innert Monatsfrist bestreiten die Langnauer zehn Partien. Auch für die Profis ist die ruhige Zeit vorbei.

Berner Zeitung

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