Rückhalt mit grosser Ruhe

Die Röthenbacher Torhüterin Saskia Maurer gilt als eines der grössten Schweizer Talente. Nächste Woche spielt sie an der U-16-EM in Budapest.

Stilsicher: Saskia Maurer will an der U-16-EM glänzen.

Stilsicher: Saskia Maurer will an der U-16-EM glänzen. Bild: Clément Bucco-Lechat

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Seit rund 14 Monaten schwebt die bald 16-jährige Saskia Maurer auf einer Wolke des Erfolges. Ihr Name ist weit über die beschauliche Gegend Schallenberg/Thun hinaus bekannt geworden, selbst in Nordamerika haben die ersten Scouts ihn in ihren Notizbüchern vermerkt und in der Schweiz Erkundigungen eingefordert.

Nicht zu Unrecht, denn Saskia Maurer eilt von Erfolg zu Erfolg: Bronzemedaille an den Olympischen Jugendspielen 2016, eine phänomenale Rookie-WM mit einer Abwehrquote von nahezu 95 Prozent mit dem U-18-Nationalteam im vergangenen Januar, und nun hat sie ein Aufgebot für die erste U-16-Europameisterschaft in Budapest erhalten. Die Schweiz wird dort nächste Woche auf Finnland, Tschechien und die Slowakei treffen.

Die Röthenbacherin, die aus der Talentschmiede der Huskys Schallenberg stammt, ist bescheiden geblieben. Spricht man sie auf die vielen Komplimente an, bleibt sie erst mal stumm und meint nach einer Pause: «Ja, ich habe davon gehört. Es ist natürlich motivierend, wenn man Komplimente kriegt. Sie zeigen mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin und sich die harte Arbeit auszahlt.»

Die Wittwers als Trainer

Entdeckt und entscheidend in ihrer Entwicklung geprägt wurde Maurer vom früh verstorbenen Torhütertrainer Bernhard Wittwer. «Bernie hat mir enorm viel mit auf den Weg gegeben, mich in jedem Training zu Höchstleistungen angestachelt», sagt sie.

Seit Wittwers Tod hat sein Sohn Michael, selber 2.-Liga-Torhüter bei Oberlangenegg und ebenfalls Goalietrainer, die Aufgabe übernommen, das Talent weiterzubringen. Mindestens einmal pro Woche trainieren sie zusammen, zusätzlich steht Maurer – als Aktivmitglied der Huskys – mit dem Fanionteam des Heimklubs und mit dem Thuner Nachwuchs auf dem Eis.

Michael Wittwer ist mehr als an­getan von ihrem Trainingsfleiss und ihren Leistungen: «Sie hat alles, was es braucht, um eine grosse Torhüterin zu werden: Talent, Wille, mentale Robustheit, Explosivität und eine ausserordentliche Technik.»

Fragt man Saskia Maurer, wie sie sich selber sieht, überlegt sie lange und weicht – ihrem Naturell entsprechend – ein wenig aus: «Eine Mitspielerin aus der U-18 hat mir einmal gesagt, ich strahle auf dem Eis eine grosse Ruhe aus und das übertrage sich in positivem Sinn auf das Team.»

Vielleicht sei es das, was sie besonders auszeichne. «Ich bin in der Garderobe jeweils recht nervös, aber wahrscheinlich gelingt es mir, dieses Gefühl gegen aussen hin nicht zu zeigen.» Es erstaunt nicht, sagt sie zu ihren Zielsetzungen für die EM: «Ich will dem Team ein sicherer Rückhalt sein und damit zum Erfolg beitragen.»

Für die kommende Saison hat Maurer die weiteren Karriereschritte bereits festgelegt: «Ich werde weiterhin bei Dragon Thun spielen und möchte mich für das Novizen-Topteam empfehlen.» Ob die angehende Elektronikerin auch in einer Frauenequipe spielen wird – Bomo Thun wäre ja naheliegend –, lässt sie offen. Das hänge in erster Linie von ihrer Belastung mit den Trainings, der Lehre und den Spielen im Nachwuchs ab.

(Berner Zeitung)

Erstellt: 25.04.2017, 11:52 Uhr

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