SC Bern verliert gegen die Lions und entlässt Trainer Larry Huras

Die 1:2-Heimniederlage des SC Bern gegen die ZSC Lions sorgte am Freitagabend für ein sofortiges Nachspiel: Der Kanadier Larry Huras wurde in seiner dritten Saison als Trainer des SC Bern entlassen.

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Die Klubführung begründete den Entscheid nach der 1:2-Niederlage nach Verlängerung gegen die ZSC Lions mit der unattraktiven Spielweise des eigenen Teams. Die interimistische Nachfolge treten Huras' bisheriger Assistent, Antti Tormänen (Fi), sowie Nachwuchstrainer Lars Leuenberger an. «Wenn es einen souveränen Sieg gegeben hätte, wäre es zu keiner Entlassung gekommen. Bei einem erknorzten Erfolg dagegen wäre es ebenfalls so herausgekommen», sagte Berns CEO Marc Lüthi zur Massnahme, die aufgrund des frühen Zeitpunkts in der Saison überrascht.

Allerdings hatte CEO Lüthi bereits am Spieltag gegenüber dieser Zeitung von fehlendem Unterhaltungswert gesprochen und dadurch die Arbeit des Trainers in Frage gestellt. «Die einzige Konstanz unserer Mannschaft ist die Inkonstanz», polterte Lüthi. Das gellende Pfeifkonzert der SCB-Fans nach der im Finish erlittenen Niederlage gegen die ZSC Lions erleichterten Lüthi und Walter Born, den Verwaltungratspräsidenten der SCB Eishockey AG, das Durchgreifen. Das Duo teilte Huras nach Spielschluss in den Katakomben der PostFinance-Arena die Entlassung mit.

Titel in der ersten Saison

Mit Huras wurde der erste Headcoach in der laufenden NLA-Saison entlassen. Der heute 56-jährige Kanadier hatte den SCB in seiner ersten Saison als Teamverantwortlicher zum Meistertitel geführt. Schweizer Meister war er als Trainer auch mit den ZSC Lions (2001) und Lugano (2003). Zudem führte er Ambri-Piotta zum zweifachen Triumph im Continental-Cup (1998 und 1999) und einem Triumph im europäischen Supercup (2000).

Dass die ZSC Lions gegen den SC Bern ihre Siegesserie fortsetzen konnte, war nach dem Spiel nur noch Nebensache. Zum Matchwinner beim vierten Erfolg hintereinander avancierte Andres Ambühl, der nach 53 Sekunden in der Overtime das 2:1 erzielte. Dass die Gäste überhaupt die Verlängerung erreicht hatten, verdankten sie Reto Schäppi, der in der 57. Minute ausglich. Der SCB war im Mitteldrittel durch Kwiatkowski in Führung gegangen. Der SC Bern hatte zuvor sechsmal in Serie gegen den ZSC gewonnen. Die Niederlage war die dritte in Folge für die Berner.

Telegramm:

Bern - ZSC Lions 1:2 (0:0, 1:0, 0:1, 0:1) n.V.

PostFinance-Arena. - 15'653 Zuschauer. - SR Mandioni, Kehrli/Kohler. - Tore: 35. Kwiatkowski (Reichert, Gardner) 1:0. 57. Schäppi (Kenins, Geering) 1:1. 61. (60:53) Ambühl (Cunti) 1:2. - Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Bern, 2mal 2 Minuten gegen ZSC Lions. - PostFinance-Topskorer: Ritchie; Tambellini.

Bern: Bührer; Kwiatkowski, Philippe Furrer; Jobin; Hänni; Meier, Beat Gerber; Déruns, Ritchie, Pascal Berger; John Fritsche, Froidevaux, Scherwey; Vermin, Martin Plüss, Rüthemann; Neuenschwander, Gardner, Reichert; Christoph Bertschy.

ZSC Lions: Flüeler; Blindenbacher, Geering; Seger, Stoffel; McCarthy, Daniel Schnyder; Gobbi; Bühler, Ryser, Monnet; Schäppi, Tambellini, Cunti; Bastl, Widmer, Ulmann; Kenins, Patrik Bärtschi, Ambühl; Nylander.

Bemerkungen: Bern ohne Höhener, Vigier, Morant, Roche sowie Lötscher (alle verletzt), ZSC Lions ohne Cory Murphy, Ziegler, Down, Schommer, Breitbach, Baltisbererger, Wichser (alle verletzt), Pittis (gesperrt) sowie Camperchioli (GCK Lions). - NLA-Debüt von Lions-Stürmer Steven Widmer (19).