Erfolgreich, vielseitig, vereinstreu: Zum Tod von SCB-Legende Roland Dellsperger

Roland Dellsperger ist im Alter von 65 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Er hatte 18 Jahre für den SCB gespielt und mit den Bernern fünf Meistertitel geholt.

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Mit Roland Dellsperger ist am Mittwoch eine SCB-Legende im Alter von 65 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. 1975 wurde der damals erst 28-jährige Roland Dellsperger von seinem Stammverein SC Bern noch zu Aktivzeiten zum Ehrencaptain der ersten Mannschaft ernannt. Die Gründe für diese ausserordentliche Ehrung fussten auf überdurchschnittlichen Verdiensten und Leistungen des vorgestern so unerwartet Verstorbenen.

Der am 1.Juni 1947 geborene Roland Dellsperger ist der einzige SCB-Akteur, der mit den Stadtbernern fünf Meistertitel feiern konnte. Als noch nicht 18-Jähriger begann die Karriere von «Däusi» unter dem kanadischen Trainer Ed Reigle in der Endphase der Meistersaison 1964/1965 auf der legendären Ka-We-De. Die Fortsetzung brachte mit Trainer Paul-André Cadieux die Titelwürden von 1974, 1975 und 1977.

Torschützenkönig 1973/1974

Der Abschluss der glanzvollen Serie erfolgte 1979, als der Deutsche Xaver Unsinn als SCB-Trainer wirkte. In insgesamt 18 Saisons bestritt Dellsperger total 467 Punktekämpfe in der Nationalliga. Auf internationaler Bühne brachte es der waschechte Stadtberner zu 33 Einsätzen mit der Nationalmannschaft. Die Klubtreue von Roland Dellsperger erstreckte sich von 1954 (Eintritt bei den SCB-Junioren) bis zu seinem Tod.

Anfangs als Center eingesetzt, spielte Dellsperger später vorwiegend auf der Flügelposition. In der Saison 1973/1974 wurde er mit 32 Toren zusammen mit Michel Türler (La Chaux-de-Fonds) NLA-Torschützenkönig. Es war statistisch seine erfolgreichste Spielzeit. Mit dem Spitzeneishockey machte der Mann mit der Dressnummer 12 in der Saison 1981/1982 Schluss. Die SCB-Nummer 12 hängt mit jenen ehemaliger Teamkollegen unter dem Dach der Postfinance-Arena und wird nicht mehr vergeben.

Auch Stimmungsmacher

Max Sterchi, beim SCB über ein halbes Jahrhundert in fast allen Chargen als Funktionär tätig, erinnert sich an den Karrierestart von Roland Dellsperger: «Er war ein toller Kerl, mit viel sportlichem Talent und stets zu Spässen aufgelegt, daher war er auch ein Stimmungsmacher in der Mannschaft. Er hatte mit seiner Art natürlich nicht nur Freunde in seinem Umfeld, aber machte seine Sache gut», sagt der heute 82-jährige Sterchi, der zu Beginn von Dellspergers Laufbahn beim SCB Konditionstrainer war und dem aufstrebenden Eishockeytalent auch im privaten Bereich mit Rat und Tat zur Seite stand.

In der sportlichen und beruflichen Karriere wechselten sich Hochs und Tiefs auch bei Roland Dellsperger ab. Menschlich beeindruckte er stets durch viel Geschick und Einfühlungsvermögen – zum Beispiel als Captain und Wortführer im Team, als verlängerter Arm des Trainers, Kontaktperson zum Vereinsvorstand, aber auch als Betreuer für ausländische Profispieler. Roland Dellsperger beeindruckte in der breiten Spanne vom diskreten Helfer über den Spielgestalter bis zum brillanten Goalgetter und Publikumsliebling.

Roland Dellsperger ist in der heutigen, schnelllebigen Zeit ein aussergewöhnliches Beispiel, wenn es um Vereinstreue geht. Er war bis zuletzt noch als Mitarbeiter für die SCB Eishockey AG tätig, machte in dieser Funktion Stadionführungen und Besucherbetreuungen – das alles stets mit einer positiven Ausstrahlung und dem ihm eigenen Humor. (Berner Zeitung)

Erstellt: 08.02.2013, 06:15 Uhr

Berner Orginal

Dellsperger war auch im gesellschaftlichen Bern ein bekannter Name. Im Ryffligässli führte er jahrelang als Gastgeber die Café-Bar «Interview», in der tout Bern ein und aus ging. Diese Zeit mit dem «Interview» beschrieb Dellsperger vor zehn Jahren gegenüber dieser Zeitung als «gute Zeit».

Anschliessend hatte er weniger Glück mit seinen Tätigkeiten im Gastrobereich. Mit dem Babalu in der Gurtengasse, das er jahrelang führte, ging es finanziell bergab. Sein oft naiver Charakter habe sich im Geschäftsleben nicht immer als positiv erwiesen, sagte er über sich selber. 1996 stieg er beim Babalu aus.

«Dellsperger war ein sehr geselliger Typ», erinnert sich Matthias Mast, ehemaliger Chefredaktor des «Berner Bären», der Dellsperger in der Stadt oft kreuzte. «Er war ein glänzender Unterhalter, ein blendender Witzeerzähler und ein Charmeur, der bei den Frauen gut ankam.» Im kleinen Rahmen spielte Dellsperger gerne Gitarre und sang dazu

Ein offener und aufgestellter Mann sei aus dem Leben gerissen worden, sagt der ehemalige Bobolympiasieger und frühere Leichtathlet Edy Hubacher, der Dellsperger gut kannte. «Die Nachricht von seinem Tod war ein Schock für mich», sagt Hubacher.

Vor einem Monat seien sie noch an der Ferienmesse zusammengesessen. Dellsperger war Ehrenpräsident des Teams 70, Hubacher ist Ehrenmitglied. Die Gruppe mit Vertretern aus Sport und Kultur fördert den Austausch zwischen Persönlichkeiten. Roland Dellsperger hatte zwei Söhne und eine Tochter. (wrs)

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